Sonntag, 14. August 2016

Gedanken am Sonntagmorgen

Keine Sorge, hier kommt nicht das Wort zum Sonntag, nichts Kirchliches, nichts Geistliches. Aber geistig schon, denn ich sitze auf einer Bank auf der Terrasse beim Bäcker und tue, was ich sonst nur auf Reisen mache, wenn ich mal ein paar Stunden frei habe. Eine gemütliche Tasse Kaffee trinken, dumm in die Gegend gucken und die Menschen beobachten. 
       
Mehrere Hunde werden vor dem Geschäft geparkt. Ein Labrador, ein Golden Retriever, ein Irgendwas, ein Spitzgedackelter und eine Art Langotto (Trüffelhund). Ein Doberman darf mit in die Bäckerei, das ist hier erlaubt. Es besteht ja auch keine Gefahr des Überfalls aufgrund verlockender Düfte. Welcher Hund möchte schon Croissants oder Maisbrötchen? Obwohl, Kuchen....?
Der Doberman hat auf dem Geschirr "Kampfhund" stehen, und ich frage mich, ob das bei der Rasse tatsächlich nur ein Witz sein soll. 
Vor über 30 Jahren gab es beim Busreiseveranstalter TRD Reisen einen Wach-Doberman namens 'Fido' - Gott hab' ihn selig, oder auch nicht. Da hat man doch am besten vorher angerufen, ob der frei rumläuft, damit man beim Betreten der Omnibushalle nicht geschreddert wurde. Eigentlich doch sogar richtig hübsche Hunde, seit sie wieder normale Ohren und Schwanz haben dürfen.

Nun gut. Die Bäckerin nennt den Dobermann "Schätzelein", oder vielleicht auch seinen Besitzer, das konnte ich nicht so genau ausmachen, denn so eine Bäckerei ist voll am Sonntag früh um 9:30 h.

Jeder zweite, der reingeht, möchte "ein paar schöne, frische Brötchen". Hier wird tatsächlich ein Substantiv zusammen mit zwei Adjektiven zu einem einzigen feststehenden Begriff. Ich konnte es wirklich mehrfach vernehmen. "Schöne, frische Brötchen", aber manche möchten nur "frische Brötchen". 
Gibt es denn sonntags früh auch alte Brötchen? Und gibt es auch Brötchen, die nicht schön sind?
Das sind Fragen, die die Welt bewegen. Nun ja, zumindest aber mich an diesem Morgen.

Die älteren Herren, die hier morgens im Back-Café ihren Kaffee schlürfen, kennen sich und grüßen in einer lustigen Art und Weise, die man zumindest hier im "Pott" öfter hört.
"Morgen. Wie geht's? - "Muß, und selbst?" - "Auch."
Warum "muß" es denn (gehen)? In diesem Satz steckt für mich eine Grundfrustration. Das Leben muß weiter gehen, obwohl es nicht gut ist!? Ist doch egal, dann geht's halt mal nicht!

Ich empfinde jedenfalls gerade eine kleine Art von Idylle: Die Kirchenglocken läuten (übrigens morgens fast 20 Minuten, da beschwere sich nochmal irgend einer über einen Muezzin), die neue 30-Zone durch den Vorort wirkt. Nun ja, am Sonntag um die Zeit ist ohnehin kaum ein Auto unterwegs. In der Woche hingegen hat hier die Polizei eine neue Fund-und Geldgrube ausgemacht.
Ein Mann brüllt seinen auf die Straße ausgebüchsten Strubbelhund mit mehrfachem "STOP" an, aber den interssiert das nicht. 
In meinen Kaffee ist eine kleine Fliege eingetaucht und ertrunken. Da ich ihn nicht umgerührt habe, merke ich erst fast auf dem Grund, daß die Milch darin ranzig ist.
Jetzt kann ich nicht mehr reklamieren. 

Alles ist schön. Muß ja!







Donnerstag, 11. August 2016

Schwedische Impressionen

Und schon sind Fotos der Reise nach Stockholm eingegangen. Vielen Dank an Margret für die tollen Aufnahmen. Ich freue mich übrigens auch schon wieder auf den Dortmunder Zookalender 2017, für den sie wahrscheinlich jetzt schon wieder tagelang geduldig auf der Lauer liegt. 
Wer interessiert ist kann sich gern bei mir im Reisebüro melden (urlaub@quiatek.de).
Jetzt aber zu den schwedischen Impressionen.
                      
