Sonntag, 24. September 2017

Schönen Urlaub! .... Mein erster Bericht vor 6 Jahren

Ich bemerke gerade, daß ich meinen Blog bereits seit 6 Jahren schreibe.
Das ist keines von diesen Super-Jubiläen, wie 25 Jahre / 50 Jahre / silber / gold oder so, aber für mich ist es ein kleines. 6 Jahre, das klingt doch auch richtig gut, und wenn ich bis zum 25-jährigen Blogjubiläum warten würde, dann wäre ich schon eine Blog-Omi.

Meine ersten "Blog-Gedanken" gingen um einen Wunsch, den mir viele meiner Kunden (und mit größter Inbrunst auch immer mein eigener Bruder!) mit auf den Weg gaben, wenn ich zu einer meiner Reiseleitereien aufbrach: "Schönen Urlaub"!

Das wünschen mir viele, wenn ich wieder mal nicht im Büro arbeite, sondern eine Busgruppe in irgend einen Teil von Europa begleite. Vorausschicken muß ich, daß ich natürlich weiß, daß man das einfach so sagt, wenn jemand auf Reisen geht, aber es gibt ja auch Menschen, für die ist das Arbeit, wenn auch - wie in meinem Fall - eine sehr schöne, denn ich liebe das Reisen.
Warum aber ist es denn KEIN Urlaub, wenn ich eine Gruppenreise begleite?
"Schöner Urlaub" contra "echter Urlaub" - das soll der Start für meinen Blog sein.
Wenn ich privat in "echten Urlaub" fahre, dann entspanne ich mich in dem Moment, wo ich in das Verkehrsmittel einsteige.
Begleite ich eine Reisegruppe, stehe ich in dem Moment an dem Punkt, wo alles, was ich monatelang vorbereitet und organisiert habe, jetzt einfach perfekt ablaufen muß. Ich weiß, was ich selbst gemacht habe und bin sicher, daß die Gäste es mögen werden. Aber es gibt ja auch noch die Leistungsträger (Ha! Touristischer Fachbegriff!!!), die ihre Arbeit nun so machen sollen, wie ich mir das vorstelle, und zu 99% klappt das auch, aber die spannende Erwartung bleibt natürlich jedes Mal.

Das ist schon der erste Unterschied.

Zum zweiten stehe ich in dem "schönen Urlaub" jeden Morgen um 7 Uhr auf, um für meine Gäste den Tag zu gestalten. Im "echten Urlaub" schlafe ich da noch. Desweiteren lese ich im "echten Urlaub" ein Buch und höre auf, wenn ich keine Lust mehr dazu habe. Bei meinem "schönen Urlaub" bin ich Reiseleiterin, erzähle von Land und Leuten und lese auch schonmal eine Geschichte vor, darf aber natürlich nicht aufhören, wenn ich keine Lust mehr habe (wenn´s den Gästen gefällt, liest man sowieso gern weiter, und ich glaube, ich habe Glück, daß das so ist).

Und last, but not least spreche ich im "echten Urlaub" sehr ungern (wer mich kennt, meint, das kann gar nicht möglich sein...), im "schönen Urlaub" lebt der Tag vom Reden und Erzählen, das ist meine Aufgabe, denn die Gäste möchten ja eine schöne Zeit haben und von einer Rundreise auch einiges an Wissen und Erinnerung mitbringen. Tja, so ist das mit dem "Schönen-Urlaub-Wunsch".

Es steht mir wieder bevor, und irgendwie mag ich´s mittlerweile schon und schmunzle - in 5 Tagen geht es nach Edinburgh zum Military Tattoo. - SCHÖNEN URLAUB. Fortsetzung folgt.

Und da dieser Post neu aufgelegt wurde, geht es in 5 Tagen (leider) nicht nach Edinburgh, dafür aber in 2 Wochen nach Cannero Riviera am Lago Maggiore und danach in das wunderbare Loire-Tal.

Buon viaggio ! Bon voyage !

