Freitag, 16. Oktober 2015

Roussillon - ein Traum in Ocker

Ich ziehe mal den 6. Tag unserer Provence-Rundreise vor, denn hier in Roussillon
habe ich ein ruhiges, sonniges Plätzchen zum Schreiben gefunden. Ocker überall! Es stimmt, man kann das nicht mit Worten beschreiben, man muss hier sein und sehen, oder es malen. Rot, rostfarben, braun, gelb, orange und was weiss ich noch für Farbtöne.
Die schlappen 2,50 Eintritt sind es mehr als wert, direkt durch die Ockersteinbrüche zu wandern. Jetzt in der Nachsaison herrscht eine himmlische Ruhe.
Ich habe als erstes den Fingertest gemacht und ein bisschen rostige Farbe angenommen. Der Ocker soll keine Schadstoffe enthalten, so dass sich die Menschen damals auch damit schminken konnten. Damals, als hier noch Ocker abgebaut wurde. Das ist längst vorbei. Ich sehe, dass die Farbe sehr intensiv ist und nur sehr schwer wieder abgeht. Irgendwie denke ich an Indianer auf dem Kriegspfad. Meine Farbe am Finger eignet sich hervorragend als furchteinflössende Gesichtsbemalung. 
Witzig ist, als ich die Farbe wieder abwischen will, dass mit jedem Wisch die Farbe eine andere wird. "Getankt" hatte ich einen dunklen rostigen Ton, und nach zweimaligem Abwischen hatte ich einen gelben Farbton im Taschentuch. Das muss mir dann doch mal ein Chemiker erklären, denn da geht bestimmt etwas logisches an der Luft vor, aber ich staune nur.
Der Ort selbst ist niedlich klein mit den so sehr geliebten verwinkelten Gässchen. Jedes Haus hat einen anderen Ockeranstrich, und alles wirkt warm. Das tut auch sehr gut, hat uns doch heute wohl der Mistral erwischt, der wirklich sehr kalte Wind von Norden. Dafür war, wie es sich gehört wenn der Mistral bläst, der Himmel stahlblau. 14 Grad im Schatten, in der Sonne theoretisch mehr, aber der Wind eben.... ich friere trotz Strick-und Windjacke. Aber hier in Roussillon ist es doch wieder besser.
In einem winzigen Café mit Aussichtsterrasse nehme ich einen Kaffee und eine Cola. 
Hier mein Ausblick, wenn auch gegen die Sonne:
Roussillon ist schon ein absolutes Muss auf einer Provencereise.



Freitag, 2. Oktober 2015

AIDA - das goldene Klo, unsere Kabine und Abfahrt

Und so sieht sie aus, unsere Balkonkabine, sicherheitshalber mal vor unserer Belagerung fotografiert, damit es noch schön ordentlich aussieht.

Sie ist wirklich angenehm eingerichtet und hat.... einen Balkon, klar. 15 Minuten Auszeit, bevor es zur 'Alle-Decks-abklappernden-Extremschiffsbesichtigung' geht.
Ich freue mich schon auf das Tuten des Schiffshorns, was einem Schiffsfan immer Gänsehaut bereitet, vor allem, wenn auch andere Schiffe im Hafen liegen und sich tutenderweise gegenseitig voneinander verabschieden. Ach..., mein Herz klopft....!
Aber erst einmal sollten wir was essen. Vorgenommen haben wir uns, um alle Restaurants kennenzulernen und unseren Kunden genau berichten zu können, daß wir in jedem Restaurant nur ganz wenig vom Buffet picken, uns dort maximal 20 Minuten aufhalten und dann das nächste testen.
Und wir wählen als erstes die Lokalität, wo nicht so viele Leute Schlange stehen. Es wird das Marktrestaurant. Danach das Bella Donna für den zweiten Gang. 
In beiden Restaurants gibt es allerdings dasselbe. Das hatte ich anders in Erinnerung. 
Zurück auf der Kabine merkt man uns das frühe Aufstehen an. 
15:00 h Seenotrettung. Pflichtübung für alle Kreuzfahrer. 




AIDAblu hat einen Blumenladen an Bord. Ich muß gestehen, daß ich mich immer noch frage, ob solch ein Laden auf einem Schiff tatsächlich so frequentiert wird, daß er sich rentiert. Ich glaube, wenn mein Mann mir an Bord Blumen kaufen würde, ich wüsste nicht genau, ob ich das toll finden sollte. Ich freue mich zu Hause über Blumen, aber im Urlaub hat es noch nie welche gegeben. Ich hatte auch noch nie einen Gedanken daran verschwendet, daß das schön sein könnte, denn ich halte das für rausgeschmissenes Geld. Man könnte dafür lieber einen schönen Cocktail trinken. Aber wie alles auf der Welt ist das Geschmackssache, doch wer weiß, wenn er dann doch damit ankäme..... dann ist es doch vielleicht einfach nur romantisch und man ist hin und weg.
Übrigens habe ich selbst in dem Laden schon etwas gekauft, auf AIDAsol während meiner Kanarentour, 3 Weihnachtszwerge aus Keramik mit langer roter Mütze und passende Servietten dazu. Die liegen nun genau wie die anderen 50 Sorten aus ganz Europa in meinem Geschirrschrank und genießen auch das Privileg, nicht benutzt werden zu dürfen. Wäre doch schade, wenn man die einfach so mit Bratensauce ruiniert!

