Sonntag, 17. Mai 2015

Gefallenes Mädchen in Gent

Auf einem Stadtrundgang in Gent gibt es viele interessante Bauwerke und Winkel zu sehen. Die St. Bavo-Kathedrale beherbergt den berühmten "Genter Altar", ein Meisterwerk von van Eyck.
 
St.-Bavo-Kathedrale - ein Stilgemisch von Gotik bis Rokoko
Es hat ein wenig gedauert, bis auch die letzte von uns Damen gelernt hat, daß es tatsächlich auch Heilige gibt, die nicht Martin, Peter oder Franziskus heißen, sondern einen solch fremden Namen wie "BAVO" haben. Na b(r)avo, wieder was Neues gelernt.
Ein wohlhabender Mensch, großzügig zu allen, wendet angeblich eine Pest von der Stadt ab und - ZACK - heilig!
Sehr schön in der Stadt noch die einzelnen Zunfthäuser, die Festung Gravensteen oder auch der Turm der Tuchmacherhalle.
Nach zwei Stunden Kultur pur gibt es wieder Freizeit, und hier kann leider so einiges passieren. Da macht man eigentlich gar nichts besonderes, geht nur schlicht und einfach essen (es war übrigens "Food Festival" an diesem Wochenende - super Atmosphäre und viele leckere Sachen zum Probieren) und übersieht eine Stufe im Lokal.
Passiert ist das der lieben Brunhilde, das arme Tucktuck.
Ich stehe gerade in einem Laden und ringe mit mir, eine Jeans anzuprobieren, da wird mir mittels Telefonanruf die Entscheidung abgenommen. Das Hotel ist dran und teilt mir mit, eine Gerlinde aus meiner Gruppe wäre gestürzt, sie hätten ihr Eis aufgelegt, ich solle kommen.
Auf dem Weg dahin denke ich noch, daß es bestimmt eine Dame aus einer anderen Gruppe ist, denn eine Gerlinde gibt es bei uns gar nicht.
Aber leider hat die Rezeption nur den Namen falsch verstanden. Tatsächlich hat sich eine von meinen "Meisjes" die Hand gebrochen. So ein Mist!!!
Gebrochen und auch noch verschoben. Ein armer Arm.
Ab ins Krankenhaus. Ich kenne jetzt schon einige in Europa. Sankt Lucas in Gent ist riesig, und es wird noch angebaut, so daß wir eine kleine Odyssee hinter uns haben als wir endlich in der Notaufnahme ankommen. Das heißt da "Spoedgevallen" und bringt mir keine Parallele zur auch germanischen deutschen Sprache ins Gehirn.
Die leise Hoffnung auf eine Verstaucheung wird uns sofort von der Schwester an der Pforte genommen. Der Arm ist nicht nur gebrochen, sondern auch verschoben und muß zu Hause zügig operiert werden. Mit einem Gips geht es zurück ins Hotel, wo die tapfere Brunhilde bereits erwartet wird. 
Ich glaube, das einzige, was unsere Patientin noch ein wenig aufgebaut hat ist, daß sie das leckere Abendessen im Hotel nicht verpasst. Es schmeckt auch diesmal hervorragend, neuerliches großes Lob an den Novotel-Koch. Ist es ein Zufall, oder hat er gewusst, daß eine von uns heute abend nicht gut mit Messer und Gabel umgehen kann? Es gibt Melone mit Schinken als Vorspeise, und die Melone ist bereits in mundgerechte Stückchen geschnitten.
Gute Besserung von mir an dieser Stelle noch einmal an mein tapferes "Meisje".
 

