Donnerstag, 13. November 2014

Good old England - wohin gehst Du?


Schon etwas länger her, aber ich muß es nochmal wieder rauskramen.
Auf einer Tour durch Südengland hatte ich ein Hotel in Eastbourne mit - ACHTUNG, TROMMELWIRBEL!!!! modernem Bad!
Ich erzähle ja auf jeder meiner Englandrundreisen, daß ich höchst enttäuscht bin, wenn ich im Hotelzimmer die Badezimmertür öffne und eine Mischbatterie entdecke. Das ist nicht England! Hier hat man seit eh und je zwei Wasserhähne, die so kurz sind und so am Waschbecken angebracht sind, daß man normal große Hände nicht unter den Wasserstrahl bekommt, und außerdem ist das heiße Wasser sowas von heiß, es steht auch manchmal extra ein Warnhinweis dran (very hot), daß man Verbrennungen davontragen könnte.
Aber das war halt schon immer so und wird, typisch britisch, noch viele Jahre so halten.
Als Großbritannienfan gewöhnt man sich bald daran und findet es irgendwann schön.
Und dann kommt man in ein Badezimmer mit Mischbatterie und ist 'not amused', gar geschockt!

Good old England, was ist aus Dir geworden? Was kommt denn bitte als Nächstes? Clotted cream ohne Sahne, da sonst zu kalorienreich? Fish&Chips ohne Pannade, da zu fett?
Europäischer Fensterstandard mit Fenstern zum Aufmachen nach innen? Ohne Gefahr, sich die Finger zu klemmen oder exekutiert zu werden?
Ich fasse es nicht, die Mischbatterie irritiert mich und ich überlege, mich nicht zu waschen.
Na dann, Prost Mahlzeit!
Ein Sandwich mit Rand. Na ja, die Mühe, den traditionsbewusst abzuschneiden, macht sich sicher nur noch Prinz Charles. 

Auch der Hund braucht Kultur

Einfach nur so im Wald spazieren gehen? Ist nicht das Ding meiner Hunde. Sie sind eh nicht mehr so gut zu Fuß, daher fahren wir zu jeder Sehenswürdigkeit und genießen dann, wo es geht, eine schöne Aussicht.
Und viele Gebiete kennen die beiden schon in- und auswendig, aber von Sterling kannten sie nur die Innenstadt und nicht die Burg.

Und von Ballachulish am Ende des Tals von Glencoe war ihnen die schöne alte Brücke noch unbekannt. Auch von hier - zumindest aus Hundegröße - eine sehr schöne Aussicht über einen Bach.

Mittwoch, 12. November 2014

Königliche Luft atmen

Habe die außer Dienst gestellte königliche Yacht BRITANNIA besichtigt. War mir GBP 12,75 wert, um mal über die Decks zu spazieren, auf denen auch schon die Königin von England herumgelaufen ist, sorry, promenierte. 

Der Salon, in den sich die königliche Familie zurückziehen konnte. Geblümte Sessel also auf edlem Perserteppich. 
Elizabeths Schlafkabine. Stoffe selbst ausgesucht, also sie natürlich, so wie sie auch auf das gesamte Interieur Einfluß genommen hat. Alles nach ihrem persönlichen Geschmack, und ich muß sagen, daß ich so manches Hotel schon ähnlich dekoriert gesehen habe. 
Ach ja, und dann war ich noch auf der royalen Toilette. Man weiß ja, daß ich manchmal schrullige Ideen habe, und daher habe ich auch hier ein Foto gemacht. 
Und noch ein ACH JA: interessant auch die Honeymoon Suite, in der Charles und Diana ihre Flitterwochen verbracht haben. Na ja, zumindest die Nächte und vielleicht einige Stunden auch am Tag. Das ist aber mal wirklich ein sehr schmales Doppelbett, auch für Frischverliebte. Vielleicht gab es da schon die ersten Rangeleien? Who knows?