Dienstag, 19. September 2017

Meine ganz persönliche Air-Berlin-Story

Es war einmal eine tolle Airline, die hieß LTU. Sie war der Liebling meiner Kunden, alle wollten mit ihr fliegen, und sie war in Düsseldorf stationiert. Die NRW-Airline schlechthin.
Sie hatte einen wundervollen und soliden Ruf bei den Fluggästen. Machte ich eine Buchung, kam immer die Frage nach der Fluggesellschaft, und wenn ich einmal einen anderen Namen als LTU nannte, dann kam ein Aufschrei: "Nur mit LTU"! Als würde man überhaupt keiner anderen Airline vertrauen können. 
So mancher Urlaubssuchende machte seine Buchung davon abhängig, ob er mit LTU fliegen konnte oder nicht.
Ich selbst habe meinen allerersten Flug mit LTU absolviert, und zwar nach Brasilien. Dieser tolle Flug hatte im Handumdrehen meine in den 1980ern  noch unüberwindbar erscheinende Flugangst weg gepustet. 
Das alles ist schon so lange her, dass sich ein Nebelschleier über meine Erinnerungen legt und ich nicht mehr genau weiß, was alles zur Abwendung der Insolvenz getan wurde und warum diese überhaupt passiert war. Ich weiß noch, dass es ein unglaubliches Hin- und Hergeschiebe gab. 
Anteile wurden verkauft, wieder gekauft oder übernommen, und zwar von allen möglichen Leuten, inklusive eines Modeunternehmers, der West LB und Rewe. 
Alles Firmen, die eigentlich überhaupt nichts mit dem Thema "Reise" zu tun hatten.
Aus dem Nebelschleier meiner Erinnerungen taucht dann auf einmal die Air Berlin auf und übernimmt die LTU inklusive 200 Millionen € Schulden. 
Meine LTU-abhängigen Kunden sind am Boden zerstört, misstrauen natürlich auch zuerst der Air Berlin, denn es ist ein Name, den man nicht kennt, und warum überhaupt auf einmal Berlin?
Was haben wir nicht alles an Aufklärungsarbeit geleistet? Uns den Mund fusselig geredet, dass man durchaus damit fliegen kann. Um ehrlich zu sein, wusste man es ja selber gar nicht, weil man die Fluggesellschaft auch nicht kannte.
Aber Neulinge brauchen auch ihre Chance, und immerhin war es keine Neugründung, sondern schon seit den 1970er Jahren ein Unternehmen in den USA.
Und schau doch mal, die haben sogar die schöne rot-weiße LTU-Lackierung übernommen, sieht doch genauso aus, steht nur aussen was anderes dran 😬. 
Selbst die gute junge Flugzeugflotte wurde übernommen. Klar, die schmeißt man ja nicht einfach weg. Und Piloten und Kabinenpersonal stehen doch alle immer noch bereit, warum also die 200 Millionen € Schulden noch weiter durch Experimente erhöhen?
Wer hätte gedacht, dass sich eine neue Erfolgsstory anbahnt, und meine Kunden am Ende ausschließlich mit Air Berlin fliegen wollten?

Und jetzt? Welche Situation wir nun haben, verfolgt man täglich am Fernseher. Im August 2017 meldete Air Berlin Insolvenz an.
Und ich, mit meiner Milchmädchen-Philosophie, die da lautet "Ich kann nur das Geld ausgeben was mir gehört, und die Gelder, die ich einnehme, gehören in erster Linie meinen Kunden und nur zu einem ganzen kleinen Teil mir", frage mich, wie man tatsächlich erfolgreich werden kann, wenn man schon mit 200 Millionen € Schulden beginnt. 
Der BWLer neigt natürlich jetzt dazu, mich da mal richtig aufzuklären, doch bei mir ist das zwecklos.

