Samstag, 21. März 2015

Einsam auf der Isola Bella

Samstag, 21.3.2015, 12:31 h, Borromäische Inseln, bedeckt, 13 Grad. 
Meine Gruppe besichtigt den Borromeo Palast auf der Isola Bella, und ich will da nicht schon wieder rein. So schön das auch ist, und ich finde, jeder sollte den Palast einmal gesehen haben, aber das 6. Mal? Ich habe mich also dagegen entschieden ind sitze nun in einem Café und vertreibe mir die Zeit mit Cappuccino trinken, bloggen und Spielen auf dem Ipad. Warum ist das hier nur immer so kalt? Die Temperaturen sind nicht so schlecht, aber hier auf dieser Insel habe ich bis jetzt jedes Mal gefroren wie ein Schneider. 
Vielleicht liegt es daran, daß hier überall so viel kaltes Wasser um die winzige Insel herum ist.
Auf jeden Fall habe ich jetzt ein Café gefunden, das einen Kamin hat, und davor hocke ich jetzt beim dritten Cappuccino. Einen Espresso und ein Wasser habe ich auch schon weg. 
Man kann ja schließlich nicht deren Wärmequelle anzapfen ohne was zu verzehren, bzw. innerhalb einer Zeitspanne von 1 3/4 Stunde nur einen Espresso nehmen. 
Die Kellnerin ist schon etwas verwundert, also nutze ich die Zeit auch noch, um Italienisch zu üben: "Prendo un altro cappuccino. Aspetto il mio gruppo e non so che fare". Oder so ähnlich.
Ich glaube, sie hat mich verstanden und bemitleidet mich.
Alles meine Tassen......
Und gleich dasselbe Spiel noch auf der Fischerinsel. Manchmal ist reiseleitern irgendwie langweilig. Busfahrer haben da wenigstens ihren Bus, in dem sie es sich gemütlich machen können. 
Na ja, auf jeden Fall miß ich auf der anderen Insel gleich ohnehin als erstes ein Lokal aufsuchen, weil der Kaffee wieder raus muß.

Sonntag, 8. März 2015

Sammelsurium

Es gibt Dinge, die man auf Reisen sieht, dazu kann man keinen ganzen Blog mit Text füllen. Das sind einfach so Schnappschüsse, die man gemacht hat. Irgendwas Interessantes, Lustiges, Kurioses.
Hier also mein persönliches Sammelsurium:
Örtliche Leihbücherei in Wakes Colne/Essex

Bei uns in Deutschland gibt es nur die Version 'spielende Kinder'


"In welcher Straße wohnen Sie?" - "The Street." - "Ja klar, in einer Straße, aber wie heißt sie denn?"
"Na, The Street halt." (To be continued....)


Zwiebelauswahl im Tesco-Supermarkt (das sind 19 verschiedene)


Pub-Besucher in Kenmore/Schottland


Derweil zu Hause im Büro ein Telefonchaos. Liebe Telekom. So kann man nicht telefonieren!!!


Lustige Biersorten in England


British food









Samstag, 7. März 2015

Bury St. Edmunds und die beredsamen Damen vom Touristenamt

Auf der Suche nach schönen Städtchen in East Anglia stießen wir, auf der Karte zunächst, auf Bury St. Edmunds. Im Internet war zu lesen, daß man dort irgend etwas Bedeutendes mit der Magna Carta zu tun hatte. Für all diejenigen, die nichts mit diesem Begriff anfangen können, es ist quasi die erste  englische Verfassung. 
In Bury St. Edmunds haben sich ein Jahr vor Unterzeichnung die Barone getroffen, um sich abzusprechen, den König zu zwingen, die Magna Carta zu unterschreiben. Das war im Jahre 1214.

Eingangsportal zur früheren Abtei und ihren Gärten

Da wir gerade auf der Suche nach einem Parkplatz das Touristenamt neben uns sahen, sprang ich mal schnell hinein, um ein paar Informationen abzufischen. Die älteren Ladies dort fragten mich sofort, woher wir kämen, und mit der Aussage 'Dortmund in Germany' hatten sie mich gleich in ihren Fängen. Bury ist nämlich die Partnerstadt von Kevelaer, das ist ja quasi neben Dortmund, und sie kennen Borussia (sind die in Kevelaer nicht eher FC Köln oder Leverkusen? Na, egal). 