Brügge: Pralinen satt, Prozession eher mager

Der Tag, der für Brügge vorgesehen ist, kommt ein wenig bedeckt daher.
Auf unserem Programm steht zunächst der Badeort Knokke-Heist, weil wir nun mal in der Nähe des Meeres sind und dann auch einen ordentlichen Hub Nordseeluft schnuppern wollen. 
Nach all den idyllischen kleinen Häuschen kommen die Küstenwohnblocks eher schockierend daher. Einzig die Aussicht, die ein Besitzer einer solchen Wohnung wohl hat, kann toll sein. 
Wie immer müssen wir als erstes eine Toilette suchen. Am Strand gibt's eine, für die wir, sparfuchsig wie wir manchmal sind, nur einmal € 0,50 zahlen und uns dann die Klinke in die Hand geben wollen.
Problem: Die maximale Nutzungsdauer des WC beträgt 15 Minuten, und der ganze Raum wird nach jedem Besuch komplett von oben ausgeduscht. Große Gefahr also für alle Nachkömmlinge, ordentlich naß zu werden. Und was passiert eigentlich, wenn die 15 Minuten um sind? Wird man eingesperrt? Wir werden es nie erfahren.....
Knokke-Heist präsentiert sich mit einem ganz feinen, breiten Sandstrand, Gastronomie jeglicher Art und einer wirklich ansprechenden Shoppingmeile.
Und hier scheint noch gut die Sonne. Zeit zum Genießen.
Dann weiter nach Brügge, wo heute die berühmte Heilig-Blut-Prozession stattfinden soll. Gefühlte 100 Busse stehen auch schon auf dem Parkplatz als wir ankommen. Na, das dürfte ja ein schönes Gedränge werden.
Wir machen vorab einen kleinen Stadtrundgang mit Besichtigung des wunderschönen Beginenhofes, der Liebfrauenkirche, dem Marktplatz, der Burg und den kleinen Gotteshäuschen. Das war vor Jahrhunderten eine Art sozialer Wohnungsbau. Damals für die Menschen eine große Hilfe, um ein Dach über dem Kopf zu haben, heute für uns einfach sehr schön anzusehen mit dem kleinen Innenhof und den weiß getünchten Häusern.
Brügge
Auf unserem Weg kommt uns schon eine Kapelle entgegen, und wir sind ganz gespannt auf die Prozession. Seit dem 14. Jh. bereits gibt es diese jedes Jahr an Himmelfahrt. Die aus dem Heiligen Land nach Brügge gelangte Reliquie, ein Blutstropfen Christi, wird feierlich mit einem kompletten schauspielerischen Rahmenprogramm durch die Straßen getragen.
Am Burgplatz angekommen machen wir einen Abstecher in die Oberkirche der Heilig-Blut-Basilika, und eigentlich wundert mich, daß dies so ohne Andrang möglich ist. Also erkundige ich mich einfach mal bei einem Aufseher, wann denn letztlich die Prozession zu Ende sein wird, und der sagt mir doch glatt, sie wäre abgesagt, weil Regen angesagt ist.
Großes Geraune und Enttäuschung in meiner Gruppe, mit Bemerkungen wie "die sind aber überhaupt nicht abgehärtet".
Wir verteilen uns zwanglos in der Stadt zum "irgendwas machen", und durch einen Zufall sehe ich in einer der Straßen dann einige Priester, die doch tatsächlich die Reliquie tragen. Na ja, prinzipiell muß sie ja nun zurück in die Basilika, das ist mal klar. Und daß man ein so wertvolles Objekt nicht einfach unter den Arm klemmt und damit durch die Straßen rennt, ist irgendwie auch klar.
Somit habe ich ja noch Glück gehabt, einen minikleinen Teil der Prozession erlebt zu haben.
 
Da kommt doch noch die Reliquie durch die Straßen

Da ist das wertvolle Objekt
Fazit: Prozession eigentlich gleich null, dafür Schokolade und Pralinen satt. Die ganze Stadt ist voll von Schokoladengeschäften, von denen ich hier einige Impressionen zeigen möchte. Da bekommt man schon vom Hinsehen Appetit.
Diese herrlichen Schokoerdbeeren gönnen sich einige meiner Damen stilecht zum Sekt im Bus
Schuhe zum "Dahinschmelzen". Traum aller Frauen, aber tatsächlich aus Schokolade
Trotzdem war alles schön in Brügge, denn es ist einfach eine traumhafte Stadt. Egal, ob voller Touristen, das spielt einfach keine Rolle. Und der Regen hat uns dann einfach auch nur ganz zum Schluß erwischt.
Ab zurück nach Gent - Maria muß ja schließlich ihren Job in der Bar antreten :-).
Last, but not least, sei erwähnt, daß man munkelt, es hätte noch die eine oder andere Zimmerparty gegeben. Ich glaube, die berüchtigtste Zimmernummer war die 102.


