Montag, 29. Mai 2017

In den Fängen des Wildlachscenter-Mitarbeiters


Der Lachs ist ein Raubfisch, das wissen wir alle. Der Mitarbeiter des Wildlachscenters in Laerdal  ist auch einer, nur in nett und besser aussehend.
Ich hatte während unserer Reise noch nach einem spontanen Highlight gesucht, dass wir einbauen konnten und bin auf das Wildlachscenter gestoßen, dass in Laerdal liegt, einem sehr romantischen Dörfchen mit vielen alten Holzhäusern. Wir waren schon des Öfteren dort, aber niemals ist mir dieses Center aufgefallen, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich als Vegetarierin nicht auf Museen und Ausstellungen achte, die irgend etwas mit "Tiere essen" zu tun haben.
Aber der Lachs ist natürlich eng mit einer Fischereination wie Norwegen verbunden, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass es hierzu ein Themenmuseum gibt.
     
Durch den längsten Straßentunnel der Welt erreichen wir unser Ziel. Dieser Tunnel allein ist auch schon eine Attraktion, denn er beinhaltet drei farbig ausgeleuchtete Hallen, die den Autofahrer während der langen Tunnelfahrt aufmerksam halten sollen. 
     
Dann plötzlich, kurz vor dem Tunnelkoller, gibt es endlich wieder Tageslicht.
Satte Wiesen links und rechts, viele wunderschöne Anwesen ganz in Holz gekleidet, die meisten davon leuchtend weiß oder cremefarben, mit Veranden wie Pipi Langstrumpfs Villa Kunterbunt, nur ohne bunt.
     
Während sich meine Gäste noch durch den Ort trollen, laufe ich schon zum Lachscenter, um mich zu informieren und zu bezahlen, damit niemand hinterher lange warten muß.
Und da ist er dann! Einer der wohl beflissendsten Museumsmitarbeiter, den ich je erlebt habe. Er führt mich durch das ganze Museum, obwohl es mir genügen würde, erstmal zu sehen, wo wir den Film schauen werden. Schließlich habe ich ja später mit der Gruppe noch Zeit genug.
Aber nein, ich muß da durch. Mir werden sämtlich Broschüren gezeigt, die er hat, ich mache schon Bekanntschaft mit einem der Lachse im Aquarium, erfahre, daß das Hauptkino defekt ist, bzw. einer der Lautsprecher (und auch noch ganz genau was da kaputt gegangen ist), daß wir den Film in einem anderen Raum sehen werden, daß man auch Kaffee kaufen kann, der gerade frisch aufgesetzt ist und er auch durchaus darauf vorbereitet ist, für meine Gäste ein paar Waffeln zu backen. Und andere typisch norwegische Produkte gibt es auch.
Ein wenig tut der Gute mir schon leid, denn wir kommen ja gerade von unserem opulenten Mahl am Omnibus, randvoll angefüllt mit Milchreis und Linsensuppe mit Bockwürstchen und werden keinen Hunger mehr haben.
Aber ich bringe es einfach nicht übers Herz, ihm zu sagen, daß wir nichts dergleichen mehr verzehren werden.
Kurz vor dem Film gibt er uns noch eine Einführung auf Englisch, mit dem Hinweis, ich könne das gleich übersetzen, lässt mir dann aber keine Chance dazu.
Egal, ich hatte das Wesentliche bereits im Bus erzählt.
Last, but not least, informiert er uns noch über Angelscheine, falls wir länger bleiben wollen.
Und auf dem Weg nach draußen schließlich macht Achim den "Fehler", nach einer alten Filmvorführmaschine zu fragen, die in der Ecke steht. Nun bekommt er sämtliche Infos dazu, und auch nochmal die komplette Info zum kaputten Kino, kriegt extra den Saal aufgeschlossen, wo er sich noch irgendwelche alten Bilder ansehen muß. 
Ich entziehe mich derweil dezent den Fängen des netten Raubtieres und flüchte zum Bus, jedoch nicht ohne den Hinweis, daß ich gern alle Broschüren auch mitnehmen kann.
Der Filmvortrag, so muß ich zur Ehrenrettung des netten Mitarbeiters sagen, war sehr lehrreich.
Ich habe noch nicht gewusst, daß Lachse mit einer kleinen Milchkanne unter dem Bauch auf die Welt kommen, die etwa zwei Wochen hält und dann leer gepumpt ist.
Sehr praktisch, denn Mutter Lachs hat sicherlich keine Zeit, alle eventuell 7000 Babies persönlich durchzufüttern.
      