Wenden wir uns lieber wieder der vermeintlichen Erfolgsstory der Air Berlin zu.
Nach außen hin werden tatsächlich ständig Zuwächse gefeiert, aber wer weiß schon, ob in der ganzen Zeit das Unternehmen tatsächlich auch schwarze Zahlen geschrieben hat? 
Sorry, Air Berlin, das sind meine ganz persönlichen Fantasien, die ich natürlich nicht mit Zahlen und Fakten unterlegen kann.
Air Berlin eröffnete uns Möglichkeiten, Flugtickets ohne Pauschalreise zu verkaufen. Das war bis dato nicht möglich. Jetzt aber konnten wir auch all die glücklichen Personen einbuchen, die auf Mallorca eine Finca besaßen und nur den Flug brauchten. 
Danke, Air Berlin.
Und Air Berlin stationierte Flugzeuge auf dem Flughafen Dortmund. Was für tolle Aussichten für uns? Vom Dortmunder Süden aus zum Beispiel in 15 Minuten am Flughafen sein und über all hin fliegen. Das gefiel uns doch sehr. 
Danke, Air Berlin. 
Irgendwann sprang Air Berlin auf den Billigflug-Zug auf (was für ein Widerspruch 😀), oder hat sie ihn am Ende sogar selbst erfunden?
Ich verkaufte meinen ersten Flug von Dortmund nach Rom für sagenhafte € 50, was mir nach sicherlich einer Stunde Beratungs- und Abwicklungsarbeit, ausdrucken, Rechnungsstellung an den Kunden etc. einen satten Gewinn von € 2,- Euro einbrachte!
Danke, Air Berlin.

Immer wieder erinnere ich mich daran, wie eines Tages eine Agenturbetreuerin der Fluggesellschaft in meinem Büro aufschlug und mich in den Himmel lobte, wie viele "Paxe" wir schon bei Air Berlin eingebucht hätten!
"Pax" hat nichts mit dem lateinischen Wort für Frieden zu tun, sondern bezeichnet in der Touristik einfach Personenzahlen. 
Meiner "Betreuerin" musste ich jedoch mitteilen, dass ich bei der Preispolitik der Air Berlin von "Paxen" alleine kein Butterbrot kaufen könnte.
Was nützen mir 1000 Passagiere, wenn die alle nur für 50 € fliegen?
Da ist sie wieder, die Milchmädchen- Philosophie. 
Und wieder einmal lernte ich, dass der Erfolg eines Unternehmens und seine Größe anscheinend von der gebuchten Personenzahl abzuhängen scheint und nicht von dem Gewinn, den sie einem bringen.

Die Billigpolitik nahm weiter ihren Lauf, Air Berlin tat es der Lufthansa gleich und nahm uns die Provisionen weg. Ab sofort verdienten wir beim Flugverkauf gar nichts, wenn wir nicht ein Serviceentgelt nahmen. 
Danke, Air Berlin.

Irgendwann hatte sich dann auch der Kunde daran gewöhnt, dass wir ihm ein Entgelt abnehmen mussten, mit dem unsere teilweise stundenlange Beratung auch nicht wirklich kompensiert wurde, aber wir sind ja serviceorientiert und wollen uns unterscheiden von dem "Null-Service" im Internet.
Die stundenlange Beratung liegt übrigens nicht immer am Kunden, sondern an der Preispolitik unserer Fluggesellschaften und auch Reiseveranstalter, die sich einen Sport daraus machen, innerhalb von 15 Minuten die Preise zu erhöhen, aufgrund dessen sich der Kunde es sich erst wieder einmal überlegen muss.

Nun haben wir den Salat, Air Berlin ist insolvent, und die Kunden fragen uns täglich, ob man denn dort noch einbuchen sollte. 
Sie fragen, ob der Flug, den sie nach USA gebucht haben, denn überhaupt noch stattfindet. 
Sie fragen, ob sie ihr Geld zurückbekommen, wenn der Flug ausfällt.
Sie fragen Dinge, die wir in einer solchen Situation auch nicht voraus sagen können. 
Selbstverständlich erwartet der Kunde von uns, beruhigt zu werden, dass alles in Ordnung kommt.
Aber wie kann ich das tun? 
Bislang sind alle unsere Gäste gut in den Urlaub gekommen und auch wieder zurück. Niemand hat sein Geld verloren. Gäste sind umgebucht worden auf die Airline Fly Niki, die zur Air-Berlin-Gruppe gehört und angeblich nicht von der Insolvenz betroffen sein soll.
Ist das wirklich so? Ich weiß es nicht und kann es nur glauben.
Meine Milchmädchen-Philosophie sagt mir etwas anderes, aber auch ich möchte, dass alles wieder in Ordnung kommt, dass meine Gäste beruhigt fliegen können und Tausende von Mitarbeitern nicht ihre Jobs verlieren.