Und man besucht sich jedes Jahr abwechselnd gegenseitig, und die beiden bringen dann Kerzen aus Kevelaer mit für die Kathedrale von Bury. Wenn wir also die Kathedrale besuchen, sehen wir dort deutsche Kerzen! Und wir sollen unbedingt die Kathedrale besichtigen, ist gleich nebenan, und schräg links können wir parken, aber nur 2 Stunden, und, ach, aber das reicht ja gar nicht, denn wir müssen unbedingt noch durch die Abteigärten spazieren. 'Schade', sagte ich, daß ja erst März ist und nichts blüht wie auf dem Bild, das sie mir ständig vor die Nase hielten. 
Oh doch, da blüht schon was, wir sollen nur mal hingehen und schauen. Die beiden waren wirklich super. So nett und beflissen, aber sie teilten mir auch mit, daß wir nicht so lange reden dürfen, denn momentan stünde unser Auto ja noch an der Straße im Halteverbot! "Das ist doch Ihr Auto, das rote da? Man siehts's, es ist ja rechts kein Lenkrad". 
Bewaffnet mit Prospekten, einem Stadtplan und der dringenden Empfehlung, West Stow, das erste englische Dorf mit einem sehenswerten angelsächsischen Freilichtmuseum zu besuchen, ging ich zurück zum Wagen. Selbstverständlich parkten wir auf dem 'Nur-2-Stunden-erlaubt-Parkplatz', denn unser Besuch sollte sich wegen unserer Bulldoggen-Oma Buffy sowieso nicht so ausdehnen. 
Kurz die Kathedrale abgehakt, den Abteigarten durchflitzt, wo wir noch auf einen Jack-Russell-Terrier-Welpen trafen, der unseren kleinen Methusalem nochmal in Wallung brachte, und dann ab in die Shoppingmeile. Diese wunderbaren Ladenfassaden, ich kann mich daran nicht sattsehen und möchte, daß meine Ladenfront auch so aussieht. 





Zum Schluß also noch das 'anglo-saxon village' nördlich der Stadt. Hier hausten sie also, die alten Angelsachsen, und wenn man sich ein bisschen mit der englischen Geschichte befasst, bemerkt man, daß gerade eben East Anglia (Ost-Anglien) mit den heutigen Grafschaften Essex, Suffolk und Norfolk die Region ist, in der die Angeln und Sachsen nach dem Abzug der Römer anlandeten und siedelten.
Zu Hilfe gerufen von der einheimischen Bevölkerung, weil nach den Römern ein regelrechtes Machtvakuum entstanden war. Man war einerseits froh, daß die Römer weg waren, andererseits hatten sie ja auch viel Fortschritt gebracht, mit Straßen und Städten etc. Die Angelsachsen hingegen hatten ganz andere Machtstrukturen, eher mit einer Art Familienclans, und sich lieber auf dem Land zusammenrottend als in den Städten. Kommt daher die heutige englische Sehnsucht nach dem Häuschen auf dem Lande? Dies sind meine höchst subjektiven Gedanken, nachdem neben dem von Marek so verehrten Food-Channel auch die meiste Zeit die Serie 'Escape to the country' in unserem Cottage lief, in der Makler scharenweise Häuser für Landliebende suchen.
Aber zurück zum Angelsachsendorf. Hier hat man wirklich eine enorme Anzahl römischer und angelsächsischer Funde zu Tage gefördert und typische Behausungen nachgebaut.

Wir bewundern einige reich verzierte Helme von Kriegern und Anführern.
Ich bin sehr erstaunt, wie man damals mit primitiven Mitteln solche Verzierungen erschaffen konnte, und mein Mann meint in seiner die Dinge immer auf das Einfachste reduzierenden Art, daß die ja auch damals total viel Zeit hatten. 
So war das also in angelsächsischer Zeit......