Und Jutta, dieses Foto, ganz unabhängig von Schiff, Queen und Dekoration, habe ich für Dich gemacht.




I proudly present: meine Co-Autorin

Ab sofort (oder auch vielleicht irgendwann...) habe ich eine Co-Autorin. Lina, mein Azubi, hat auch einige Touren mit mir mitgemacht und wird ein wenig darüber berichten. Ich hoffe, daß recht bald was aus Ihrem Kopf in die Feder und auf diesen Blog fließt. 
Auch der Azubi-Alltag im Reisebüro könnte dabei mit einfließen. Seien wir gespannt.
    Hier sind wir in London, noch feixend, aber da ist auch etwas Spannendes 
   passiert.


Applepie To Go

Hallo, liebe Besucher von Gabis Blog,
this is the pen speaking...

Für alle, die mich unter dem Namen noch nicht kennen: ich bin Lina Eppa und Gabis Azubi.
Der Name "Pen" wurde mir auf der Südenglandfahrt im Mai gegeben, weil Marek mich immer Gabis Stift genannt hat, was im englischen dann zu Pen führte.
Seitdem trage ich diesen Namen mit Stolz und werde gerne damit angesprochen.

Nun hat Gabi mich gebeten, diesem Blog auch etwas hinzuzufügen, was ich natürlich gerne mache.
Aber wo fange ich an? Viel ist passiert auf den Fahrten, auf denen ich bis jetzt mit war. Es gab Tränen vor Lachen und Tränen vor Schock, dramatische Rettungsaktionen aus französischen Toiletten und dröges Shoppen beim Herrenausstatter.
Aber von all den Dingen, die passiert sind, ist es wohl die folgende Geschichte, die bei mir für immer in Erinnerungen bleiben wird:

Es war die Fahrt suf die Kanalinseln im August und wir waren an diesem Tag auf Guernsey in unserem sehr komfortablen (*hust hust*) Bus auf der Inselrundfahrt unterwegs.
Es hatte schon seine Gründe, dass wir unseren Bus nicht mit auf die Inseln nehmen durften, denn die Straßen da sind ziemlich eng und die Busse daran angepasst.
So tuckerten wir also alle Mann in unserer Sardinenbüchse über die Insel, genossen die Aussicht und kamen uns wortwörtlich näher. In der letzten Reihe hatten wir schon herausgefunden, dass, wenn man sich untereinander einhakt, man einiges an Platz gewinnt, und so verbrachten wir also die Fahrt in Schunkel-Haltung.
Nun aber zum lustigen Teil der Geschichte:
Irgendwann, um die Mittagszeit herum, konnten wir unseren Guide dazu überreden, eine Mittagessenpause einzubauen, was er uns dann zähneknirschend gewährte.
Wir fuhren also zu einem kleinen Restaurant, irgendwo in der Pampa, wo es eine Auswahl an Sandwiches, Kuchen, Salaten und allem möglichen gab.
Gabi und ich stellten uns mit unserer Auswahl an der Kasse hinter Frau S. an, die sich gerade das letzte Stück Apfelkuchen ergattert hatte. Unglücklicherweise hatte dieser jedoch andere Pläne und wollte seinen Lebtag nicht gegessener Weise beenden und machte deshalb die mutige Entscheidung, sich mit Würde zu verabschieden und sein Leben selbst zu beenden, indem er sich, samt Teller, vom Tablett warf.
Der Teller knallte auf den Boden, ich dachte mir nur: "Neein, der gute Kuchen!!", und wollte mich gerade aufmachen die Überreste vom Boden aufzusammeln, als mir auffiel, dass es gar nichts aufzusammeln gab. Lediglich der Teller und ein paar Krümmel lagen auf dem Boden und weinten leise vor sich hin. Vom Kuchen weit und breit nichts zu sehen. Verwirrung brach aus. In meinem Kopf spielten sich die verrücktesten Szenarien ab: Außerirdische haben die Zeit angehalten und den Kuchen geklaut, ein Fehler in der Matrix, Gedankenmanipulation; ich hatte genug Bücher gelesen, um zu wissen, dass das nicht gut enden konnte! Innerlich hatte ich mich schon auf alles gefasst gemacht.
Die Lösung war indes noch viel unwahrscheinlicher: Der Kuchen war in die Handtasche von Frau S. geflogen, die sie am Arm hängen hatte.
Das Küchenpersonal und sämtliche Gäste, die drumherum standen, lagen am Boden vor Lachen, und Frau S. legte noch einen drauf, indem sie den Kuchen wieder auf's Tablett legte und sagte: "Och, wie praktisch! Dann kann ich den ja sogar noch essen!"
 