Reisegruppe mit 2 Lachsen (Mitte im Hintergrund 😬).








  

Prominenz im Gudbrandsdal

Um es gleich vorweg zu nehmen, die Prominenz sind ausnahmsweise nicht wir, sondern zahlreiche norwegische Menschen und Dinge.
Das Gudbrandsdal hat einige Berühmtheiten hevorgebracht, so zum Beispiel die Stabkirche von Ringebu, die Olympiastadt Lillehammer, den braunen Karamellkäse (Gudbrandsdalost), den Helden Peer Gynt und die Birkebeiner.
Aber der Reihe nach:
                                    
Die Stabkirche von Ringebu stammt vom Anfang des 13. Jahrhunderts und liegt malerisch auf einer Anhöhe über dem Tal. Ein Tal übrigens mit satt grünen Wiesen, zur Frühlingszeit gespickt mit bunten Blumen, vornehmlich allerdings gelbe. Verstreut liegen einige Gehöfte.
Die Kirche sticht von weitem bereits ins Auge durch ihren markanten roten Turm. Sie ist eine der "überlebenden" 28 Stabkirchen Norwegens, von relativ schlichter Gestalt noch, mit ein wenig Drachenschnitzerei am Portal. Viele Elemente wurden in späteren Jahrhunderten hinzugefügt, als man schon nicht mehr in dem Stil baute, der unter anderem an Wikingerschiffe erinnert.     
     
Das Freilichtmuseum "Maihaugen" ist ganz sicher das Highlight von Lillehammer, es sei denn, man ist wesentlich sportlicher als ich (was wahrhaftig keine Kunst ist) und bevorzugt die ehemaligen Olympiastätten und das zugehörige Museum.
Die Existenz von Maihaugen zeigt mir jedenfalls, daß Zahnärzte wohl schon in früheren Jahrhunderten nicht schlecht verdienten, denn ein solcher hat seinerzeit angefangen, auf seinem Grundstück alte Häuser zu sammeln. Ich sammele Plüschtiere, Herr Sandvig sammelte Häuser. Jedem das Seine.
                                    
Auf jeden Fall aber wurde diese Sammlung so groß, daß ihm letztlich die Stadt Lillehammer ein größeres Grundstück zur Verfügung stellte, was wir heute als "Maihaugen" bewundern dürfen. 

Die alten Häuser noch an ihren Originalstellen zu sehen bekam sicherlich einst noch Peer Gynt, der sich durch die Unwege des Gudbrandstals und über den schwer zu überwindenden "Bessenengrat" schlug. 
Ebenso taten es die "Birkebeiner", eine Volksgruppe, die den von ihnen als König favorisierten 13-jährigen Jungen im wahrhaft unwirtlichen, superkalten Winter über die Berge in Sicherheit brachten. Ihre Gegner trachteten dem Jungen nämlich nach dem Leben. Die besten Skiläufer unter ihnen wählte man für diese königliche Aufgabe aus. 
Gegen die extreme Kälte schützten sie ihre Beine mit Birkenrinde, daher der einprägsame Name "Birkebeiner". 
Ein Bild in unserem ersten Rundreisehotel zeigt diese Rettungsflucht, wobei mir wirklich schleierhaft ist, wie sie einen Jugendlichen mit 13 noch locker in eine kleine Decke gewickelt auf dem Arm tragen konnten. Mein Neffe ist jetzt 13 geworden, und ich wüsste nicht, wie man ihn über die Berge schleppen sollte. 
Aber egal. Die Nachfahren der Wikinger werden wohl  noch immer eine gehörige Portion Kraft in den Muckis gehabt haben. Der Junge wurde jedenfalls tatsächlich König - ob er wollte oder nicht.