Schloß Drottningholm, Heim "unserer" Silvia, ihres Zeichens Königin von Schweden. Wir in Drottningholm, sie aber gerade in Deutschland. Wie blöd, da war es wohl nichts mit dem Kaffee trinken. Doch wer denkt eigentlich an Kaffee trinken wenn man eine derart schöne Bibliothek anschauen kann? So etwas entsteht, wenn eine Prinzessin aus dem Ausland sich langweilt und anfängt, Bücher zu sammeln. So geschehen im 18. Jahrhundert, als Luise Ulrike dieses Schloß als Geschenk bekam, sich aber anscheinend nicht so richtig darüber freuen konnte.
                     
Niedliches Sigtuna, Schwedens älteste Stadt. Schweden, wie wir es uns in unserer Vorstellung immer ausgemalt hatten. Vor dem roten Häuschen sitzt Tante Brun, eine Figur mit brauner Kleidung aus der schwedischen Kinderliteratur. Elsa Beskow hat sie erfunden, und mit ihr noch Tante Grün und Tante Lila. Alle drei machen etwas, das mit der Farbe ihrer Kleider zusammenhängt. Die Braune backt Pfefferkuchen, die Grüne kümmert sich um den Garten und die Lilane strickt Veilchen.
                     
Wikingergold im Historischen Museum. Wahrlich ein Traum für jeden Archäologen, so etwas auszugraben. Außergewöhnliche Arbeiten. Nicht vergessen, wir sprechen von der Zeit zwischen den Jahren 800 und 1050!!! Die schwedischen Wikinger waren die "Waräger" und streckten ihre Raubfinger gen Osten aus, bis weit ins heutige Russland. Sie gründeten dort Handelsposten und neue Reiche, die aber nur von kurzer Dauer waren. Genügend Gold haben sie aber wohl dennoch eingebracht.
                     
Last, but not least Impressionen aus Västergötland, bei und in der Nähe von Schloß Läckö.
Ein kleines Schmankerl zum Ende der Reise. Västergötland ist ein wichtiges Agrargebiet, aber auch kulturell sehr interessant, da es hier viele prähistorische Relikte gibt wie Steinkreise, Felszeichnungen und Ganggräber. Einen guten Überblick über die Region hat man von einem der Tafelberge.
Wer sich für die Fauna interessiert, wird hier elch- und kranichmäßig auf seine Kosten kommen.










Montag, 8. August 2016

Ein Bilderbuchtag

So schade es auch ist, wenn eine schöne Reise zu Ende geht, man kann auch den Rückreisetag noch richtig genießen wenn man ein solches Bilderbuchwetter hat.
                                     
Und wenn auf dem Weg noch die Traumlandschaften von Västergötland liegen. 
Glück gehabt, Prinzessin Victoria, daß Dir der Titel "Herzogin von Västergötland" zugefallen ist. 
In dieser historischen Provinz gibt es riesige Getreide- und Kartoffelfelder, prähistorische Steinkreise und Gräber, Seen und Schlösser. Darunter das weiße Schloß von Läckö auf Kållandsö, einer Insel im Vänernsee.
                                      
Björn-Olof-Lasse fühlt sich heimisch, immerhin ist dieses Gebiet, besonders die Wälder und Moore im Kinnekulle-Nationalpark das Revier seiner Kollegen. Aber warum sich denn in der Dunkelheit des Waldes verstecken? Davon hat man in Schweden noch genug wenn der lange Winter kommt. Also sei man wie ein Menschen-Schwede ein Lichtfreak und halte sich soviel wie möglich draußen auf und genieße die Sonne.
                                     
Dann schnell noch nachgeschaut, ob am Bus alles in Ordnung ist (meine Gäste haben doch glatt gedacht, unser Elch hätte den Mercedes-Test verkehrt verstanden....???). Alles in Ordnung.

                                     
Und dann geht es heimwärts mit einem letzten verträumten Blick von Bord der Stena Germanica.
                          
Im September will Björn-Olof-Lasse seine Kumpels in Wales besuchen, nicht ahnend, daß es dort keine Elche gibt, aber dafür mehr als genügend Schafe (www.quiatek.de/Busreisen/wales.html).