Diese Fluggesellschaft jetzt gar nicht mehr zu buchen, kann natürlich auch nicht die Lösung sein.
Keine Paxe - kein Überleben!

Im Rahmen dieses ganzen Dramas brachte mich  gestern eine E-Mail außer Rand und Band, die zur Teilnahme an einer Umfrage aufrief. Unsere Meinung war gefragt, ob Fluggesellschaften nicht auch verpflichtet werden sollten, die Kundengelder mit einer Versicherung abzusichern.
Nein, Ihr lieben Leute, auf keinen Fall sollten die das tun!!! 😡 
Macht einfach so weiter wie immer. 
Kassiert den Preis für das Ticket weiter direkt bei Buchung, auch wenn die schon zehn Monate vor Abflug erfolgt, und wir hoffen weiter, dass alles prima läuft.

Liebe EU, Du erlässt Gesetze, die uns Reisebüros künftig verpflichten, die Kundengelder abzusichern, wenn wir schon alleine zwei verschiedene Leistungen zusammenfügen, auch wenn ich beide Leistungen bei einem Reiseveranstalter buche, der an sich dafür verantwortlich ist. 
Ich soll ab Sommer 2018 dem Kunden erklären, dass er diese beiden Leistungen getrennt bezahlen soll, obwohl er beide bei mir gebucht hat, nur, damit er weiß, dass er keine Pauschalreise gebucht hat. Addiere ich beide Preise zusammen und kassiere die in meinem Reisebüro, muss ich das Geld absichern, das er bei mir lässt. Und ich muss vielleicht weiterhin gegenüber dem Reiseveranstalter meine Bürgschaft leisten, weil der mir ja schließlich Unterlagen schickt und eine Sicherheit haben möchte, dass ich die auch bezahle. 

Also wirklich, vor diesem ganzen Hintergrund bekomme ich doch tatsächlich das K…, wenn man mich dann fragt, ob eine Fluggesellschaft nicht vielleicht auch die Kundengelder absichern sollte.

Das ist eine Selbstverständlichkeit, der sich die EU schon längst hätte annehmen müssen. 

In diesem Sinne, es ist jetzt 9:20 Uhr, und ich sollte schon längst auf dem Weg in mein Reisebüro sein und mir dort die neuesten E-Mails über Air Berlin, jetzt auch Ryanair und sonstige neue Gesetze reinziehen und ganz nebenbei natürlich auch noch meine lieben Kunden beraten.

Das ist eigentlich genau das, weswegen ich doch meinen Beruf liebe und was ich überhaupt nur machen möchte.

(Danke an Lina für die Fotos)

Montag, 18. September 2017

Lecker essen mit Aussicht am Lago Maggiore

Zum zehnten Mal dieser Blick! Und einen schönen Herbst genießen in Cannero Riviera am Lago Maggiore.
 Der Herbst hier lässt mich wirklich frieren. Ohne Socken gehen ist schon allmählich erkältungsgefährdend. Heute das erste Mal die Strickjacke rausgeholt. Wenn das so weiter geht, dann kann man nur noch Richtung Süden flüchten.
Und genau das machen wir auch und fangen hoffentlich noch einen goldenen Oktober im Piemont ein. Und wenn nicht? Auch nicht so schlimm, denn wir haben ein fantastisches Hotel mit leckerem Essen. Im Piemont kocht man mit regionalen Zutaten, frisch und schmackhaft. Das wärmt dann wenigstens die Seele. 
San Daniele-Schinken, ein super Parmesankäse, Steinpilzrisotto und leckerer Wein. Dazu der Wohlfühlservice der Familie Gallinotto. Was will man mehr?
Mailand gucken, Turin erwandern, ein an den Berg geklebtes Kloster bestaunen, rauf auf die Berge in der nahe gelegenen Schweiz, auf dem Markt in Luino vor lauter Schuhen nicht wissen welche man kaufen soll.....  und noch wieder was Leckeres essen. 

Und so schön wohnen.

Ich habe gehört, es gibt immer noch Menschen, die diese Tour noch nicht mit uns mitgemacht haben. Kaum zu glauben. Aber wir werden auch noch das elfte Mal hinfahren. Eure Chance ist also noch nicht vertan.