Donnerstag, 5. März 2015

Und ewig lockt der Lago Maggiore

Endlich haben wir wieder März! Bald geht es wieder zu "unserer Signora" zum Lago Maggiore. Was für eine schönes Hotel, was für eine tolle Lage direkt an der überaus schönen Promenade am See!
Der linke war "mein Wein"
Diesmal wird es eine noch etwas exquisitere Reise, da nur maximal 25 Personen mitfahren können. Jede Nacht kommen dann diese kleinen Tierchen, die heimlich die Klamotten enger nähen. Es liegt doch bestimmt nicht am wunderbaren 4-Gang-Menü, daß der Hosenbund spannt. Und ich kann nur betonen, wie schwer es fällt, auch nur einen Gang auszulassen. Hoffentlich gibt es wieder Steinpilzrisotto. Eine Weinprobe mit Käse und Salami der Region werden wir auch genießen. Und Piemont hat hier einiges zu bieten. Es ist das Land des "slow food" - man kocht mit frischen Zutaten der Region, und der Gaumen wird´s merken.
Diese Reise ins Hotel Cannero in Cannero Riviera (oberer Lago Maggiore) ist tatsächlich schon unser Klassiker geworden.
Nie hätte ich gedacht, daß wir so oft dorthin genügend Teilnehmer
Quelle: Internetseite des Hotels Cannero
zusammen bekommen.
Und dieses Mal gibt es wieder die Möglichkeit, an einer Fahrt mit der Centovalli-Bahn teilzunehmen. Die Borromäischen Inseln sind natürlich ein Muß, aber es gibt auch Neues, z.B. einen Ausflug nach Locarno mit Auffahrt auf den Hausberg.
Die klare Sicht habe ich jetzt schon bestellt.

Borromäische Inseln

Weißer Pfau auf der Isola Bella



Colchester - leider verloren. Cambridge - genial!


Bevor Ihr nun vor Langeweile über meinen Bericht über Colchester den Blog verlasst, berichte ich vielleicht besser erst über Cambridge, das mich total fasziert hat.

Eingangstor zu einem der vielen Colleges

Was für eine Stadt! Abgesehen von den wunderbaren Einkaufsmöglichkeiten, was für mich ja auch immer wichtig ist (zu blöd nur, daß das Britische Pfund für uns momentan nicht so gut steht), herrscht hier eine wunderbare, alt-englische Atmosphäre, zum großenteil dank der fantastischen Collegegebäude. Man weiß gar nicht, welches nun schöner ist. Ein toller Bau jagt den nächsten. Hier das Christ College, da das St. John's College, und wie sie alle heißen. Hier hätte man studieren sollen, aber damals war ich ja zu feige, ins Ausland zu gehen und bin brav an der, nennen wir sie mal 'nicht ganz so hübeschen' Ruhr-Universität Bochum geblieben.
Cambridge, eine junge Stadt, wegen der vielen Studenten, mit altertümlichem Charme durch die Gebäude.

Mir spukt hier schon eine neue Reise im Kopf herum, bei der auf jeden Fall mindestens ein Tag hier verbracht wird. 

Colchester. Tja, Colchester, was soll ich sagen? Wo anfangen? Zusammen mit Birmingham gibt es nun eine zweite Stadt in meiner Sammlung, die mich überhaupt nicht interessiert. 
Liebe Stena Line! Seit Jahren schon habe ich mit Eurem Minitrip geliebäugelt, der eine Nachtüberfahrt von Hoek van Holland nach Harwich, mit Aufenthalt im nahe gelegenen Colchester und Rückreise auf selbem Wege anpreist. Gott sei Dank ist immer was dazwischen gekommen. Um hier die Dinge klarzustellen, das hat überhaupt nichts mit Stena Line zu tun, eine prima Reederei mit guten Schiffen und interessanten Programmen (aber eben nicht dieses). 
Auf jeden Fall wollte ich, inspiriert durch die Stena-Line-Reklame, unbedingt nach Colchester und habe dann auch noch gelesen "Britain's oldest recorded village", Stadtmauer etc. Wie vielversprechend sich das anhörte, und wie enttäuschend es dann für mich war. Viiiiel zu wenig alte Gebäude, ein kultureller Durchhänger mit Null Atmosphäre. Rein subjektiv natürlich, also könnt Ihr natürlich hinfahren und versuchen, mich vom Gegenteil zu überzeugen. Ich bin ja nicht das Maß aller Dinge, aber hier will ich nicht wieder hin.
Fotoausbeute? Null.