Donnerstag, 14. Mai 2015

Die lustigen Frauen von Flandern

Ein Bus voller Frauen. Armer Marek (für alle 'Neulinge' auf meinem Blog, das ist unser Busfahrer).
Ziel: Flandern. Antwerpen, Gent und Brügge, mit Abstecher nach Lier und zur Küste nach Knokke-Heist. Wohnort ist Gent, eine wirklich attraktive Stadt und idealer Ausgangspunkt für unser Programm.
Blick aus dem Zimmerfenster im Novotel Gent
Das liegt nun wirklich absolut zentral, man fällt sozusagen ins Geschehen. Nach einem lobenswert schmackhaften Abendessen lockte noch das quirlige, junge Leben in der Altstadt. Es ist eine junge Stadt aufgrund der zahlreichen Studenten. Maria und Freundinnen eroberten eine Bar und probierten einige Sorten der an die 1000 belgischen Biersorten. Na ja, natürlich wirklich nur einen minimalen Bruchteil davon, aber es genügte, daß sich Maria um die dort frei gewordene Stelle als Kellnerin bewarb.
Wie immer war die Fahrt mit dieser Frauentruppe an Geselligkeit und guter Laune kaum zu übertreffen. 
Über einige Ausflüge berichte ich Euch in separaten Posts. Wir haben so einiges erlebt.
Und hier nun - I proudly present: einige der lustigen Frauen von Flandern. Vielen Dank, Brigitta, für die Fotos, und ich hoffe, Du hast die anderen auch darauf vorbereitet, daß sie nun hier von der Internetseite herunterstrahlen.
Am Strand von Knokke-Heist
Und, alle Achtung, ihr seid auch den Belfried in Gent raufgeklettert. Oder gab es da einen Aufzug?
Also, jetzt mal ehrlich sein......




Sonntag, 10. Mai 2015

Neapel sehen und sterben, aber erst noch nach Capri

Neapel stand nur insofern auf unserem Programm, als daß wir es durchfuhren, um den Hafen zu erreichen. Hier sollten ja einige Frauen verkauft....., ach nein, falsch, hier wollten wir eine Fähre nach Capri nehmen.
Neapel wird sicher auch seine interessanten Ecken haben, aber die sollten einem dann auf einer anderen Reise eine gute Stadtführung eröffnen. Beim An- und Durchfahren allein scheinen mir diese nicht so offensichtlich. 
Aber ich will nicht ungerecht sein und vorschnell urteilen, denn ich bin ja unwissend, da ich die Stadt noch nicht besichtigt habe. 
Ein paar Fotos lasse ich meine Eindrücke wiedergeben:

Linienbus in Neapel


Wohnhaus an der Küstenstraße


Castelnuovo

Unser Busfahrer war 'beeindruckt' von der Fahrweise in dieser Stadt, aber er hat ja keine Probleme, sich extrem schnell anzupassen. Rom ist verkehrstechnisch gegen diese Stadt ein Waisenknabe.



LKW schneidet unseren Bus gnadenlos

An jeder roten Ampel (sofern da überhaupt mal einer stehen bleibt) bekommt man einen Spezialservice. Entweder wirft einem jemand eine Familienpackung Papiertaschentücher vor die Windschutzscheibe (Kommentar im Bus: da ist bestimmt 'Stoff' drin), oder es wird einem die Windschutzscheibe gewaschen, oh, sorry, korrekt müsste es heißen, verschmiert, denn man hat ja nicht viel Zeit.
Wir wollten allerdings unsere weitgereisten Fliegen gern noch behalten und winkten dankend ab.
Die Taschentücher hätte ich allerdings gut brauchen können bei meinem Schnupfen. Meine 6 Pakete waren nämlich schon aufgebraucht.

Ein schöner Anblick dann am Hafen: Kreuzfahrtschiffe! AIDAblu, ein Norwegian Cruise Liner und eine MSC-Schönheit zierten die Mole Beverello, wo auch wir hinmussten.