Aber ich schweife ab, denn eigentlich geht es gar nicht um den Blumenladen, sondern um etwas Interessantes dort um die Ecke.
Laut meiner Freundin Brigitte gibt es dort ein goldenes Klo, aber sie weiß nicht genau, ob es immer noch so ist. Es wird ja schon nicht das Gold abgekratzt worden sein, und auch wenn dann und wann Touristen so einiges gebrauchen können (Handtücher, Shampoofläschchen, Bademäntel), ein Klo kriegt man nun nicht so einfach abtransportiert.
Scherz beiseite, wir sehen nach, ob es noch dort ist.

Es ist noch dort! Tadaaaa!
Ich muß einfach an dieser Stelle erwähnen, daß sich schon Jahre das Gerücht hält, daß ein ehemaliger Kollege von mir, Busfahrer bei... (habt Ihr gedacht, ich verrate es!?) mal einen Hosenbügler aus dem Hotelfenster abgeseilt hat. Also sowas kommt vor.... :-) Der wäre dann auch so ein Kandidat für ein AIDA-Goldklo zu Hause.

Aber ich schweife schon wieder ab. Apropos "ab", das Ablegemanöver steht bevor. Schnell aufs oberste Deck, denn mein Schiffshorn möchte sich verabschieden.



Die Kathedrale von Palma entschwindet langsam, über unseren Köpfen landen in kurzen Abständen Flieger, die gleich weitere Urlauber auf der Insel ausspucken werden, und zwar genau solche, die genau wissen, daß man hier auch noch im Oktober, und nicht nur Anfang Oktober, schönes Wetter hat und einen tollen Sonnenurlaub genießen kann. Ein Wink für all meine Kunden, die immer wieder fragen, ob es im Oktober nicht schon viel zu kalt ist. Neiiin! Ist es nicht! Wir haben 24 Grad, morgen sollen es 26 werden.
Gleich auf See werde ich kein Netz haben. 
Bis morgen früh. AHOI!
Guten Morgen. Der Wecker schellt um 7:00 h. Das ist natürlich nicht urlaubslike. Aber wir müssen um 8:00 h die Kabine räumen. Wie schön, dass wir eine Balkonkabine haben, denn das bedeutet Frischluft am Morgen. Man kann  schon einen ersten Blick auf die im Hafen liegenden anderen Kreuzfahrtschiffe werfen, sich entspannt an die Balkonbrüstung lehnen und die kurze noch verbleibende Zeit an Bord genießen. Man braucht gar nicht duschen, denn die Purzfrau über uns auf Deck 7 schrubbt den Balkon und schüttet das Wasser über Bord und direkt auf Lina. Das kann ja wohl alles nicht wahr sein! Mein Azubi riecht jetzt nach Putzeimer! Sie ist höchst empört, verständlicherweise, und wir werden uns da wirklich beschweren. 
Ansonsten hatten wir einen sehr netten Abend, zunächst beim indischen Restaurant "East" und dann im Marktrestaurant beim Alpen-Themenabend. Ja, es ist wahr. Ich war indisch essen, und es hat mir geschmeckt. Fisch in Joghurtsauce, ein Gedicht! Die Dips zum Naan-Brot wunderbar! Dagegen war der Alpenabend im Marktrestaurant besonders für Vegetarier nicht so sehr zu empfehlen. Auch im Brauhaus, wo ja Oktoberfest angesagt war, ging es uns zu schnitzelig und haxig zu. 


Die Abendshow 'Samsara' war ganz bezaubernd. Wir haben die Geschichte zwar nicht verstanden, aber Tanz und vor allem die Akrobatik waren professionell und einmalig schön. Der Kostümfundus bei AIDA muss riesig sein.


Um jedoch unseren Intellekt nicht ganz auf Null erscheinen zu lassen, sei hier angemerkt, dass wir doch sehr wohl verstanden haben, dass während der Show ein als Fisch verkleideter Tänzer zappelnd und ohne Wasser auf der Bühne verendet ist. Das war sehr dramatisch und rührend. 
Die Lasershow, so fest wir sie uns auch vorgenommen haben, mussten wir aufgrund extremer Müdigkeit canceln. Und um die allererste Frage vor unserer Abreise zu beantworten: nein, in der Disco waren wir nicht. Und der Disco-Fox Tanzkurs mit Torge ist leider ausgefallen. Hier waren wir versucht....
Nun hatten wir auch ein super Frühstück und erobern gleich Palma-Stadt. 




Ab durch die Hecke zum Traumhotel nach S.

Nachdem uns Plymouth nicht haben wollte, oder genauer gesagt, wir wollten Plymouth nicht, war in South Brent ein Ersatz gefunden. Für eine ...