Ipswich hingegen hat mich eher in den Bann gezogen, denn hier findet man, umrandet von einer modernen Neustadt mit Industrie und Hafen, einen Altstadtkern, wo sich Tudor-Häuser, Georgianische und Viktorianische Häuse in einem wilden Mix in der Fußgängerzone aneinander reihen. Auch Fans von Kirchen kommen hier auf Ihre Kosten. Gut, es gibt hier kein Kathedralformat à la Salisbury, aber immerhin ein paar schöne Innenausstattungen.

St. Lawrence Kirche mit viktorianisch geschmücktem Turm



Alles in Allem für mich ein lohnenswerter Besuch, der sicherlich auch in eine zukünftige Reise mit eingebaut wird.
Außerdem, liebe shoppingbegeisterte Kundinnen: Es gibt einen gut sortierten Clarks Schuhladen (grins), eine nette White Stuff Filiale und mein Lieblingskaufhaus Debenhams. Leider auch den teuersten City-Parkplatz, mal abgesehen von Londoner Verhältnissen. Haben für 3 Stunden 12 Pfund berappt. 




Montag, 2. März 2015

Meteorologischer Frühlingsanfang in East Anglia

Ja, sorry, es geht schon wieder nach und um England. Aber Ihr seid ja auch Fans, genau wie ich. Stimmt's?
Heute, 1.3.2015, ist meteorologischer Frühlingsanfang. Habt Ihr das gewusst oder bin ich die einzige, die das noch nicht mitbekommen hat? Ich kenne nur den kalendarischen Frühlingsanfang am 21.3., und jetzt höre ich dauernd im Fernsehen, daß es wohl ganz wichtig zu wissen ist, daß der 1.3. der meteorologische Frühlingsanfang ist.
Was will uns das sagen?
Wir reisen also im Frühling nach England, nicht im Winter. Jawohl!!
East Anglia ist es diesmal, eine neue Ecke, die weder mein Hund, noch ich, noch mein Mann kennen (Ja, letzterer ist auch neu). Ein weißer Fleck in unserer Großbritanniensammlung. Es ist die Region nordöstlich von London, zwischen Colchester und Cambridge. 
Übrigens, was soll ich sagen, wir haben mal wieder strahlenden Sonnenschein! Und das in dem Land, wo es doch eigentlich dauernd regnet, sagt man.
   Der Beweis!
Dieser Himmel könnte überall sein? Ihr habt Recht, also hier ein weiterer Beweis:

Diese Aufnahme entstand rein zufällig, weil wir uns -rein zufällig auch - an einem Tesco Supermarkt befanden. Und wenn man da schon mal ist, dann wird auch rasch was eingekauft, das Nötigste halt zum Überleben in den nächsten Tagen. Wir wollen selber kochen, denn das Cottage hat eine Traumküche, aber ich weiß schon, der erste Pub, der uns mit 'homemade' und 'award winning food' anlächelt, wird sowieso geentert.
Für heute soll aber ein eben geshoppter Lachs in der Pfanne landen.

Unser Cottage heißt Ramson Lodge und liegt bei Wakes Colne. Keine Sorge, das muß man nicht kennen, es hat gefühlte 5 Häuser und einen Pub. 


Mein Hund ist glücklich und hat sofort die Terrasse für sich erobert. Nach einigen Stunden schon verteidigt Sie unser Territorium, und sie hat wirklich, nach vielen, vielen Jahren mal wieder gebellt. Sie kann es also doch, oder noch. Ihr erklärter Feind ist ein Schnauzer auf dem Nachbargrundstück.


Ein Traumhaus auch für alle anderen Hundebesitzer. Diesen Satz poste ich hier mit einem speziellen Gruß an meine Kunden, Eheleute H. mit Labrador Sam.
Sam, nächstes Jahr muß das Deine Terrasse werden.

Den Städten im Umland widme ich den nächsten Post. Auf jeden Fall kann ich sagen, daß es sich lohnt, hierher zu fahren. Eine Woche in dieser Lodge kann man gut kombinieren mit z. B. 3 Nächten in London, denn das ist nur eine Stunde entfernt. Aber Vorschläge dafür könnt Ihr bei mir im Reisebüro einholen.
Bis dann...




Ab durch die Hecke zum Traumhotel nach S.

Nachdem uns Plymouth nicht haben wollte, oder genauer gesagt, wir wollten Plymouth nicht, war in South Brent ein Ersatz gefunden. Für eine ...