AIDA und NCL auf Mittelmeerkreuzfahrt

Die recht unruhige Überfahrt nach Capri möchten nun sicherlich die wenigsten von uns hier detailliert beschrieben wissen. Ich lasse es auch und erwähne nur kurz, daß wir halt irgendwann da waren....
Nachdem es auch bei mir, der Super-Seetauglichen, eine zeitlang gedauert hat, bis ich eingesehen habe, daß die Insel unter mir nicht schwankt, war alles wieder wunderschön.
Gutes Wetter, herrliche Aussichten von Anacapri und der Villa San Michele aus. 
Und es tut mir leid für alle, die sich auch auf der Busfahrt dort hinauf über die Serpentinen immer noch wie auf dem Schiff fühlten und sich das dort erlebte noch einmal 'durch den Kopf gehen ließen'.


Blick von Anacapri aus

Aber schön war's halt doch, oder? 


Capri - Überblick

Blick von der Villa San Michele aus, Wohn- und Wirkungsstätte des schwedischen Arztes Axel Munthe. Ich bin froh, daß nach einer Diskussionsrunde mit einigen Gästen die wenigsten wussten, wer das ist bzw. war. Ich wusste es auch nur, weil mir davon schon mehrfach auf Capri berichtet wurde, aber beim ersten Besuch kam ich mir komisch vor. Der Reiseleiter erwähnte diesen Namen und alle nickten wissend, ja, ja, Axel Munthe, klar, der berühmte Arzt, den kennt jeder. Nur Gabi nicht.
Jetzt kenne ich ihn aber, und zwar besser in Form von O.W. Fischer als Darsteller im Film von 1962. 
Aber bitte, jetzt nochmal ehrlich, 1962!!!! Da wurde ich gerade geboren.


Capri-Cat






Capri-Dog

Die Rückfahrt mit der Fähre war übrigens sehr harmlos. Man konnte sich sogar gefahrlos unterhalten. 








Verloren in Pompei: Brigitte und Gabi allein zwischen Trümmern

Pompei und Herkulaneum, die beiden beim Vesuvausbruch im Jahre 79 verschütteten Städte, regen meine Fantasie an. Man läuft hindurch, sieht Straßen und Häuserzeilen, kann in einige gut erhaltene Häuser auch hinein gehen und versucht, sich vorzustellen, wie die Menschen damals völlig unvorbereitet in der Lava und Asche vergraben wurden. 5 m Ascheschicht z. B. in Herkulaneum. 
Unvorstellbar!!
Häuserzeilen in Pompei
Und Pompei war unwahrscheinlich groß und bevölkerungsreich. Viel Verkehr, der durchaus damals schon geregelt werden musste. So gab es tatsächlich schon "Zebrastreifen", damit die Fußgänger sicher und auch trockenen Fusses die Straße überqueren konnten. Übrigens fallen die extrem hohen Bordsteine auf.

Antiker Zebrastreifen. Riefen in der Straße von den Wagen, deren Radabstand passend zum Zebrastreifen war.
Gipsabdruck eines Verschütteten
Gruselfaktor kommt auf wenn man sich die Formen von Menschen ansieht, die gerade so da versteinert liegen, wie sie vom Vulkan 'überrollt' wurden. Es sind hier natürlich ausgegossene Formen, denn die menschlichen Überreste waren in Lava eingeschlossen und haben dort später Höhlen in Form ihrer Körperhaltung ergeben, die man dann mit Gips ausgegossen und ausgestellt hat.
Puh! Kopfkino pur!

Und wieder ereilt mich das Phänomen 'Gruppe ist nur langsam, wenn ich dabei bin'. Schnell zur Toilette gehen und meinen, man kann leicht den Anschluß halten, Fehlanzeige.
Doch diesmal war ich nicht allein. Zusammen mit Brigitte suchte ich meine Gruppe. Weit konnte sie ja nicht sein, aber hier wurde wieder mal klar, wie groß und verwinkelt Pompei war. Kein Dortmunder Tourist weit und breit. Wir waren einsam und verloren in einer verschütteten Stadt. 
Na ja, ok, gefühlte 500 andere Touristen waren schon noch da, aber die wollten wir ja nicht.


