Montag, 29. Dezember 2014

Silvester im Land Fleesensee

Silvester in einem unbekannten Land?
Das Land Fleesensee ist ein Feriengebiet in der Mecklenburger Seenplatte, ca. eine Stunde östlich von Schwerin.
Hier haben nach der Wende einige Ferienvisionäre ein gutes Potential für Urlaub in schöner Natur gesehen und einen Robinson Club gebaut (ich hab' ihn vom Bus aus bei unserer Anreise gesehen, ich will da unbedingt hin), ein Dorfhotel für Familien und einiges mehr. 
Wir wohnen im Iberotel Fleesensee, direkt am See, aber auch irgendwie am Ende der Welt.
Wir werden sehr freundlich empfangen. Ich hatte aufgrund des Rufes der Iberotel-Hotelkette allerdings auch wirklich Gutes erwartet. 
Ein wenig Zeit noch vor dem Abendessen, also bin ich runter, das Wellnesscenter anschauen. Drei Wasserratten aus unserer Gruppe plantschten schon munter vor sich hin, also entschied ich, Haare neu föhnen hin oder her, auch schwimmen zu gehen.
Könnt Ihr euch vorstellen, daß die Liegen im Schwimmbad wie vorgeheizt wirken? Vermutlich strahlt die Beleuchtung an der Decke eine so wohlige Wärme aus, daß man den Eindruck hat, die Liegen wären vorgewärmt. Ein unglaublicher Service! Das habe ich noch nirgendwo erlebt. 
Das Abendessen war ganz hervorragend, ein äußerst schmackhaftes, schön angerichtetes Dreigangmenü, serviert von einer sehr freundlichen, jungen Kellnerin, die die ihr zugeordneten Tische perfekt im Griff hatte. 
Gut geschlafen, Matratzen für mich sehr in Ordnung.
Dann das Frühstück!! Ich will nicht mehr unbedingt in den Robinson Club, denn selbst dort kann man das nicht toppen.

Kalte und warme Speisen waren ja selbstverständlich, dann gab es z. B. laktosefreie Butter, Käse in verschiedenen Fettstufen, Sojamilch, Vollmilch, Halbfettmilch, Mittelfett-ich-weiß-nicht-was-sonst-noch-für-Milch, viele Brot- und Brötchensorten, Kuchen, Salate, ach, ich kann das hier gar nicht alles aufzählen und lasse die Bilder sprechen. 

Nein, in den Robinson Club muss ich nun doch nicht unbedingt mehr, obwohl ich ihn mir angesehen habe und auch sehr schön finde. 
Das Essen am Silvesterabend habe ich leider nicht selbst fotografiert, aber Marek hat einige tolle Aufnahmen von den Leckereien gemacht, die ich Euch hier zeige:


Hummmmeeeer!!!!!

Kleinigkeiten auf winzigen Tellern, dann kann man davon zehn Stück nehmen und meint immer noch, wenig gegessen zu haben. Und das tolle ist, dass diese kleinen Kreationen im Miniformat so dekoriert sind, wie ein großes Menü. Es gibt doch da diese TV-Sendumg, TASTE heißt sie glaube ich, und die Köche müssen auf einem kleinen Löffel ein tolles Minigericht  präsentieren. So in etwa, nur wahrscheinlich viel, viel besser müsst Ihr Euch das vorstellen. 

Und nun möchte ich Euch noch einen Teil des Teams vorstellen, das für dieses fantastische Essen verantwortlich war. Ein herzliches Dankeschön an die tollen Köche!
Und weil´s so schön war, hier noch mein Lieblingsbild vom "Austerntisch". Vielen Dank an Achim Winzen für dieses tolle Foto, von dem niemand weiß, warum es  bläulich schimmert, aber es sieht einfach super aus!
                      
Hier jetzt einige Impressionen von dem, was man vor Ort unternehmen kann:


Bärenwald Müritz, unterhalten von der Tierschutzorganisation 'Vier Pfoten'. Ein tolles Projekt, wo Bären, zum Beispiel aus dem Zirkus, ein neues zu Hause in natürlicher Umgebung gegeben wird. Eine Führung dort ist überaus spannend. 


Landeshauptstadt Schwerin.
Es gab übrigens noch Reste vom Weihnachtsmarkt, der  sehr schön war. 