Dienstag, 12. September 2017

Mit Volldampf zum Wasserfall: Von gebrochenen Armen in Norwegen und gekitteten Zähnen in Rom



Um nicht gleich Alarm auszulösen, sei hier gesagt, daß seit 27 Jahren immer alle Gäste, die mit mir unterwegs waren, heile nach Hause gekommen sind und weiterhin reiselustig sind, egal, was ihnen unterwegs passiert ist.

Land der Szene: Norwegen, Juni 1997.
An den ersten Zwischenfall kann ich mich gut erinnern. Es war auf einer Reise zu den norwegischen Fjorden.
Wir hatten uns einen Spaß daraus gemacht, jedes Mal, wenn es irgendwie möglich war und es eine landschaftlich schöne Stelle gab, für unsere Gäste einen Fotostopp zu machen.
Meine Reisen sind so konzipiert, daß man nicht den Bus-Sessel durch ewige Kilomterhechelei platt sitzt (und seinen Hintern noch dazu), also haben wir recht viel Zeit, den Ausflugstag oder die Strecke von A nach B auch ein wenig gemütlich zu vergammeln.
Schließlich möchte man hautnah an der schönen Landschaft sein.
Meine Gäste hatten auch ein Riesenvergnügen und nutzten natürlich jede Gelegenheit aus. Ein Wasserfall nach dem nächsten wurde lauthals mit einem langen „Fooootooostooop“ angekündigt.
Ein wenig hatte ich es fast schon bereut, denn in Norwegen gibt es zum einen unwahrscheinlich viele Wasserfälle und vor allem wahnsinnig viel tolle Landschaft.
Wir hätten am Ende mit Fotostopps die Reise auf 6 Wochen ausdehnen müssen.
An einem besonders schönen Expemplar der abrupt in die Tiefe stürzenden Wassermassen hatten sich dann alle irgendwie gegenseitig vor Freue so aufgeputscht, daß manch einer nicht schnell genug mit dem Fotoapparat aus dem Bus kam.
Und eine Dame preschte vor, verlor den Halt und kippte direkt an eine Felswand, die sich neben unserem Bus in der Haltebucht befand.
Zum Glück, dachte ich, dann kann sie nicht hinfallen. Aber dummerweise hatte sie, wie sich später herausstellte, Glasknochen, die durch kleinste Kleinigkeiten brechen. Und so war es dann auch. Ein komplizierter Bruch hatte sie heimgesucht.
Nichts wie ab ins Krankenhaus. Übersetzungshilfe meinerseits, wobei dann letztlich ein Arzt in Lillehammer sogar gut Deutsch sprach.

Lillehammer, das ist bekanntermaßen ein Wintersportort und Austragungsort der Olympiade 1994, also drei Jahre vor unserer Reise. Die Ärzte in einem solchen Ort sollten knochenbruch-gestählt und nach der Olympiade noch fit im Training sein.
Meine Kundin war in sehr guten Händen und konnte die Reise mit uns fortsetzen.
Leidtragender war aber auch ihr Mann, der fortan täglich zwei Personen an- und ausziehen musste, denn das konnte sie natürlich schwerlich selbst mit einem bandagierten, eng am Körper festgebundenen Arm.

Szenenwechsel.
Rom, die Sonne brennt, es ist affenheiß (sagt man das heute eigentlich noch so?) Es ist der Sommer 1993.

Auf einer meiner ersten Reisen nach Rom ist einem Teilnehmer das Gebiss gebrochen. Harte Pizza in Italien ist vom Teig her halt völlig anders als die in Deutschland für deutsche Geschmäcker gemachten Teigarten. Doch daran allein wird es nicht gelegen haben.
Wer weiß, was er heimlich noch alles genascht hat.
Also hieß es, einen Zahnarzt finden, italienisch den Gebißbruch erklären (nun ja, der Arzt sieht es ja auch erleichternderweise) und wieder einen zumindest halb freien Tag in einer Praxis verbringen.
Wir rätseln heute noch, mit welchem Beton der „dentista“ wohl die Beißerchen festgemeißelt hat. Die Zähne haben lange gehalten, der Patient klagte anschließend lediglich über ein sehr schweres Gefühl im Mund.
Egal, normal essen war wieder angesagt, und es ist tatsächlich allein für so manches römisches Frühstücksbrötchen von Nöten, daß die Kauleiste nicht gleich den Geist aufgibt.

