Donnerstag, 27. April 2017

Impressum

Dieser Blog wird geschrieben von:
Gabi Quiatek
44269 Dortmund
Es ist ein privater Blog mit Tagebuchinhalt.

Donnerstag, 20. April 2017

Hoteleigener Drogeriemarkt

Ich sitze beim Frühstück im Hotel Amedia in Wien und unterhalte mich überaus interessant mit meiner Reiseteilnehmerin B. Da sagt sie auf einmal spontan, dass sie noch schnell in die erste Etage zu "dm" will und ist ganz begeistert, dass es im Hotel in einem Raum im ersten Stock eine Filiale dieser Drogeriemarke gibt. So etwas Praktisches! Wenn man da mal seine Zahnbürste vergessen hat, wie gut, dass sofort alles in greifbarer Nähe ist. Ich war ein wenig verwirrt. dm-Markt im ersten Stock eines Hotels? 
Sie wollte es mir beweisen, schliesslich stünde extra ein Schild im Foyer. 
Ja, das ist wohl wahr mit dem Schild. Allerdings tagt hier gerade eine Abordnung der Drogeriekette im Raum 'Doderer' im ersten Stock. Ob sie aber für uns etwas Shampoo oder Zahnpasta dabei haben, das bleibt die Frage des Tages. 
Kundin B. sagt selbst, die Story ist was für meinen Blog, also schnattere ich die hier munter heraus. B. bleibt geheim, aber raten ist erlaubt. 

Montag, 17. April 2017

Ab in den Schnee!

Da macht man Jahr für Jahr Adventsfahrten und wartet auf den passenden, stimmungsgebenden Schnee, aber Fehlanzeige. Jetzt fahren wir nach Wien, wo man eigentlich schon im Volksgsrten sonnend die Prachtbauten der Ringstrasse bewundern können sollte, und dann das! 
Im Moment noch auf der Sauerlandlinie, aber auch in Wien steht die Prognose auf Schnee. Vielleicht friert der Donaukanal zu, dann machen wir ein Schlittchuh-Event. Stadtrundfahrt am besten mit Pferdeschlitten und wärmender Decke auf den Knien. Danach Einkehr in einem Kaffeehaus mit Glühweinparty. Eine herrliche Wintertour!!! 

Samstag, 15. April 2017

Man macht schon was mit - Ein Rückblick

Achtung, jetzt wird´s lang, aber 27 Jahre Reisebüro sind auch wirklich eine lange Zeit.
Das ist mein Reisebüro - von innen. Seit 27 Jahren sitze ich nun hier und habe echt schon viel erlebt. Und ich kann nur sagen: Man macht schon was mit! Natürlich kann das jeder auf seine eigene Art von sich behaupten, aber mir geht es hier um die weltpolitische Lage, die immer unmittelbaren Einfluß auf unser Urlaubsverhalten hat.
Was ist in 27 Jahren nicht schon alles passiert?!
Da hatte ich gerade eröffnet, da war Golfkrieg. Einmarsch in Kuwait, das ganze arabische Gebiet ringsherum von den Urlaubern gemieden. Die Vereinigten Arabischen Emirate waren damals noch nicht so ein gefragtes Reisezeil wie heute, also kann ich hier nicht von "Reisezielschwund" reden, aber es ging doch so weit, daß die Gäste auch nicht in die Türkei reisen wollten. 
Da half es nichts, zu erklären, daß man in den Urlaubsgebieten an der türkischen Riviera doch eigentlich nicht unmittelbar gefährdet war. 

Hier der Hafen von Antalya - ein wirklich schönes Plätzchen am Meer, und so viele schöne Urlaubsorte ringsherum. Side mit seinen Amphitheaterruinen, Alanya mit seinem großen Basar und die Wasserfälle bei Manavgat - ein sehr schönes Ausflugsziel. Dazu große Gastfreundlichkeit, tolle Hotels und gutes Essen. Kinderfreundlichkeit wird groß geschrieben.