Konzertkirche Neubrandenburg, hier ein Bild von dem Neujahrskonzert. Ein toller Bau, halb Konzertsaal, halb Kirche. Was für eine gelungene Mischung aus alt und modern! Ich war sehr
begeistert.
 
Wismar hatte viele historische Verbindungen zu Schweden. Hier das Gasthaus 'alter Schwede'. 


FAZIT:
Ihr lieben Leute, das Iberotel Fleesensee kann ich euch zu 100 % empfehlen.
Es ist das, was man einen Volltreffer nennt. O. k., es ist nicht ganz preiswert, aber alle meine Gäste haben gesagt, daß es jeden Euro wert ist. Und das ist doch genau das, was wir alle wollen, oder?


Dienstag, 23. Dezember 2014

Cicchetti - italienische Tapas in London.

Letzter Abend in London. Musical Mamma Mia zum dritten Mal, aus Spargründen diesmal mit Plätzen auf dem Balkon oben unter der Decke, grandiose Show, ich guck's auch noch das vierte Mal...
Und dann zum Essen zu Cicchetti.
Das Lokal hatte einfach ein tolles Schaufenster, also wollte ich da hin.

Welch großes Glück, daß wir einenTisch zugewiesen bekamen. Man kann dankbar sein, in London, ob mittags oder abends, ob Wochenende oder nicht, einen freien Tisch zu bekommen, denn reservieren ist eigentlich oberstes Gebot, und das kennt man ja nicht so wenn man 'vom Lande' kommt. Eigentlich ist mir dieses ganze Gefrage ' have you reserved?" schon langsam auf den Geist gegangen, aber mittlerweile habe ich begriffen, daß selbst montags um 17:30 h fast ganz London inklusive Touristen an irgendwelchen Tischen sitzt. 
Zum ersten Mal in meinem Leben ist es mir dann passiert, daß sich mir ein Kellner namentlich vorgestellt hat. Das war zwar in einem schlecht verständlichen Englisch, aber egal, theoretisch wussten wir nun, wer uns bedient. Und er erklärte die Besonderheit des Restaurants. Ich nehme es vorweg, es wird italienische Küche geboten, aber im Stil der aus Spanien bekannte Tapas, also immer nur Kleinigkeiten, und das Bestellminimum für zwei Personen waren vier Portionen.
Nun, als er das auf Englisch erklärt hatte, wusste ich nicht was er gesagt hat, also meinte ich, ob es nicht ok wäre, daß wir einfach mal sagen, was wir ausgesucht haben und er sagt uns dann, ob das wohl nach dem Restaurantprinzip in Ordnung ist, denn daß es hier irgend einen Bestellritus gab, das hatte ich dann doch verstanden. Ich bedankte mich mit einem 'mille grazie' und hängte noch ein paar italienische Wörter dran (und bitte, ich spreche gar nicht Italienisch). Daraufhin war Giovanni (nennen wir ihn mal so, er sah so aus) so begeistert, daß er alles nochmal auf Italienisch wiederholte. Witzig, das hatte ich besser verstanden und erklärte es meinem Gegenüber auf Deutsch. Daraufhin bemerkte Giovanni, daß wir Deutsche sind und wiederholte alles nochmal auf Deutsch. Das war schon echt witzig. 
Wir hatten dann mit unserer Bestellung auch alles richtig gemacht, und, du meine Güte, war das lecker!! Hier noch ein Bild vom Nachspeisenteller für zwei Personen. Von allem etwas. Genial!!!!
Ich wollte niemals dort weggehen.
Ach ja, der Wein war ein sizilianischer Rosé, auch sehr gut. 
Mit wunderbaren Düften in der Nase ging es dann wieder ins kalte Draußen und in die, zugegebenermaßen, geruchsmäßig nicht so betörende U-Bahn ab zum Hotel.
Alles in Allem ein fantastischer, empfehlenswerter Abend und eine Entschädigung zum theatermäßig dramatischen Abend davor mit 'Charles III', aber davon ein anderes Mal mehr.
Nur soviel vorweg: auch wenn die Presse Lobeshymnen anstimmt, ich hätte mir das nicht antun müssen.