Smaskig-läcker

Man kann in Stockholm wirklich gut essen. Abgesehen von extrem weichen Brötchen beim Frühstück und auch in der SB-Theke, ist vieles zu empfehlen. 
Ein Abendessen im Hard Rock Café sollte zunächst die sichere Variante sein, da der Burger dort nur ca. € 20,- kostete. Ja, das kann man tatsächlich als günstig ansehen. Und es gibt Riesenportionen.
                                    
Hier die geräucherten Rippchen. Als der Kellner damit ankam, meinte der Gast, der das bestellt hat, das wäre nicht für ihn, weil er nicht mit einer solchen Riesenrippe gerechnet hatte.
Aber er hat sich tapfer durchgekämpft. Zugegeben, es war sehr laut im Hard Rock Café, aber eben einfach lecker. Und auch das Argument der älteren Gäste, das wäre nur etwas für junge Leute, kann ich nicht gelten lasen, denn die Stars, die dort auf TV und Videoleinwand ihre Hits zum Besten gaben, waren auch nicht viel jünger: Elton John, Jon Bon Jovi, die Rolling Stones. Also warum ist das nur für junge Leute? Die kennen einige der dort gezeigten Bands oder auch deren dort ausgestellte Hemden, Jacken, Instrumente und Hüte womöglich überhaupt nicht!
                                      
Fish&Chips gehen immer, nicht wahr? Hier eine Variante mit Dill-Pommes. Und im August ist "Kräftör-Zeit". An den roten Krebsen kann man gar nicht vorbeigehen. In jedem Restaurant, auf allen Märkten, in der Östermalm-Saluhall - überall leuchtet es rot.
        
Und dann sind da noch die Nachspeisen und der ganze Süßkram. Schweden gehört zu den Nationen mit dem höchsten Süßigkeitenverbrauch. Möglichst bunt und voller Zucker sollten sie sein. "Godis" heißen sie, und an einer Tankstelle habe ich eine große Reklame gesehen, daß es dort 300 Sorten "Godis" gibt. Du meine Güte!
          
Torten und Kuchen gibt es in allen Variationen und Geschmacksrichtungen. Gleich um die Ecke vom KOM-Hotel am "Sveavägen" kann man draußen sitzen, Schwedensonne von außen und Schwedenkuchen von innen genießen. HERRLICH!!! Noch nicht einmal die schwedische Übersetzung für Kuchen, "kaka", kann einem die Stimmung kaputt machen.
                                       
Für diese Schokoladen"buller" würde ich morden. Und dann ermittelt Kommissar Wallander gegen mich und ich lande hinter schwedischen Gardinen. Es gibt auch kein Entkommen, denn die schwedischen Autobahnen sind extrem leer, zumindest im Sommer, so daß man leicht gefunden wird. Man darf nur 120 km/h fahren und wird von Stahltrossen zwischen beiden Fahrbahnen ziemlich ausgebremst, weil die alle Nase lang auftauchen und für einige Kilometer aus zwei Spuren eine machen. Darüberhinaus kontrolliert die Polizei auch nachts, da ist es zudem fast immer hell, also keine Chance.
Aber zumindest darf ich die Polizisten, den Richter und meinen Knastwärter duzen - typisch Schweden.
















Jetzt wird's ABBA echt schwedisch

Ein freier Tag noch in Stockholm, und die Entscheidung muß gefällt werden: 
ABBA-Museum, historisches Museum mit jeder Menge Wikingergold oder Skansen mit jeder Menge alter Häuser, Kirchen und Traditionshandwerk?
Der Fan der schwedischen Super-Band entscheidet sich 'abba' auf jeden Fall für eine Zeitreise in die 70er Jahre. 
     
Hier kann man selbst auf der Bühne stehen, inmitten der fantastischen Vier, Karaoke singen, tanzen, im "Arrival-Hubschrauber" sitzen und durch die Kulissen der Musik-CDs schlendern.
Ich habe Fotos bekommen von meinen Mitreisenden, tanzender- und rockenderweise, "abba" darf ich die hier zeigen? Falls ja, gebt mir Bescheid, ich füge Euch gern hier ein.
     
Ansonsten staunt hier einfach über die Sammlung an goldenen Schallplatten. Was für eine Popgruppe!
Auch von den Besuchern des historischen Museums erwarte ich noch Bilder. Sendet mir all das Wikingergold!!!
                                      
Bis dahin begnügt Euch mit Björn-Olof-Lasse am Steuer unseres Busses.