Last, but not least ist eine weitere Prominenz des Gudbrandstales ein besonderer Käse. Dargeboten als brauner Block auf jedem Frühstückstisch. Ein Abfallprodukt, wenn man es mal auf den Punkt bringt, denn die bei der Käseherstellung übrig bleibende Molke, die ohne weitere Zutaten schon ein wenig süß schmeckt, wird für diese norwegische Delikatesse genutzt. Noch Sahne dazu, das Ganze erhitzen, damit es karamelisiert, und schon hat man auch den typischen Karamellgeschmack.
Eingepackt in rote Tüten wird er durch Kühlung fest, bzw. halb fest - ein wenig schmierig. Und trotzdem findet man auf dem Frühstücksbuffet immer auch einen Käsehobel dabei (eine norwegische Erfindung), und ich breche mir jedesmal einen ab, weil ich diesen Käse einfach nicht gehobelt kriege.
Schöner finde ich daher alles, was man sonst noch damit anstellen kann, zum Beispiel Saucen herstellen oder ihn als Cremefüllung in einen Pfannkuchen packen.
                                  
Vorsicht allerdings, wenn man statt "Gudbrandsdalost" "Gammel Ost" kauft. Letzterer zieht einem doch ein wenig die Schuhe aus, ist sehr stark und spaltet sogar die Norweger.
"Gammel" ist das Wort für "alt", das können wir uns ja leicht merken, kennen wir doch den Begriff "gammelig". 
Und so weit entfernt ist das auch gar nicht, denn auch in Norwegen lässt man einige Nahrungsmittel erst einmal ordentlich vergammeln (fachlich allerdings: fermentieren") bis sie als Delikatesse angeboten werden. Nun ja, wer jetzt die Nase rümpft, der sei datan erinnert, daß unser Sauerkraut irgendwie ähnlich entsteht.



Freitag, 26. Mai 2017

Zurück zu den Wurzeln: Norwegen

Hallo, mein Name ist Gabi Schmitz, ich bin 19 Jahre alt und habe eben nach dem bestandenen Abitur einen Ferienjob bei einem Busveranstalter aus Dortmund bekommen und stehe vor der Wahl: Abi-Abschlußfeier oder eine Fahrt nach Norwegen, die ich als Bus-Stewardess für 10 Tage begleiten soll.
Ich habe mich für Norwegen entschieden und bin jetzt gerade furchtbar aufgeregt, weil ich nicht weiß, wie das alles so geht mit einer Rundreise, Bordservice usw. 
Und schon geht es los nach Kiel. "Fräulein Schmitz, bringen Sie mir bitte einen Kaffee?" Der Busfahrer siezt mich, und ich ihn. An der Raststätte "Holmmoor" verlieren wir eine Reiseteilnehmerin. Sie hat sich in der kurzen Pause im Wald verirrt. Ich bin total fix und fertig mit den Nerven. Wir müssen weiter, um die Fähre nicht zu verpassen. Plötzlich überholt uns ein Polizeiauto - mit der Dame drin. Wir haben unser Trüppchen wieder zusammen, Gott sei Dank, und kommen vollständig in Kiel an.
Einchecken auf der Stena Line nach Göteborg und am nächsten Morgen von dort aus weiter nach Oslo.
                        CUT!!!!! SCHNITT!!! Wo bin ich denn hier? Nochmal von vorn:
                                     
Halllo, mein Name ist Gabi Quiatek, ich bin (uups) 55 Jahre alt und mein Abitur ist ewig her.
Ich habe mein eigenes Reisebüro, veranstalte seit 27 Jahren eigene Busreisen und befinde mich gerade auf dem Weg mit 35 Gästen nach Norwegen, und ich bin nicht aufgeregt, weil ich den Job schon so lange mache, meine Gäste kenne und auch das Reiseziel Norwegen.
Auf der Autobahnraststätte haben wir niemanden verloren - natürlich nicht! 
Der Busfahrer duzt mich und ich ihn, denn erstens macht man das so in der Branche und zweitens sind wir ein Ehepaar (es ist aber nicht der aus dem Jahre 1981).
Wir checken in Kiel ein, und zwar nicht erst nach Göteborg, sondern gleich auf die komfortable Weise mit der schönen "Color Fantasy" nach Oslo. Das weltgrößte Kreuzfahrtschiff mit Autodeck, so wirbt man selbst. Und es ist wirklich ein schönes Schiff. Kreuzfahrtfeeling kommt tatsächlich auf, so abwechslungsreich ist es dort.
Und ich bin froh, daß meine Gäste Komfort und Bequemlichkeit schätzen, so daß ich nicht auf die preiswertere und umständliche Variante über Schweden zurückgreifen muß, um meinen Bus voll zu bekommen.