Samstag, 20. Dezember 2014

London - vorweihnachtlich

London! Ganz privat! Yeeaah! Nur ein kleines bisschen noch geschäftlich gucken, ja, für meine Tour im April. Bahnsteig 9 3/4 und so, Ihr versteht. Ich gehöre nämlich tatsächlich zu der Spezies, die London-Fan ist, aber den Bahnsteig noch nicht gesehen hat. 
Und da ist das Problem auch schon gelöst. Tadaaa!! Bahnsteig 9 3/4!!!
Man kann sich hier natürlich noch am Wagen dranhängenderweise fotografieren lassen. 
Unbedingt sehenswert übrigens auch nebenan der Bahnhof St. Pancras. 
Die vorweihnachtliche Stimmung in London hat mich übrigens so gepackt, dass ich ernsthaft überlege, einen adventlichen Shoppingtrip dorthin für 2015 anzubieten. 
Nach 2 abendlichen Laufanfällen über diverse Weihnachtsmärkte und geschmückte Straßen bin ich jetzt voll infiziert. 
Jetzt guckt Euch das doch mal an:
Weihnachtsbaum vor der St. Paul's Kathedrale
Weihnachtsmarkt am Leicester Square unter dem wachenden Auge von WilliamShakespeare. 
 Weihnachtsdekoration im Pub Henry Holland, wo es übrigens leckere Fish&Chips gibt und hervorragende Sandwiches.  
Weihnachtsstimmung in Covent Garden
Nochmal Covent Garden

Und das erinnerte mich an den Film 'Bridget Jones', explizit den lächerlichen Weihnachtspullover von Mr. Darcy: 
Übrigens aufgenommen im Spitalfield Market, ebenfalls eine Empfehlung für alle, die gerne in ausgefallenen Sachen stöbern. Hier stellen Designer tolle Sachen aus, na ja, aber eben auch solche Kuriositäten. 
Und ich glaube, mein Weihnachtsoutfit habe ich auch schon gefunden: 
Also, nichts wie hin. Meldet Euch doch einfach mal, wenn Ihr Interesse habt.

Zu guter Letzt ein Foto aus der U-Bahn, wo ich fast die Haare dieser Frau essen musste, so dicht standen wir, und ich wurde den Gedanken nicht los, dass sie es gar nicht merken würde, wenn ich sie abschneiden würde. 



Donnerstag, 13. November 2014

Good old England - wohin gehst Du?


Schon etwas länger her, aber ich muß es nochmal wieder rauskramen.
Auf einer Tour durch Südengland hatte ich ein Hotel in Eastbourne mit - ACHTUNG, TROMMELWIRBEL!!!! modernem Bad!
Ich erzähle ja auf jeder meiner Englandrundreisen, daß ich höchst enttäuscht bin, wenn ich im Hotelzimmer die Badezimmertür öffne und eine Mischbatterie entdecke. Das ist nicht England! Hier hat man seit eh und je zwei Wasserhähne, die so kurz sind und so am Waschbecken angebracht sind, daß man normal große Hände nicht unter den Wasserstrahl bekommt, und außerdem ist das heiße Wasser sowas von heiß, es steht auch manchmal extra ein Warnhinweis dran (very hot), daß man Verbrennungen davontragen könnte.
Aber das war halt schon immer so und wird, typisch britisch, noch viele Jahre so halten.
Als Großbritannienfan gewöhnt man sich bald daran und findet es irgendwann schön.
Und dann kommt man in ein Badezimmer mit Mischbatterie und ist 'not amused', gar geschockt!

Good old England, was ist aus Dir geworden? Was kommt denn bitte als Nächstes? Clotted cream ohne Sahne, da sonst zu kalorienreich? Fish&Chips ohne Pannade, da zu fett?
Europäischer Fensterstandard mit Fenstern zum Aufmachen nach innen? Ohne Gefahr, sich die Finger zu klemmen oder exekutiert zu werden?
Ich fasse es nicht, die Mischbatterie irritiert mich und ich überlege, mich nicht zu waschen.
Na dann, Prost Mahlzeit!
Ein Sandwich mit Rand. Na ja, die Mühe, den traditionsbewusst abzuschneiden, macht sich sicher nur noch Prinz Charles. 

Auch der Hund braucht Kultur

Einfach nur so im Wald spazieren gehen? Ist nicht das Ding meiner Hunde. Sie sind eh nicht mehr so gut zu Fuß, daher fahren wir zu jeder Sehenswürdigkeit und genießen dann, wo es geht, eine schöne Aussicht.
Und viele Gebiete kennen die beiden schon in- und auswendig, aber von Sterling kannten sie nur die Innenstadt und nicht die Burg.