Sonntag, 7. August 2016

Gamla Stan und Östermalm

Ganz genau, beide sind Stadtteile von Stockholm. Beide sind Inseln, die eine ist die Altstadt, die andere liegt im Östen, äh, Osten. "Gamla" bedeutet "alt", wer kennt denn etwa nicht das Wort "gammelig"? Doch die Häuser hier sind überhaupt nicht gammelig, sondern mit schönen Farben versehen, hübsch in einer Reihe entlang der schmalen Gassen.
      
Man erkennt sofort, hier hat man sich einst ein wenig von den Bauten der deutschen Hansestädte abgeguckt. Treppengiebel sind eines der Zeichen dafür.
Man fragt sich heute, ob die Altstadt nur noch für die Besucher zum Anschauen da ist, denn wer möchte und kann wirklich hier noch wohnen? Es gibt keine Parkplätze für Autos, "Gamla Stan" ist so gut wie autofrei. Die Gassen sind auch viel zu schmal und überall laufen Touristen herum, so daß man kaum voran kommt. Die Häuser sind teilweise 5 Etagen hoch, ohne Aufzug. Und wo will man einkaufen? Lebensmittelgeschäfte sind bis auf ein kleines nicht vorhanden. Man muß raus aus der Stadt zum einkaufen, aber wie ohne Auto? Und es lohnt sich nicht, eins anzuschaffen, weil man es ja nirgendwo parken kann. Ein Teufelskreis also.
                                  
Die Altstadt bleibt also ein Kleinod für Touristen und jene, die einfach immer schon da wohnten und aus Gewohnheitsgründen nicht weg wollen. Übrigens wohnt nicht einmal mehr der König dort, trotz Palast mit Seeblick. Er bevorzugt Schloß Drottningholm vor den Toren der Stadt. Obwohl, mal im Ernst,  der Königspalast in der Altstadt hat doch bestimmt einen Aufzug eingebaut bekommen. Andererseits ist Karl Gustav ein sportlicher Mensch, aber denken wir nicht weiter darüber nach.
Wer etwas auf sich hält (und man zeigt in Schweden traditionell nicht unbedingt, daß und was man auf sich hält), der zieht nach Östermalm. Dazu benötigt man das nötige Kleingeld, aber auch darüber redet man wahrscheinlich nicht. An den Häusern sieht man es aber, was irgendwie wieder ganz unschwedisch ist.
Hier findet man neben Prada,Dior, Victoria's Secret und anderen Hochkarätern auch Geschäfte mit schwedischer Mode, unspektakulär, aber spektakulär teuer (und man sieht's ihr nicht an) bzw. preislich im Schaufenster gar nicht erst ausgezeichnet. Oder aber Läden mit schwedischem Möbel- und Haushaltswarendesign.
                                    
Diesen Sessel mit Wollknäuel ähnlichem Fußteil haben alle bewundert, und das Rätsel um das Verbindungskabel zwischen Sessel und "Hocker" konnte nicht gelöst werden. Einen Verkäufer zu fragen kommt natürlich keinesfalls in Frage, wollen wir doch nicht erscheinen als kämen wir vom unterentwickelten Lande.
Als etwas armer Nachbar kommt man sich angesichts der schwedischen Preise ohnehin schon vor. Und ein wenig vom Mond manchmal auch, wenn man sich die handytechnische Entwicklung mit all ihrem Nutzen anschaut, der uns noch so gut wie fremd ist.
So kann man im ABBA-Museum zum Beispiel überhaupt nicht mehr mit Bargeld zahlen, sondern nur noch mit Kreditkarte oder Handyticket. 
Oder in der U-Bahn (Tunnelbanen) hält man einfach sein Smartphone vor ein Display beim Schalter und entwertet damit das vorher per sms gekaufte Ticket. Hinter dem Schalter sitzt jedoch in jeder Station auch noch ein echter Mensch, ein äußerst hilfsbereiter noch dazu, für unwissende Landeier wie uns.
Aber zurück zum noblen, teuren (sorry, noch teureren) Östermalm.
Kaum zurückhalten konnten die Damen sich bei diesem Luxusmodell:
                                    