Flaute durch Golfkrieg überwunden, es dauert eine ganze Zeit, bis wieder Vertrauen in die Urlaubsziele gefasst wird, da bricht der Balkankrieg aus! 
Jugoslawien, eines meiner Lieblings-Urlaubsziele - erstmal weg von der Bildfläche! Man kann wirklich nicht mehr hinfahren, denn hier tobt der Krieg. Die Stornowelle rollt, denn Jugoslawienurlauber hatten wir en masse
Ich bin immer noch am Anfang meiner Selbständigkeit und habe wirklich Angst, es nicht zu schaffen, denn jede Stornierung bringt mich an den Rand der Verzweiflung. Natürlich verstehe ich die Gäste, ich würde ja selbst auch nicht dorthin fahren, aber mein Umsatz ist futsch, das ist einfach nur frustrierend! 
Aber auch das wird überwunden. Es dauert natürlich, denn es muß auch dort wieder alles aufgebaut werden. Meine Gäste, die ich für das jetzt zu Kroatien gehörende Istrien wieder motivieren möchte, kommen mit Argumenten wie "Die armen Menschen dort, da können wir doch jetzt nicht einfach Urlaub machen!" Eine Aussage einer Reiseleiterin aus Porec, die ich von früher kannte, macht allerdings die Lage klar: "Ihr müsst Urlauber schicken, die Gäste müssen kommen, denn sonst geht es hier doch nicht weiter!" Wie wahr.
Kroatien macht gute Angebote - die Gäste kommen wieder. Leider jedoch kann ein Urlaubsziel nicht immer mit Dumping-Preisen locken, denn irgendwann/irgendwie muß man ja auch mal wieder faires Geld verdienen. Kroatien wird wieder teurer - es ist schwer zu verkaufen. Wie schade, denn es ist ein Traum-Urlaubsziel.
Wunderschöne Orte - natürlich gewachsen, das ist das Schönste. Nicht einfach nur eine "Freßmeile" für Touristen hingezimmert, sondern ein echter Altstadtkern. Klares Wasser, fantastische Ausflugsziele wie die Brionischen Inseln, die Krka Wasserfälle, der Nationalpark Plitvicer Seen.
Ihr lieben Leute, fahrt dort hin. Es ist wunderbar. Ok, die Sandstrände fehlen meist, aber muß man sich denn unbedingt im klebenden Sand aalen? Eine schöne Liege an einem idyllischen Felsenplätzchen kann auch wunderbar sein.

Habe ich jetzt etwas vergessen, oder haben wir auf einmal schon das Jahr 1997, in dem es einen Anschlag auf Luxor gab?
Am Tempel des Hatschepsut hatte eine islamistische Gruppe auf Touristen geschossen. Das ist natürlich mal eine ganz besondere Situation! Die Touristmusindustrie in Ägypten wurde auf Jahre extrem geschwächt. Wir wickelten wieder Stornierungen ab und versuchten, die Gäste irgendwo anders unterzukriegen. Wieder Frust total, bei allem Verständnis. Man schwankt wirklich immer zwischen dem "eigenen Hintern" und der Tatsache, daß man selbst natürlich auch nicht in ein solches Krisengebiet in den Urlaub fahren würde. 
Man ist so unmittelbar abhängig von der - sorry - verdammten weltpolitischen Lage! 
Aber es ging immer weiter, denn ich habe mich immer als helfender, fairer Ansprechpartner für meine Kunden gesehen. Und das wurde glücklicherweise honoriert. Ich habe meine Gäste nicht im Stich gelassen, und sie mich auch nicht.  
Alle Situationen haben wir irgendwie zusammen gemeistert.
Aber dann kam der 11. September 2001! Wahrscheinlich habe ich zwischen 1997 und 2001 noch irgend eine Krise vergessen, aber egal, ich kann nicht alles aufzählen.
Ich weiß noch wie heute, daß ich in meinem Büro saß - ohne Radio, denn ich kann einfach bei Musik und Radio-Gequatsche nicht arbeiten.
Da kommt meine Nachbarin Irmtraud (liebe Irmtraud, schade, daß Du mit deinem Schmuck-Lädle nicht mehr da bist) zu mir rüber und erzählt mir, daß ein Flugzeug in das World Trade Center in New York geflogen wäre.

Eine neue Dimension des Terrors war angebrochen, und ich kann Euch nicht sagen, was das für eine Stornowelle auslöste. Hier ging es nicht mehr nur um eine Reise nach New York, sondern um Flugreisen ganz allgemein.
Manche stornierten, egal was es kostete, und manche stornierten mit dem Grund, krank zu sein. Das war eigentlich schändlich und hatte zur Folge, daß die Versicherungen im Folgejahr ihre Tarife erhöhten, weil es zuviele Erstattungsfälle gab. So manch einer kam mit einem Attest vom Arzt, um die Kosten für seine Stornierung zu retten. Menschlich-finanziell verständlich, aber einfach nicht richtig. 
Das war nun ein Jahr, wo es wirklich verkaufstechnisch eine Talfahrt gab. Die Menschheit hatte einfach Angst. Aber was man nicht vergessen sollte ist, daß es, wahrscheinlich schon begonnen im Jahr 2000, eine Wirtschaftskrise gab, die die Leute generell zum sparen zwang oder zumindest suggerierte, daß man sparen sollte.
Media Markt erfand 2002 die Parole "Geiz ist geil".  Ach du liebe Güte! Was war denn jetzt los? Da bekam man auf einmal in irgendwelchen Läden einen Flug nach New York umsonst, wenn man eine Winterjacke gekauft hatte. 
Ich habe zu der Zeit mein eigenes Programm, gut organisierte und persönlich begleitete Bus- Städte- und Rundreisen erweitert - mit Erfolg, Gott sei Dank.
Allein in meinem Umfeld verabschiedeten sich zwei Reisebüros in die Pleite. Ich sage Euch, man freut sich zwar, daß man in seinem Vorort weniger Mitbewerber hat, aber die Angst ist trotzdem da, daß man eventuell  auch noch dran ist.
Aber, was soll ich sagen, ich hab´s geschafft! Man wechselt die Seiten im Hause Nr. 26 und wählt ein kleineres Büro. Eine weise Entscheidung, und es wird mir klar, daß man sowieso nicht viele Quadratmeter braucht, um Urlaub anzubieten.
In meinen Anfängen hatte ich immer das Gefühl, mit Karstadt mithalten zu müssen. Die Kunden kamen und fragten, ob sie bei mir auch TUI oder Neckermann, oder weiss der Geier was, buchen könnten, so wie bei Karstadt. Und jedes verdammte Mal habe ich mich im Stillen total aufgeregt, weil es doch wirklich nicht von den Quadratmetern eines Büros abhängt, was man dort buchen kann. Heute buchen die Leute im Internet bei irgendwelchen unbekannten Büros, von denen sie noch nicht einmal wissen, ob das Büro überhaupt so groß ist wie ein Gäste-Klo (Sorry, muß mal raus!!! Also natürlich nur dieser Satz :-) ).
Apropos Karstadt. Sehr gern erinnere ich mich an einen meiner ersten Kunden, der sich bei mir einen Jahn-Reisen-Katalog abholte, noch einmal in den Laden zurück kam und fragte: "Kann ich das auch hier buchen?" - "Ja". - Und ich muß nicht zu Karstadt?" - "Nein". Das war einfach nur klasse, und ich hatte einen neuen Stammkunden.