Und von Ballachulish am Ende des Tals von Glencoe war ihnen die schöne alte Brücke noch unbekannt. Auch von hier - zumindest aus Hundegröße - eine sehr schöne Aussicht über einen Bach.

Mittwoch, 12. November 2014

Königliche Luft atmen

Habe die außer Dienst gestellte königliche Yacht BRITANNIA besichtigt. War mir GBP 12,75 wert, um mal über die Decks zu spazieren, auf denen auch schon die Königin von England herumgelaufen ist, sorry, promenierte. 

Der Salon, in den sich die königliche Familie zurückziehen konnte. Geblümte Sessel also auf edlem Perserteppich. 
Elizabeths Schlafkabine. Stoffe selbst ausgesucht, also sie natürlich, so wie sie auch auf das gesamte Interieur Einfluß genommen hat. Alles nach ihrem persönlichen Geschmack, und ich muß sagen, daß ich so manches Hotel schon ähnlich dekoriert gesehen habe. 
Ach ja, und dann war ich noch auf der royalen Toilette. Man weiß ja, daß ich manchmal schrullige Ideen habe, und daher habe ich auch hier ein Foto gemacht. 
Und noch ein ACH JA: interessant auch die Honeymoon Suite, in der Charles und Diana ihre Flitterwochen verbracht haben. Na ja, zumindest die Nächte und vielleicht einige Stunden auch am Tag. Das ist aber mal wirklich ein sehr schmales Doppelbett, auch für Frischverliebte. Vielleicht gab es da schon die ersten Rangeleien? Who knows?

Und Jutta, dieses Foto, ganz unabhängig von Schiff, Queen und Dekoration, habe ich für Dich gemacht.




I proudly present: meine Co-Autorin

Ab sofort (oder auch vielleicht irgendwann...) habe ich eine Co-Autorin. Lina, mein Azubi, hat auch einige Touren mit mir mitgemacht und wird ein wenig darüber berichten. Ich hoffe, daß recht bald was aus Ihrem Kopf in die Feder und auf diesen Blog fließt. 
Auch der Azubi-Alltag im Reisebüro könnte dabei mit einfließen. Seien wir gespannt.
    Hier sind wir in London, noch feixend, aber da ist auch etwas Spannendes 
   passiert.


Applepie To Go

Hallo, liebe Besucher von Gabis Blog,
this is the pen speaking...

Für alle, die mich unter dem Namen noch nicht kennen: ich bin Lina Eppa und Gabis Azubi.
Der Name "Pen" wurde mir auf der Südenglandfahrt im Mai gegeben, weil Marek mich immer Gabis Stift genannt hat, was im englischen dann zu Pen führte.
Seitdem trage ich diesen Namen mit Stolz und werde gerne damit angesprochen.

Nun hat Gabi mich gebeten, diesem Blog auch etwas hinzuzufügen, was ich natürlich gerne mache.
Aber wo fange ich an? Viel ist passiert auf den Fahrten, auf denen ich bis jetzt mit war. Es gab Tränen vor Lachen und Tränen vor Schock, dramatische Rettungsaktionen aus französischen Toiletten und dröges Shoppen beim Herrenausstatter.
Aber von all den Dingen, die passiert sind, ist es wohl die folgende Geschichte, die bei mir für immer in Erinnerungen bleiben wird:

Es war die Fahrt suf die Kanalinseln im August und wir waren an diesem Tag auf Guernsey in unserem sehr komfortablen (*hust hust*) Bus auf der Inselrundfahrt unterwegs.
Es hatte schon seine Gründe, dass wir unseren Bus nicht mit auf die Inseln nehmen durften, denn die Straßen da sind ziemlich eng und die Busse daran angepasst.
So tuckerten wir also alle Mann in unserer Sardinenbüchse über die Insel, genossen die Aussicht und kamen uns wortwörtlich näher. In der letzten Reihe hatten wir schon herausgefunden, dass, wenn man sich untereinander einhakt, man einiges an Platz gewinnt, und so verbrachten wir also die Fahrt in Schunkel-Haltung.
Nun aber zum lustigen Teil der Geschichte:
Irgendwann, um die Mittagszeit herum, konnten wir unseren Guide dazu überreden, eine Mittagessenpause einzubauen, was er uns dann zähneknirschend gewährte.
Wir fuhren also zu einem kleinen Restaurant, irgendwo in der Pampa, wo es eine Auswahl an Sandwiches, Kuchen, Salaten und allem möglichen gab.
Gabi und ich stellten uns mit unserer Auswahl an der Kasse hinter Frau S. an, die sich gerade das letzte Stück Apfelkuchen ergattert hatte. Unglücklicherweise hatte dieser jedoch andere Pläne und wollte seinen Lebtag nicht gegessener Weise beenden und machte deshalb die mutige Entscheidung, sich mit Würde zu verabschieden und sein Leben selbst zu beenden, indem er sich, samt Teller, vom Tablett warf.
Der Teller knallte auf den Boden, ich dachte mir nur: "Neein, der gute Kuchen!!", und wollte mich gerade aufmachen die Überreste vom Boden aufzusammeln, als mir auffiel, dass es gar nichts aufzusammeln gab. Lediglich der Teller und ein paar Krümmel lagen auf dem Boden und weinten leise vor sich hin. Vom Kuchen weit und breit nichts zu sehen. Verwirrung brach aus. In meinem Kopf spielten sich die verrücktesten Szenarien ab: Außerirdische haben die Zeit angehalten und den Kuchen geklaut, ein Fehler in der Matrix, Gedankenmanipulation; ich hatte genug Bücher gelesen, um zu wissen, dass das nicht gut enden konnte! Innerlich hatte ich mich schon auf alles gefasst gemacht.
Die Lösung war indes noch viel unwahrscheinlicher: Der Kuchen war in die Handtasche von Frau S. geflogen, die sie am Arm hängen hatte.
Das Küchenpersonal und sämtliche Gäste, die drumherum standen, lagen am Boden vor Lachen, und Frau S. legte noch einen drauf, indem sie den Kuchen wieder auf's Tablett legte und sagte: "Och, wie praktisch! Dann kann ich den ja sogar noch essen!"
 



Foto

Montag, 10. November 2014

Orange Schafe! Der Beweis!!!

Schottland, November, also kein 1. April, auf dem Weg ins Tal von Glencoe: linke Seite auf der Wiese - orange Schafe!!!
Kein Scherz! Ich konnte nicht fotografieren, musste ja fahren, und eine Haltemöglichkeit gab es auf der kurvigen Straße nicht.
Das waren nicht diese üblichen Farbflecken, mit denen die Besitzer ihre Tiere markieren. Diese hier hatten durch und durch orangenes Fell.
Die Lösung ist aber, daß sie wirklich eingefärbt werden. Ihre Besitzer sind es nämlich leid, daß ihnen ständig Schafe geklaut werden. So ein extrem auffallendes Wollknäuel zu stehlen, traut sich keiner so einfach, denn es würde sofort auffallen. Und die rückläufigen Zahlen beim Tierklau belegen, daß die Rechnung  aufgeht.
Vielleicht sehe ich morgen nochmal solche Tiere, dann kommen sie auf die Linse, und Ihr könnt sie hier bestaunen.
Als Entschädigung hier ein Bild aus Glencoe:

Und eines von meinem Rückweg entlang dem Loch Leven:

Fazit des Folgetages: kein oranges Schaf gefunden :( 

Fazit des noch-ein-Folgetages: es ist gebannt!!! Auf diese Mattscheibe. Voilà, das orange Schaf (Lina überlegt, ob es 'orangenes' Schaf heißt, aber ist mir jetzt egal). Hier ist es nun:



Sonntag, 9. November 2014

Schottland im November

"Oh, it is a horrible time to visit Scotland in November", schrieb meine Brieffreundin Roberta aus Schottland, als ich ihr mitteilte, daß ich im November ein Ferienhaus am Loch Tay mieten würde.  
Das ist mir doch sowas von egal, dachte ich mir. Hauptsache raus, Urlaub, Ruhe und Zeit für meine Hunde in wunderbarer Natur.
Loch Tay

Also, ab in die Highlands, wo ich übrigens herrliches Wetter antraf. Unter herrlichem Wetter ist natürlich im November keine Wärme zu verstehen, ist mal klar, aber blauer Himmel, schöne kühle Luft zum Durchschnaufen und soviel Sonne, daß ich meine Sonnenbrille rauskramen musste.
    Kathedralruine St. Andrews

Ein paar diesige Tage waren auch dabei, die aber das Land in ein geheimnisvolles Licht tauchten.