Foto

Montag, 10. November 2014

Orange Schafe! Der Beweis!!!

Schottland, November, also kein 1. April, auf dem Weg ins Tal von Glencoe: linke Seite auf der Wiese - orange Schafe!!!
Kein Scherz! Ich konnte nicht fotografieren, musste ja fahren, und eine Haltemöglichkeit gab es auf der kurvigen Straße nicht.
Das waren nicht diese üblichen Farbflecken, mit denen die Besitzer ihre Tiere markieren. Diese hier hatten durch und durch orangenes Fell.
Die Lösung ist aber, daß sie wirklich eingefärbt werden. Ihre Besitzer sind es nämlich leid, daß ihnen ständig Schafe geklaut werden. So ein extrem auffallendes Wollknäuel zu stehlen, traut sich keiner so einfach, denn es würde sofort auffallen. Und die rückläufigen Zahlen beim Tierklau belegen, daß die Rechnung  aufgeht.
Vielleicht sehe ich morgen nochmal solche Tiere, dann kommen sie auf die Linse, und Ihr könnt sie hier bestaunen.
Als Entschädigung hier ein Bild aus Glencoe:

Und eines von meinem Rückweg entlang dem Loch Leven:

Fazit des Folgetages: kein oranges Schaf gefunden :( 

Fazit des noch-ein-Folgetages: es ist gebannt!!! Auf diese Mattscheibe. Voilà, das orange Schaf (Lina überlegt, ob es 'orangenes' Schaf heißt, aber ist mir jetzt egal). Hier ist es nun:



Sonntag, 9. November 2014

Schottland im November

"Oh, it is a horrible time to visit Scotland in November", schrieb meine Brieffreundin Roberta aus Schottland, als ich ihr mitteilte, daß ich im November ein Ferienhaus am Loch Tay mieten würde.  
Das ist mir doch sowas von egal, dachte ich mir. Hauptsache raus, Urlaub, Ruhe und Zeit für meine Hunde in wunderbarer Natur.
Loch Tay

Also, ab in die Highlands, wo ich übrigens herrliches Wetter antraf. Unter herrlichem Wetter ist natürlich im November keine Wärme zu verstehen, ist mal klar, aber blauer Himmel, schöne kühle Luft zum Durchschnaufen und soviel Sonne, daß ich meine Sonnenbrille rauskramen musste.
    Kathedralruine St. Andrews

Ein paar diesige Tage waren auch dabei, die aber das Land in ein geheimnisvolles Licht tauchten.

    Schafe im Abendlicht im Glen of Quaich

Mains of Taymouth Estate in Kenmore ist eine absolut empfehlenswerte Ferienhausanlage mit sehr komfortabel ausgestatteten Cottages in verschiedenen Größen, und tatsächlich auch mal einige für maximal 2 Personen. Üblicherweise bekommt man immer so große Häuser, daß man sich nicht entscheiden kann, in welchem von den gefühlten 6 Schlafzimmern man denn nächtigen soll.

