Sonntag, 18. September 2016

Portmeirion - Eines Mannes Traum

Ich denke, jeder meiner Gäste hatte sich ein wenig vorbereitet auf die Orte, die wir in Wales besuchen. Und auch Bilder im Reiseführer gesehen. Aber wie bunt und außergewöhnlich Portmeirion wirklich ist, das kann man nur live erleben.
Da fährt man gemächlich durch den Snowdonia Nationalpark, dampft per historischer Eisenbahn über Stock und Stein, bzw. Berg und Tal, und sieht all das wie man sich Wales vorgestellt hat: Viel Grün, Berge, rustikale Dörfer aus Granit und Schiefer, und Schafe, Schafe, Schafe!

         
         
So war Wales in unserer Fantasie, und so sieht es in der Tat aus. Aber dann nähert man sich Portmeirion, und man weiß schon vom Hörensagen und Lesen, daß hier ein Waliser Selfmade-Architekt seine kühnsten Träume verwirklicht hat. Man fährt und fährt, an Feldern vorbei, durch einen Wald, vorbei an einem Feld mit Müllmassen, die aber nicht die Regel sind, sondern die unangenehmen, üblichen Reste eines Festivals, das hier stattfand.
Auf dem Busparkplatz ist auch noch nichts zu erahnen. Ein Organisator kommt auf mich zu und erzählt mir etwas in einer Sprache, die definitiv nicht Walisisch ist, denn ich verstehe einige Bruchstücke. Es ist aber auch nicht Englisch, denn dann müsste ich mehr verstehen. Aber walisischer Dialekt ist es wohl, du meine Güte, das war eine Erfahrung der außerirdischen Art! Da verstehe ich ja jeden Ur-Schotten besser. Davon ausgehend, daß er uns lediglich willkommen geheißen hat, starten wir los.
Und sehen das:



        
Ein schriller, poppiger Ort, bunt und unkonventionell. Alles Anfang des 20. Jahrhunderts neu gebaut und dennoch auf alt gemacht. Und hier lebt eigentlich niemand, vielleicht maximal die Leute, die hier arbeiten. Portmeirion ist in der Hauptsache zum Anschauen oder aber Ferien machen, denn es gibt ein Hotel und Ferienappartments. 
In diesem Hotel würde ich gern einmal wohnen, denn es locken ein herrlicher Blick auf das Meer (komischerweise hatten wir immer Ebbe, egal wohin wir fuhren), viele niedliche Details und eine angenehme Atmosphäre beim Afternoon Tea.

Ok, eigentlich gehört hier ein "Welsh cake" verspeist und kein Scone, aber an diesem kann ich einfach nicht vorbei gehen. Fluffig, "plain", also ohne Rosinen, mit Marmelade und "clotted cream", wobei ich beim Teilen der Marmelade mit anderen sehr großzügig bin, die "clotted cream" jedoch bis aufs Blut verteidige. 
Clough William Ellis, Deine Idee "Mittelmeeratmosphäre in Wales - Neues mit der Natur im Einklang" ist überaus gelungen und gehört ins Pflichtprogramm einer jeden Walesreise.









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