    Schafe im Abendlicht im Glen of Quaich

Mains of Taymouth Estate in Kenmore ist eine absolut empfehlenswerte Ferienhausanlage mit sehr komfortabel ausgestatteten Cottages in verschiedenen Größen, und tatsächlich auch mal einige für maximal 2 Personen. Üblicherweise bekommt man immer so große Häuser, daß man sich nicht entscheiden kann, in welchem von den gefühlten 6 Schlafzimmern man denn nächtigen soll.

    Aussicht aus dem "Maxwell cottage Nr. 14"

Da auf meinen Rundreisen immer Kultur und Natur ansteht, ist im Urlaub ausschließlich Natur angesagt, abgerundet durch meine geliebten Shoppingbummel. 
In Edinburgh wollte ich eigentlich in Ruhe die Aussicht vom Burgberg genießen, fand jedoch vorher meinen Lieblingsshop "White Stuff" in dem schönen Georgianischen Viertel und ließ mich dort bestimmt eine gute Stunde aus. 
Ich hatte aber so etwas auch noch nie gesehen und erfuhr, daß dieser Laden wohl das Flaggschiff der Bekleidungskette ist. Es war wie ein Museum, und ich werde auf jeden Fall mit interessierten Damen meiner nächsten Schottlandgruppe dorthin gehen.
Überall gab es Kuriositäten zu sehen - ein echtes Erlebnis! Am skurrilsten waren allerdings die Umkleidekabinen. Ich wurde in einen Schrank geleitet, wo man die Sachen, die ich probieren wollte, schon deponiert hatte. Die Schranktür wurde geöffnet, und ich befand mich dahinter in einem Badezimmer. 
Als mich die Verkäuferin noch fragte, ob das ok für mich wäre, dachte ich beim Anblick der Toilette, daß vielleicht die anderen Kabinen besetzt und dies eine Notlösung war.
Man kann sich vorstellen, daß ich natürlich als erstes probierte, ob der Toilettendeckel hochklappbar und somit echt war. Ging nicht, also nur Dekoration, und in dem Moment begann ich, das Ambiente toll zu finden. 

    Gang mit Umkleidekabinen rechts und links, getarnt als Schränke

Dann fand ich heraus, daß alle anderen Kabinen ebenfalls als Schränke getarnt waren und jeweils dahinter ein ganz besonderer Umkleideraum war. Ein Dschungel, ein Kinderzimmer, eine Puppenstube, ein Gartenhaus.....
 

Zur kulturellen Ehrenrettung hier allerdings auch noch ein Foto vom georgianischen Viertel Richtung Edinburgh Castle.
P.S. Edinburgh: ich hatte meine Parkzeit um 3 Minuten überschritten, sah im Dauerlauf zurück noch den Ordnungshüter dort herumlaufen, aber er hatte das Knöllchen schon an meine Windschutzscheibe gepappt. Ihr dürft mal raten, was das kostet. 
GBP (britische Pfund) 60,-!!!! Sechzig!!!
Ich war einem Ohnmachtsanfall nahe, wie man sich denken kann. Ich bat noch um Rücknahme des Tickets mit dem Angebot, sogar eine Stunde nachzuberappen, aber es war nichts mehr zu machen.
Ich werde Einspruch erheben  und das nicht bezahlen. Ich war Tourist, das erste Mal hier und habe mich verlaufen (arrrgg!!)

Zurück im beschaulichen Kenmore habe ich dann für den nächsten Mittag einen Tisch reserviert, um im ältesten Inn Schottlands fürstlich zu speisen. Wer möglicherweise um ein 60,- Pfund-Ticket nicht herumkommt, der kann auch hier essen gehen. BASTA!!!

Der nächste Morgen ist recht neblig, aber schön. Hier einige Impressionen von Kenmore und Loch Tay:


Diesen Tag verbringt man am besten irgendwo drinnen, wo es gemütlich ist, z. B. in der Bar innerhalb der Anlage.
Und isst eine Kleinigkeit
In guter Gesellschaft

Uups, sorry, nicht die, sondern die:

Und wenn man dann nochmal nach Edinburgh fährt, weil man meint, ganz ohne Kultur ginge es doch nicht und lässt sich von seiner Brieffreundin höflich zwingen (I must kindly urge you), das Museum von Schottland anzusehen, dann kann ich nun doch noch mit ein paar netten Impressionen aufwarten.






Ab durch die Hecke zum Traumhotel nach S.

Nachdem uns Plymouth nicht haben wollte, oder genauer gesagt, wir wollten Plymouth nicht, war in South Brent ein Ersatz gefunden. Für eine ...