"Back to the roots" - "Zurück zu den Wurzeln" heißt es also jetzt, denn es geht wieder dorthin, wo ich meine Busreisekarriere einst begonnen habe. Zwischendurch habe ich schon weitere Norwegenreisen begleitet, aber gerade jetzt fällt mir die erste wieder ein. Manchmal hat man halt eine sentimentale Strähne und reflektiert, was bereits Jahrzehnte vorbei ist.
                                      
Leinen los also für ein schönes Norwegenabenteuer mit 35 netten Gästen an Bord - viele davon waren noch nie in Norwegen und werden sich hoffentlich so fühlen, wie ich das erste Mal: Überwältigt vor Begeisterung und überrascht von soviel abwechslungsreicher Landschaft, die sich sehr schwer in Worte fassen lässt, aber ich werde es in dem nächsten Beitrag versuchen. Und Bilder werden mich dabei unterstützen.

Bis später!


Sonntag, 14. Mai 2017

44 Frauen und ihr Chauffeur

Jetzt gibt es mal so richtiges Geschnatter. Geschnatter von 44 Frauen!! Erduldet von unserem Chauffeur, der uns mit stoischer Gelassenheit und natürlich dem einen oder anderen Kommentar durchs Angelsachsenland fuhr. 
Die Ruhe selbst und immer gut gelaunt, bis er morgens an der Strandpromenade von Worthing einen Strafzettel bekommen hatte. Und das noch völlig ungerechtfertigt. Da hat ihn doch jemand um 8:23 h aufgeschrieben, obwohl Busse dort bis um 9:00 h kostenfrei parken dürfen.
Na ja, vielleicht dachte hier ein überaus emsiger Ordnungshüter, das ist ein deutscher Bus, und in Deutschland ist es  schließlich schon 9:25 h. 
Das ignorieren wir doch mal frei weg und fahren nach Sissinghurst zum gleichnamigen fantastischen Garten. 
Es ist schon unglaublich, was man sich über 5 Tage so alles zu erzählen hat - und nonstop, oder zumindest so gut wie .....
Und das sind sie: meine 43 Ladies - ich die Nummer 44, auch nicht weniger redselig. 
Und unser Chauffeur Marek, auf dem Weg zum Lenkrad, nachdem er uns zum x-ten Male gedroht hat, uns auszusetzen. 
Da habe ich doch etwas entdeckt, wo er Zuflucht finden kann:
Ein Willkommenscontainer für Busfahrer! 
Gefunden am Shuttle-Terminal in Folkestone. 
Aber mal im Ernst. Man hat es als Busfahrer mit so vielen schnatternden Weibern wirklich nicht leicht. Und dann das ganze Gepäck!!! Ich habe noch gut den O-Ton beim Verladen im Ohr, als die tonnenschweren Monsterkoffer soeben noch in den Kofferraum passten. Ich wiederhole es hier lieber nicht (grins). 
Doch auch hier gibt es schon eine Lösung für das nächste Mal. Ein passendes kleines Köfferchen wurde geshoppt und für ausreichend befunden. 
Platz für einen Schlüpfer, ein Top, Zahnbürste und Deo. Reicht (nach Männermeinung). 
Nun denn, auch ich als Reiseleitung habe  bei soviel Geschnatter immer ein wenig Mühe, ein paar Informationen über Land und Leute loszuwerden. Aber hängen geblieben ist am Ende doch so einiges, aber ganz besonders die Geschichten rund um König Heinrich VIII, der mit den 6 Frauen. (Über diese Zahl kann unser Busfahrer, glaube ich, nur lachen.)  
Und ich vermute, besonders die Tatsache, dass er zwei seiner Frauen hat köpfen lassen, ist gut im Gedächtnis geblieben. Immerhin wurde uns doch im Bus den einen oder anderen Tag selbiges angedroht :-). In diesem Sinne: Kopf hoch, Marek! Gleich entscheiden wir darüber, wohin es nächstes Jahr geht. 