Da unser Busfahrer ohnehin angedroht hat, uns Frauen in Neapel am Hafen zu verkaufen, weil er meinte, ein gutes Geschäft machen zu können ( der hat ja keine Ahnung!!), war's eigentlich auch egal, ob wir jetzt und hier oder morgen die Gruppe verlassen würden. 
Aber als wir gerade Pläne machten, wie wir hier leben wollten, da waren sie wieder da. Und wir konnten doch noch zusammen nach Neapel. Aber dazu morgen mehr.




Sonntag, 3. Mai 2015

Il Mezzogiorno - Teil 2


Paestum - Tempelanlage


Paestum. Die Sonne brennt. Die Frisur hält leider schon um 11 h nicht mehr. Es ist heiß, mir kommt es vor wie Hochsommer. Eidechsen vergnügen sich quietschbeweglich durch die Trümmer und flitzen von Tempel zu Tempel. Du meine Güte, die haben ein Besichtigungstempo drauf! 

Echse analysiert Farbflecken auf Tempelboden
Das bringt mich auf die Tatsache, daß die Tempel von Paestum in der Antike weiß angestrichene Säulen hatten und die Friese in bleu und rosa leuchteten. Das kann man auf einem Bild im Museum sehen, und es wirkt komisch auf mich, so unwirklich, wie aus Plastik. Und vor allem war ich immer der Meinung, solch eine Farbmischung hat man doch erst wesentlich später 'anrühren' gelernt.
Nun ja, wer solche langlebigen Säulen mit simplen Gerätschaften aufstellen konnte (3000Jahre alt, bitte schön), der konnte wahrscheinlich auch Pastellfarben anrühren


Herrliche Pflanzen
Ich bin wirklich kein Museumsfan, aber hier war es schön, vor allem, weil ich mich von einer allergischen Niesattacke erholen konnte. Welche Pflanze war denn dafür verantwortlich? Etwa dieser wunderbar lila blühende Judasbaum (siehe Bild oben)? Man sieht ihn hier überall im Süden, und er rahmt in Paestum wunderbar die Bilder mit den Tempelruinen ein.
Fazit: Paestum ist einen Besuch wert. Man staunt an jeder Ecke, wie gut einige Tempel noch erhalten sind, oder auch das Amphitheater. Es ist ein idyllisches Plätzchen.

Leider liegen aber Freud und Leid im Mezzogiorno dicht beieinander. Oder sollte ich besser sagen: Idylle und Müll?
Auf dem Weg vom Hotel zur Ausgrabungsstätte liegt überall Müll. Tüten, Essensreste, Kühlschränke, das volle Entsorgungsprogramm. Man hat ja schon von Neapel, dem Müllproblem und der Mafia gehört. Wie es dann live aussieht, kann man hier unten auch erleben. 

Baustelle an der Küstenstraße
Den Müll fotografieren mochte ich nicht so gern, aber hier, diese enorm professionelle Baustellensicherung war auch nicht schlecht. Lag übrigens hinter einer scharfen Kurve. Ankündigung vor der Kurve nicht nötig, Ihr versteht....

Gäste, die diesen freien Tag statt in den Ausgrabungen am Strand verbracht haben, berichten, daß der Abschnitt der von unserem Hotel verwaltet wurde, sehr sauber und attraktiv war. Mit Schirmen, Liegen und Gastronomie. 
Doch keine 100 m weiter bietet der Strand ein Bild des Grauens. Wieder überall Müll.
Ich werde mich gleich mal umsehen, welcher deutscher Reiseveranstalter diese Destination im Urlaubsprogramm hat. Ich glaube, keiner. 
Ein gutes Hotel allein, mit eigenem Strandabschnitt, genügt halt nicht für einen schönen Urlaub. Für uns als Rundreisende allerdings ein idealer Standort. Und das Hotel Best Western Esplanade möchte ich hier wirklich lobend erwähnen, denn wohnen, essen und Service waren sehr angenehm. Selbst die Zimmer zur Straße stellen bei der schwach befahrenen Straße kein Problem dar. Da ist das aufgewühlte Meer tatsächlich lauter als alles andere. 