Sehr belustigt erinnere ich mich hier an einen im Freundeskreis entstandener Begriff der „Katakombenbrötchen“ – außen super hart und eine echte Herausforderung für die Zähne, und innen ein Loch.
Ausgehöhlt, so wie es bei den römischen Katakomben vor den Toren der Stadt auch ist.
Zur römischen Ehrenrettung: Wir haben so manches Lokal gefunden, wo man hervorragend speisen kann.
Als Tipp – für mich allen voran – das Viertel „Trastevere“.
Bei anderer Gelegenheit erzähle ich dazu gern mehr.

Neues Land, neue Szene: Schottland im Jahre 2004.
Inmitten der einsamsten Highlands bemerkt ein Gast, daß er seine Medikamente für sein Rückenleiden zu Hause vergessen hat.
Es ist eine sehr starke Medizin ohne deren Einnahme er die Reise eigentlich nicht fortsetzen kann, da die Schmerzattacke unermeßlich sein würde.
Weit und breit ist allerdings auch kein Flughafen in Sicht, von dem aus wir ihn rasch nach Hause schicken können.
Wir gehen zum Arzt, und das sieht auf dem Lande in Schottland so aus: Es gibt in manchen Orten ein Gemisch aus Krankenhaus, Seniorenheim und Arztpraxis. Besetzt von einer oder mehrerer Krankenschwestern. Im Bedarfsfalle wird dann der Arzt von irgendwo aus der Nachbarschaft her zitiert und eilt rasch über den nächsten „Ben“ (schottischer Berg) und durchs nächste „Glen“ (schottisches Tal) zum Patienten.
Unser Arzt war allerdings gerade sogar bei uns vor Ort und wurde von uns zwei Aufgeregten mit Hilferufen zugetextet. Wir wollten ein bestimmtes Medikament erhalten, doch das erwies sich als morphiumhaltig und nicht einfach so verschreibbar.
Schließlich kannte der Schotten-Doc seinen zeitweiligen Patienten überhaupt nicht.
Ich habe bis heute nicht die leiseste Ahnung, welche Worte meines Redeschwalls ihn letztlich überzeugt haben, daß wir harmlos sind und wirklich nur diese Medizin zum schmerzfreien Weiterreisen brauchten. Es hat geklappt, und die Apotheke im Ort hatte es sogar auch zufällig vorrätig.
Patient gerettet, Reise gerettet, das schottische Hochland wartet!

Im Laufe der Jahre folgten noch mehrere Zahnarztbesuche wegen abgebrochener Brücken, ein gebrochenes Handgelenk in Gent, ein heiserer Sänger kurz  dem Konzert auf einer Chorreise, allergische Reaktionen auf Mückenstiche in der Provence, ein Sehnenabriss in Sorrent, ein Schlaganfall in Stockholm.

Ich habe mir angewöhnt, immer ruhiger zu werden, je heikler die Situation ist und habe mittlerweile eine Arzt- und Krankenhausadresskartei, die sich sehen lassen kann.
Nutzen möchte ich sie allerdings möglichst nicht mehr so oft.