    Aussicht aus dem "Maxwell cottage Nr. 14"

Da auf meinen Rundreisen immer Kultur und Natur ansteht, ist im Urlaub ausschließlich Natur angesagt, abgerundet durch meine geliebten Shoppingbummel. 
In Edinburgh wollte ich eigentlich in Ruhe die Aussicht vom Burgberg genießen, fand jedoch vorher meinen Lieblingsshop "White Stuff" in dem schönen Georgianischen Viertel und ließ mich dort bestimmt eine gute Stunde aus. 
Ich hatte aber so etwas auch noch nie gesehen und erfuhr, daß dieser Laden wohl das Flaggschiff der Bekleidungskette ist. Es war wie ein Museum, und ich werde auf jeden Fall mit interessierten Damen meiner nächsten Schottlandgruppe dorthin gehen.
Überall gab es Kuriositäten zu sehen - ein echtes Erlebnis! Am skurrilsten waren allerdings die Umkleidekabinen. Ich wurde in einen Schrank geleitet, wo man die Sachen, die ich probieren wollte, schon deponiert hatte. Die Schranktür wurde geöffnet, und ich befand mich dahinter in einem Badezimmer. 
Als mich die Verkäuferin noch fragte, ob das ok für mich wäre, dachte ich beim Anblick der Toilette, daß vielleicht die anderen Kabinen besetzt und dies eine Notlösung war.
Man kann sich vorstellen, daß ich natürlich als erstes probierte, ob der Toilettendeckel hochklappbar und somit echt war. Ging nicht, also nur Dekoration, und in dem Moment begann ich, das Ambiente toll zu finden. 

    Gang mit Umkleidekabinen rechts und links, getarnt als Schränke

Dann fand ich heraus, daß alle anderen Kabinen ebenfalls als Schränke getarnt waren und jeweils dahinter ein ganz besonderer Umkleideraum war. Ein Dschungel, ein Kinderzimmer, eine Puppenstube, ein Gartenhaus.....
 

Zur kulturellen Ehrenrettung hier allerdings auch noch ein Foto vom georgianischen Viertel Richtung Edinburgh Castle.
P.S. Edinburgh: ich hatte meine Parkzeit um 3 Minuten überschritten, sah im Dauerlauf zurück noch den Ordnungshüter dort herumlaufen, aber er hatte das Knöllchen schon an meine Windschutzscheibe gepappt. Ihr dürft mal raten, was das kostet. 
GBP (britische Pfund) 60,-!!!! Sechzig!!!
Ich war einem Ohnmachtsanfall nahe, wie man sich denken kann. Ich bat noch um Rücknahme des Tickets mit dem Angebot, sogar eine Stunde nachzuberappen, aber es war nichts mehr zu machen.
Ich werde Einspruch erheben  und das nicht bezahlen. Ich war Tourist, das erste Mal hier und habe mich verlaufen (arrrgg!!)

Zurück im beschaulichen Kenmore habe ich dann für den nächsten Mittag einen Tisch reserviert, um im ältesten Inn Schottlands fürstlich zu speisen. Wer möglicherweise um ein 60,- Pfund-Ticket nicht herumkommt, der kann auch hier essen gehen. BASTA!!!

Der nächste Morgen ist recht neblig, aber schön. Hier einige Impressionen von Kenmore und Loch Tay:


Diesen Tag verbringt man am besten irgendwo drinnen, wo es gemütlich ist, z. B. in der Bar innerhalb der Anlage.
Und isst eine Kleinigkeit
In guter Gesellschaft

Uups, sorry, nicht die, sondern die:

Und wenn man dann nochmal nach Edinburgh fährt, weil man meint, ganz ohne Kultur ginge es doch nicht und lässt sich von seiner Brieffreundin höflich zwingen (I must kindly urge you), das Museum von Schottland anzusehen, dann kann ich nun doch noch mit ein paar netten Impressionen aufwarten.






Ab durch die Hecke zum Traumhotel nach S.

Nachdem uns Plymouth nicht haben wollte, oder genauer gesagt, wir wollten Plymouth nicht, war in South Brent ein Ersatz gefunden. Für eine ...