Zurück zur Geschichte. 
2010 brach der isländische Vulkan Eyjafjallajökull aus. Aschewolke über Europa - nix ging mehr im Flugverkehr. Da ist es mal keine Fremdeinwirkung, sondern einfach die Natur, die sich ihre Bahnen bricht. Ich war derzeit auf Mallorca und kam dort nicht weg.
Meine neue Aushilfe saß zu Hause im Büro mit einem Ansturm an Fragen, ob dieser oder jener Flug nun stattfinden würde und konnte das natürlich nicht beantworten. Niemand konnte das in der Situation. Ich wollte nach Hause, um sie zu unterstützen, aber es ging nicht. Irgendwann gab es dann einen Condor-Flug von Mallorca zum spanischen Festland, und die Leute wurden gefragt, ob sie freiwillig dort mitfliegen wollten. Der Flieger würde unterhalb des Radars (oder was weiß ich, irgendwas nicht Normales jedenfalls) fliegen und man  suchte Freiwillige. Na ja, der Pilot wird schon wissen was er tut und selbst auch heile nach Hause kommen, also nix wie gemeldet und dorthin geflogen. Vom Festland kommt man schon irgendwie weg.
Meine geniale Idee, von Barcelona aus mit einem internationalen Linienbus zu fahren, hatten auch schon gefühlte tausend andere. Übernachten ging nicht - alles ausgebucht.
Doch da holte ein ganz normaler Reisebus seine Gäste von der Costa Dorada ab und ich sprang den Fahrer an (also, ich ging auf ihn zu....) und fragte, ob er mich mitnehmen würde.
So kam ich schonmal bis in den Schwarzwald, und von dort mit der Bahn nach Hause. Und was soll ich sagen? Die hatte am Ende am meisten Verspätung.

Und nun kriege nicht mehr alles zusammen was sonst noch so an Krisen war. Türkei - mehrfach. Ägypten - irgendwie auch. Tunesien - entsetzlich! Brüssel - schrecklich! Paris - keiner wollte mehr hin. Weihnachtsmarkt in Berlin.
Doch seien wir mal ehrlich. Warum sollte man nicht nach Paris fahren? Ich kann doch eine Stadt oder eine Region nicht grundsätzlich auf längere Zeit oder gar für immer meiden, nur weil ein paar Verrückte, die die Welt in ihrem Sinne "gerade rücken" wollen, uns terrorisieren. 
Verrückte gibt es leider überall - sogar bei uns in Hörde, wo kürzlich jemand ein Haus in die Luft gesprengt hat, weil er dort ausziehen musste - oder weil er einfach verrückt war.
Aber der Urlauber ist tatsächlich im Laufe der Jahre etwas abgehärteter geworden und ihm ist klar, daß es nirgendwo hundertprozentige Sicherheit gibt.
Deswegen lässt man sich sein Urlaubsvergnügen einfach nicht nehmen, und das wissen auch die Meisten, glücklicherweise.
Urlaub ist und bleibt ein wichtiges Gut in unserem Leben. Und deswegen sitze ich auch immer noch in meinem Reisebüro und schicke die Leute in alle Welt und dorthin, wohin es sie zieht und wo sie Land und Leute kennenlernen möchten.
Und wer das nicht allein tun möchte, der kommt mit uns mit - auf eine unserer schönen Busreisen. Gut betreut und in bester Gesellschaft.
Wann sehen wir uns? 10 Jahre mache ich noch !!!!!

 








Ab durch die Hecke zum Traumhotel nach S.

Nachdem uns Plymouth nicht haben wollte, oder genauer gesagt, wir wollten Plymouth nicht, war in South Brent ein Ersatz gefunden. Für eine ...