Montag, 11. September 2017

Ihr Kinderlein kommet

Keine Angst, es weihnachtet noch nicht.
Aber ein neues Kind ist angekommen. Ich freue mich so, denn es gibt wieder einmal ein Paar, das sogar uns im Reisebüro informiert hat, daß der Nachwuchs geboren ist.
Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, daß deswegen eine eingschworene Kinderlose wie ich total aus dem Häuschen ist, und um das zu beweisen, muß ich ein wenig ausholen, auch wenn mir dann wieder einmal bewusst wird, wie lange ich schon im Geschäft bin und eigentlich schon längst das Alter erreicht habe, wo mir selbst Enkelkinder um die Beine herumwuseln und meine Oma-Güte charmant ausnutzen könnten.
In meinen Büroanfängen habe ich vielen Familien Urlaub vermittelt. Deren Kinder waren im Jahre 1990 gerade laufbereit und kamen schon in den Genuß einer Flugreise nach Mallorca, Kreta, Portugal oder sonst zu einem interessanten Flugreiseziel.
Mir selbst wurde im Kleinkindalter ein Zelturlaub an der Adria und im Jugendalter mehrfacher Urlaub in immer demselben Ferienhaus in Dänemark geboten. Ein Vorwurf ist dies keineswegs, die Zeiten waren halt anders in den 1960er Jahren und Flugreisen auch noch nicht für jedermann attraktiv.
Und als wäre es erst gestern gewesen, kommen auf einmal die oben erwähnten Kinder als sechzehnjährige in mein Büro, um eine Jugendreise zu buchen. Natürlich erkenne ich sie nicht sofort, aber beim Anlegen der Buchung kommt dann der Name zu Tage. Und ich schlage meist hinten rüber, weil dieser Jugendliche doch eben noch so klein war und ihm noch eine satte Kinderermäßigung zuteil wurde.
Zack, sind sie groß und buchen selbst. Und nicht nur das. Sie heiraten und buchen, wenn es denn im Budget liegt, ihre Hochzeitsreise bei mir. 
Ich bekomme Fotos eines wunderhübschen Paares vom Strand auf Mauritius, von einer Hochzeit während einer AIDA-Kreuzfahrt in Dubai und aus einer Location in Las Vegas mit einem Elvis-Presley-Double als Trauzeugen.
Die Heiratsanträge, die sich allmählich anbahnen, bekommen wir zwar nicht live mit (das wäre ja auch noch schöner...), aber bei deren Vorbereitungen war ich durchaus mit im Boot.

So ist mir zum Beispiel die Planung für ein Wochenende in Köln in Erinnerung.
Zusammen mit dem Kunden wurde ein schönes Arrangement für seine Angebetete ausgeheckt und so unter anderem mit einem mit Rosenblättern geschmückten Hotelzimmer der Rahmen für seinen ganz besonderen Anlaß geschaffen. 
Höchste Geheimhaltungsstufe wurde angeordnet, und darin habe ich mich mittlerweile zum Meister entwickelt. Es wurde an alles gedacht, daß auf keinen Fall die Vorbereitungen in falsche Ohren gelangen.
Mit diesem Paar ging es dann, wie man so schön sagt, durchgetaktet weiter. Heiratsantrag, Hochzeit, erstes Kind.
Und ich habe sehr zügig nach der Geburt ein Foto bekommen. Lukas hatte sich mir damals quasi mit eigenen Worten unter seinem Foto als neuer Kunde vorgestellt.
Das war wirklich ein erhebendes Gefühl!
Familienurlaub haben wir mittlerweile auch schon für alle drei gebucht, aber momentan ist ein wenig Pause, weil das zweite Kind vor kurzem das Licht der Welt erblickt hat.
Aber ich stelle mich schon allmählich auf das Selektieren von Hotels mit Familienzimmern ein.
Und den ersten Jugendurlaub von Lukas könnte ich eventuell auch noch buchen.



Anders als bei einer weiteren lieb gewonnenen Familie. Sohn und Schwiegertochter buchen beide bei mir und sind inzwischen selbst auch Eltern geworden.
Auch hier habe ich bei einem sehr besonderen Urlaub in die Südsee mit der Planung behilflich sein dürfen, immer mit dem Gedanken im Kopf, daß da etwas ganz Besonderes mit beabsichtigt wurde.
Doch hier wurde ich im Dunkeln gelassen und mir dieser Wahnsinnstrip nach Neuseeland und in die Südsee als "wir können das jetzt halt einfach gerade machen" verkauft.
Doch es war die Heiratsantrags-Reise, Hochzeitsreise nach Mallorca folgte und jetzt, ja jetzt vor kurzem ist Leon geboren.
Wieder große Freude, als ich per Email informiert wurde.
Das alles ist für mich schon sehr besonders, denn warum sollten Paare eigentlich ihr Reisebüro über die Geburt ihres Nachwuchses informieren? Schließlich droht doch die Gefahr, daß ich noch schnell für die dritte Person nachkassiere, die ja sehr wahrscheinlich schon inkognito bei einer der letzten Reisen dabei war :-).