Osterdeko - hält noch Ende April
Ostern war in unserem Hotel übrigens irgendwie noch nicht vorbei, aber die Deko war auch erhaltenswert schön.

Morgen geht es weiter mit Ausgrabungen: Pompei und Herkulaneum. Aber dazu mehr im nächsten Post.




Il Mezzogiorno - eine Reise durch Süditalien, Teil 1

Zugegeben, es sind rund 1900 km von Dortmund nach Paestum, aber die kann man sich sehr angenehm gestalten, denn, wie immer bei unseren Reisen, ist der Weg das Ziel.
So war unser erstes Highlight nach einer Zwischenübernachtung Assisi in Umbrien.
Bei Sonnenschein und 20 Grad besichtigten wir die Stadt des heiligen Franziskus. Dieses Wetter hatten wir natürlich auch gebucht (irgendwie klappt's fast immer).
Ein Mönch konnte am Ende der Führung noch ausgefragt werden, was einige interessante Neuigkeiten ans Licht brachte. Es ging unter anderem um die Anzahl und Bedeutung der Knoten am Gürtel der Kutte.
Immer wieder auftauchende Frage an diesem Tage, und daher hier erwähnenswert: dürfen Franziskaner heute Handys und High-Tech-Fotoapparate haben?
Wir haben so viele junge Männer in Franziskanerkutte gesehen, und wenn auch wissend, daß dieser Orden heute nicht mehr nach so strengen Regeln lebt, wie es einst Franz gefordert hat, so drängt sich aber doch die Frage auf nach der Vereinbarkeit von Armutsgelübde, also kein Besitz, und den Mönchen, die wir mit Fotokameras und Smartphones ausgestattet unterwegs sahen.


Aussicht von Assisi ins Tal. Leider fehlt hier der Duft der Pflanzen, der die Stimmung perfekt machte. 
Obwohl Assisi ständig voll ist und man den Massentourismus bis zu den Leistungen und Ausstattungen der Hotels hin leicht negativ merkt, finden sich diese ruhigen Plätzchen. Zum Beispiel dann, wenn man für seine Gruppe einen Abstecher ins Touristenamt macht, um Stadtpläne zu organisieren, seine Leute dann nicht wiederfindet und durch alle möglichen Gassen streunt, immer in dem Glauben, wenn ich hier gleich diese steile Treppe rauf aste, dann finde ich sie schon wieder.
Es ist übrigens ein sehr spezielles Phänomen, daß Gruppen immer furchtbar langsam gehen, weil sich alle über Gott und die Welt unterhalten (was schön ist), doch wenn man sich mal kurz entfernt in dem Glauben, so schnell werden die schon nicht weg sein bei dem Schneckentempo, dann sind sie weg - aber sowas von weg, nicht auffindbar, vom Erdboden verschluckt.
Egal, meine Gasse, die ich so gefunden hatte, war wunderschön, nur leider konnte ich nicht verweilen, man versteht, Gruppe weg, suchen, finden, laufen, Stadtpläne verteilen und ...... Plötzlich war er wieder da, der Schneckenschleichgang.


Blick auf Assisi
Weitere Impressionen einer wunderbaren Stadt
1. Zwischenfazit: eine Rundreise nur durch Umbrien allein muß sein. Wir fassen mal 2016 oder 2017 ins Auge. Es gibt hier so viel zu sehen: Perugia muß wundervoll sein, Gubbio und viele andere Bergdörfer. Orvieto, der Trasimenosee, Ölmühlen, Weingüter. Und wohnen ruhig wieder in Assisi. 
Wie so oft erkennt man die Vorzüge im Nachhinein, auch wenn man zuvor sein Hotel vielleicht nicht ganz so toll fand. Im Endeffekt zählt doch, wie immer, hauptsächlich die Lage für Ausflüge und nicht die Größe des Zimmers, oder ob das Bad bunte oder braune Fliesen hatte.
Nicht wahr?

Ab durch die Hecke zum Traumhotel nach S.

Nachdem uns Plymouth nicht haben wollte, oder genauer gesagt, wir wollten Plymouth nicht, war in South Brent ein Ersatz gefunden. Für eine ...