Sonntag, 7. Mai 2017

Deutschlandreise: Stade

Ich hatte mal ein Spiel, das hieß "Deutschlandreise". Wie es genau ging, weiß ich nicht mehr, irgendwas mit einem riesigen Spielbrett mit einer Landkarte von Deutschland, auf der man hin und her zog und eine bestimmte Anzahl von Städten besuchen musste. 
Da waren natürlich die Trendziele Berlin, Hamburg und München dabei, aber da gab es auch "Stade".
Irgendwo ein bisschen im Norden. Das hatte ich noch nie gehört, und ich weiß nicht warum, aber den Namen Stade fand ich irgendwie witzig und habe ihn nie vergessen. Und auf meiner Spielbrettreise musste ich andauernd dahin.
Jetzt war ich aber wirklich mal da und überaus begeistert.
                                  
Es war zudem ein wirklich schöner Tag, und die hatten wir ja in den vergangenen Wochen eher wenig. Erster Mai bei Sonnenschein, und ich möchte fast sagen, es war ein bisschen warm. Es drängte mich danach, irgendwo draussen zu sitzen, doch aufgrund der Erkältung meines Mannes verwarf ich schnell den Gedanken. 
Drinnen sitzen wurde dann allerdings durch eine überaus gelungene norddeutsche Version von "fish&chips" versüßt.
      
So war's ja eigentlich ursprünglich mal in England. Eingewickelt in Zeitungspapier. 
Unser Blick ging über die "Schwinge", so heisst der Fluß, der durch Stade fließt und sich in nicht allzu weiter Ferne in der Elbe versteckt. 
Eine norddeutsche "Molly Malone" steht da am Ufer und preist ihren Fisch an, ganz wie man es aus Dublin kennt. Oder haben die sie etwa in Stade abgeguckt?
                                     
Die Stadt ist voller Backsteingebäude, wie man es halt im Norden hat, aber obwohl Backstein nicht mein Lieblingsbaustoff ist, sieht er hier überall auch für mich schön aus.
                                     
Ist das nicht einfach wunderhübsch? Durch Weiß aufgelockertes Rot, und noch dazu mit einer Art Fischgrätmuster wirkt es so lebendig und gar nicht so trist "Backsteinchen auf Backsteinchen". 
Viele Häuser zeigen ganz deutlich, daß die Hansestadt schon ganz schön wohlhabende Zeiten gesehen hat, so aufwändig sind die Fassaden gestaltet. Hier musste richtig was hergezeigt werden. 
Und Stade war immerhin vor der Hansezeit gehörig von den Wikingern geplündert worden und stand quasi auf wie Phoenix aus der Asche. Ausgeschlossen von der Hanse wurde die Stadt allerdings dauerhaft nach der zweiten Abmahnung, weil sie englische Tuchkaufleute aufgenommen hatte. Ich habe noch nicht herausgefunden, warum man das nicht durfte, oder aber was gegen das gute englische Tuch sprach, aber das ist ein ganz anderes Thema.
                                       
Etwas her macht auch die Kirche "SS. Cosmae et Damiani", vor allem wegen ihrer Orgel. Ein Augenschmaus und sicherlich auch Hörgenuß für jeden Orgelfan. Mein Augenmerk lag allerdings auf dem Kronleuchter davor, den ich so gern in meinem Büro hätte - sozusagen als "I-Tüpfelchen-Schnörkel" zwischen beiden Arbeitsplätzen. Aber dann bricht die Bürodecke zusammen, also wird es nichts damit.
    
Mit blumigen Grüßen verabschiede ich mich dann mal von Stade.
                                    