Bernstein-Highheels!!! Da sind wir doch einfach mal ganz traditionell-schwedisch, kaufen sie nicht, um auch nicht als gut situiert aufzufallen. Wer es noch nicht weiß: In Schweden gibt man sich eher bescheiden, was eine traditionelle Tugend ist, und stellt nicht zur Schau was man besitzt!!??
Wenn sich da nicht doch schon was verändert hat seit diverse Reiseführer geschrieben wurden. Für die Menschen in Östermalm gilt das sicher nicht mehr, und nach der gestrigen Oldtimer-Parade auf dem "Sveavägen" glaube ich auch nicht mehr so recht an das traditionelle "Reichtum verstecken".
Zur Erinnerung, oder wer den vorigen Post nicht gelesen hat, so schaute es da doch aus:
                                      








 

Samstag, 6. August 2016

"Grease lightning" auf Sveavägen

Da sage nochmal einer, nur südländische Städte hätten Atmosphäre bei Nacht oder die Nordmenschen wären unterkühlt. 
Was wir heute im Laufe des Tages und noch besonders am Abend erlebt haben, ist einmalig. 
Der "Sveavägen", eine der Hauptachsen, die durch Stockholms Viertel "Norrmalm" führen, ist die Bühne für eine Oldtimerparade der außergewöhnlichen Art. 
     
Vom fetten Amischlitten bis zu alten Käfer-Knutschkugeln ist hier einfach alles dabei, und die Besitzer nebst Kind, Kegel und Hund an Bord verlieren auch über Stunden nicht Lust und Laune, immer wieder die Straße auf und ab zu fahren und die Zuschauer, die am Rande stehen oder es sich in einem der vielen schönen Lokale gemütlich gemacht haben, zu wahren Foto-Orgien hinzureißen.
Die Stimmung ist ausgelassen, warmherzig und einfach nur Klasse.
                                    
Das Défilée reißt einfach nicht ab. Da ein Cadillac, dort ein Buick, dann eine Chevrolet Corvette ZR 2, ZR 3. Alles Namen, die das Herz des Autofans zum Extrem-Bubbern bringen.
                                    
Nicht minder interessant auch die Leute, die in den Autos sitzen. John Travolta und Olivia Newton-John lassen grüßen. Mädels in 1960er-Jahre-Klamotten, Pferdeschwanz und Pünktchenkleid, Jungs mit Pommadetolle. Selbst der Hund im perfekt harmonierenden Outfit.
                                    
Das ist ein Sommerwochenende in Stockholm wie es schöner nicht sein könnte. Für uns Touristen eine Stimmung, die wir im Herzen mit nach Hause nehmen und bestimmt genauso lange davon zehren wie vom Besuch Schloß Drottningholms, Sigtunas oder der Museumsinsel Djurgården.
Hej, hej, skål und tack så mycket!









Freitag, 5. August 2016

Von Nobelpreisen, gekenterten Schiffen und Mini-Inseln

                            Stadtrundfahrt zu Stockholms Highlights am zweiten Tag.
                              
Nein, das sieht nur so aus wie ein Stadtführer, ist aber nicht unser.
Unser Stadtführer ist, wie schon bei der letzten Tour, Mario, ein sehr versierter in Stockholm lebender Südamerikaner mit super Deutschkenntnissen und einer wunderbaren Art, die Schönheiten seiner Wahlheimat zu präsentieren. Meine Gruppe ist schlichtweg begeistert und hört ihm gern und aufmerksam zu.
    
Wer jetzt als erstes denkt, wir hätten schlechtes Wetter, liegt völlig falsch. Es ist klasse hier, die richtige Temperatur, nur manchmal Wolken, immer ein wenig Wind. Ganz ideal für eine Stadtbesichtigung ohne Schweißausbrüche.
Hier vor dem Stadthaus, das uns dann von innen noch mehr begeistert. Hier werden die Nobelpreise verliehen. Den für den Frieden hat man den Norwegern gelassen. Man erinnere sich an den Lauf der Geschichte: Schweden und Norwegen waren im 19. Jh. eine Union, und da ist es doch am Ende nur gerecht, wenn ein bisschen Nobel auch für die Nachbarn bleibt.
Aber mit Dänemark, ein einst nicht so sehr geliebter Nachbar, hat man dann doch stetig weiter gewetteifert. Bestes Beispiel dafür ist der Turm des Stockholmer Stadthauses, der Gott sei Dank am Ende doch einen Meter mehr maß als der von Kopenhagen.
Puh, hätten wir das also auch schon einmal als essentiell wichtiges Detail klargestellt.
Und von innen? Kann ein Stadthaus denn irgendwo noch schöner sein als dieses hier?
    