Ein leckeres Törtchen blickt mich noch durch ein Schaufenster an, aber wie ihr seht, hat Fritz ja leider geschlossen, und ich frage mich, wie es wohl aussehen wird, wenn er wieder da ist. Unter uns: Es ist ein Trödelladen (sorry, Fritz, falls es am Ende tatsächlich ein Antiquitätengeschäft ist. Ich habe nicht so genau hingesehen). Die Torte ist eine "Fake-Torte". Und damit habe ich jetzt auch noch die Kurve gekriegt, weil ich eigentlich nur das Schild so witzig fand und es hier unbedingt platzieren wollte.
                                     









     

Montag, 1. Mai 2017

Zeven getestet - ganz schön schön!

Während andere in den Mai tanzen, schlafen wir hinein. Und zwar in dem Hotel, das wir für unsere Silvesterreise ausgeguckt haben. Ringhotel Paulsen in Zeven. 
"Zeven? Was und wo ist das denn?" mag jetzt so mancher fragen. 
Fahrt mal mit dem Finger auf der Landkarte von Bremen nach Hamburg. In der Mitte ein bisschen nach links abdriften, und da liegt Zeven. Ein kleines, nordisch-schlicht-nett-bodenständiges Backsteinhausstädtchen, in dem es alles gibt, was man braucht: Einen schönen kleinen Park zum Spazierengehen (alles schön flach), eine Kirche, ein Museum, eine Shoppingstraße mit einigen Mode-  und 4 Schuhgeschäften (was wir Frauen ja bei Freizeitüberschuß, und eigentlich auch sowieso zum Leben brauchen).  
Nette Cafés gibt es auch, und natürlich nicht zu vergessen, das Ringhotel Paulsen. 
Ich glaube, Frau Paulsen senior ist uns vor dem Einchecken schon vor der Tür über den Weg gelaufen und hat uns in dem bestärkt, was wir sowieso schon wussten, nämlich daß es heute   draussen ganz schön kalt ist. 
Ach was, als ob uns das schockt! Wir haben Ende April Wien im Schnee überlebt, obwohl es da schon längst mild sein sollte. Die Blumen hatten das nämlich dort auch schon gedacht und mal die Köpfe rausgestreckt. Fataler Fehler. 
Hier in Zeven meint ein riesiger Magnolienbaum auch, es wäre Frühling. 
Nun ja, ist es offiziell seit Mitte März auch. 
Aber der Himmel ist klasse blau.
Wir beziehen also unser Zimmer und sind angenehm überrascht. 
Alles ist schön hergerichtet, das Zimmer sehr schön und gepflegt eingerichtet. Wir fühlen uns von der ersten Minute an wohl. Dazu trägt auch das sehr nette Personal bei. Der Kellner im Restaurant, für mich nicht nur dialekt-technisch, sondern auch optisch ein nordisches Schmankerl, plaudert gern und präsentiert uns eine gut durchdachte Speisekarte - und noch eine spezielle Empfehlung, über die ich schon bald berichten werde. 
(Seid gespannt. Das gibt einen neuen Kurztrip) 
Und was wir bestellen schmeckt auch noch alles hervorragend. Restaurant-Ambiente und das gute Essen heben unsere ohnehin schon gute Laune noch mehr. Trotz Genuss verputzen wir alles ratzfatz schnell. Normalerweise würde ich jetzt ein Foro vom schönen "Essensgebilde" präsentieren, aber die Teller waren zu schnell leer. 
Also gibt's für Euch hier nur die jämmerlichen Reste. 
Das waren ein Rindersteak und ein Spargelsalat. Dieser übrigens so angemacht wie ich es bislang nicht kannte: Mit Avocado, Mozzarella und Kräuterdresing. Ein Hochgenuss. 
Aber ein bisschen Dessert habe ich noch für Euch und verabschiede mich nach Stade, über das ich als nächstes berichten werde. 

Ab durch die Hecke zum Traumhotel nach S.

Nachdem uns Plymouth nicht haben wollte, oder genauer gesagt, wir wollten Plymouth nicht, war in South Brent ein Ersatz gefunden. Für eine ...