Die Decke des Sitzungssaals, ein Traum aus Holz und Malerei, und wenn man genau hinschaut, erinnert sie sogar ein wenig an ein umgedrehtes Wikingerschiff.
                               
Und hier hat man die "Königin vom Mälarensee" vor Augen. Ein Mosaik (und es ist nicht das einzige hier im Stadthaus) voll strahlender Farbe und Gold. Die Dame symbolisiert die Stadt Stockholm, thront zwischen Abend- und Morgenland und scheint der Nabel der Welt zu sein.

Auch ein Schweden-König des 17. Jahrhunderts, Gustav Adolf, glaubte an sein Land als Nabel der Welt und wollte diesem Gedanken durch den Bau eines beeindruckenden Kriegsschiffes Nachdruck verleihen. 
Druck lastete ohne Zweifel auf seinen Architekten und Baumeistern, die ständig Änderungswünsche umsetzen mussten, die möglicherweise alle zur Instabilität der berühmten "Vasa" führten.
Sie schaffte auf ihrer Jungfernfahrt nur gute tausend Meter, dann sank sie vor den Augen der Schaulustigen in kürzester Zeit und riss 30 Menschen in den Tod.
      

Ich selbst dachte genau wie einige meiner Gäste, daß es, nun ja, halt einfach ein Schiff ist, aber allein der Anblick dieses wahrhaft mächtigen Gebildes, die dazugehörige Geschichte, die uns Mario höchst amschaulich vermittelte und last, but not least, der Film, der uns ins 17. Jahrhundert zurück versetzte und auch in die 1960er Jahre, als die "Vasa" gehoben wurde, hinterlassen Gänsehaut schaffenden Eindruck.

Die Schäreninsel "Fjäderholmarnar" steht wohl in jedem Reiseführer als besuchenswert, so daß man mittlerweile denken könnte, es fahren ja eh alle hin, also ist die Idylle futsch.
Das ist aber nicht so, wobei es wünschenswert wäre, daß die Menschen doch auch ihren Müll nicht einfach höchst unidyllisch auf die Klippen werfen. Dann wäre alles noch viel schöner.
Doch durch einen Besuch am Spätnachmittag mit Aufenthalt bis nach dem Abendessen wird uns Schärenatmosphäre pur geliefert und eine Parade an Riesenfähren und Kreuzfahrtschiffen, die sich gen Abend die Klinke in die Hand geben, beglücken jeden Schiffsfan.
    
          Möwe guckt schon nicht mehr den Schiffen nach. Immer dieselben "Gesichter" halt. 
    
                     Ein Konferenzsaal für die Schäre. Was man hier nicht alles braucht!?
    
                                                             Und noch'n Schiff.



Sommer in Stockholm

Ein herzliches "HEJ" an alle Daheimgebliebenen, leider krank Gewordenen und alle, die keinen Platz mehr auf dieser Reise bekommen haben (nächstes Mal einfach schneller sein).
Mit Stena Line geht es los nach Göteborg. Ein sehr schönes Erlebnis bei gerade wunderbarem Ostseewetter mit passenden Fotografierwölkchen. 
Erst einmal warten wir auf das Abendessen, denn die Bockwürstchen an Bord unseres Busses zu MiIttag waren zwar lecker, halten aber nicht so lange vor, also freuen wir uns auf das All-Inclusive-Buffet an Bord der Stena Germanica.
     
Es geht raus aus der Kieler Förde, vorbei an Laboe  und ab auf die Ostsee, durch einige dänische Inseln Richting Göteborg.
Und dann ist er endlich gefunden: Unser Reisebegleiter für die nächsten Tage. Längere Zeit schon hat er sein Dasein im Stena-Bordshop gefristet, jetzt geht er mit uns auf große Stockholm-Erkundungstour.
     
Björn-Olof-Lasse freut sich über ein bisschen frische Luft an Deck, und das bei fantastischem Sonnenuntergang. 
Ab jetzt genießt er die Freiheit, und zusammen können wir ein paar schöne Eindrücke vom milden Sommerabend an Deck präsentieren:
                                   




                                    




Ab durch die Hecke zum Traumhotel nach S.

Nachdem uns Plymouth nicht haben wollte, oder genauer gesagt, wir wollten Plymouth nicht, war in South Brent ein Ersatz gefunden. Für eine ...