Das erste Baby, daß übrigens mit einer Größe eines Pünktchens schon heimlich im Flugzeug mitreiste, wurde "Daphne" getauft, weil sie sehr wahrscheinlich im Zypern-Urlaub entstanden ist.


Bei aller Freude mischte sich aber bei der letzten Nachwuchsnachricht der Gedanke ein, daß ich für diesen kleinen Wurm, wenn er mal 16 oder 18 Jahre alt ist, keine Reise mehr buchen kann, denn dann bin ich im Ruhestand. Auch die nett gemeinte Ermahnung des Vaters, daß ich dann doch bitte schön noch ein paar Jahre dran hängen muß, nützt leider nichts, denn in 16 Jahren wähne ich mich selbst "D.U." - dauernd unterwegs, um hoffentlich meine Rente zu genießen.
Wer weiß aber, wie sich die Welt weiter dreht. Und vielleicht, kleiner Leon, muß ich auch noch länger arbeiten als gedacht, und dann werde ich Dich mit Freuden in das erste Jugendcamp schicken. Aber Vorsicht! Es gibt auch welche, wo man mithelfen muß beim Kochen, etc.
Doch wer weiß, wie Jugendurlaub im Jahre 2033 aussieht?
Wir werden es dann gemeinsam erleben.

Dienstag, 5. September 2017

Bedarfsermittlung und Fairness im Reisebüro

Die Bedarfsermittlung ist ein großartiges Wort. Ich benutze es jeden Tag, beziehungsweise mache das jeden Tag, um herauszufinden welche Wünsche meine Gäste im Urlaub erfüllt haben möchten und welche Ansprüche sie an ihn stellen.

 


Die Bedarfsermittlung öffnet mir das Tor zu den Vorstellungen meines Kunden und soll mir zeigen, was er wirklich will.
Das heißt natürlich noch lange nicht, dass diese Vorstellungen auch alle realisierbar sind. Nun ja, realisierbar ist bei der Urlaubsplanung eigentlich fast alles, man muss nur das nötige Kleingeld dafür investieren und zeitlich flexibel sein
Es gibt in unserem Land eine Vielzahl wunderbarer Verkaufstrainer, die in Seminaren erklären, was man tun muss, damit der Kunde auf jeden Fall sofort bucht.
Sie empfehlen eine gründliche Bedarfsermittlung und haben Recht damit, man muss das auf jeden Fall machen. 
Sie haben allerdings nicht Recht, wenn sie behaupten, dass der Kunde nach der Ermittlung seiner Wünsche, und nachdem man ihm das zu 100 % passende Hotel herausgesucht hat, auch sofort bucht, weil ja schließlich alles passt und er es genau so haben wollte.
Der Urlaubssuchende kommt entweder mit dem festen Vorsatz ins Reisebüro, justamente heute zu buchen oder nicht. Braucht er Bedenkzeit, nimmt er sie sich. 
Ich kann das verstehen, wobei ich bei der heutigen Preispolitik von Veranstaltern, Hotels und Fluggesellschaften beim Kunden am liebsten das Lasso auswerfen und ihn fesseln möchte, damit er die Chance auf einen guten Preis nicht durch das "drüber schlafen" verpatzt.
Anderer Tag - andere Preise. Ach, was sage ich: Morgens so, nachmittags teurer.
So ist das Leben.

 


Und da ich oben schon geschickt zum Preis gelenkt habe, darf man nicht den Geldbeutel aus den Augen lassen, der bei jedem unterschiedlich groß oder klein ist. 
Und wenn er auch manchmal groß und so gut gefüllt ist, daß der glückliche Geldbeutelbesitzer die dingfest gemachten Wünsche alle lässig bezahlen könnte, kommt noch seine Einstellung hinzu, ob er am Ende bereit ist, dieses Geld auch für seine Wünsche zu investieren.

Ich hatte mir schon seit langem angewöhnt, bei einer Beratung zwar nicht zu allererst, aber doch ziemlich am Anfang zu fragen, über welches Budget der Gast verfügt, oder welche Summe ihm der Urlaub wert ist. Hier gibt es nämlich große Unterschiede, denn es gibt Menschen, die verfügen über genügend finanzielle Mittel, möchten diese aber nur zu einem minimalen Bruchteil für ihren Urlaub einsetzen. Warum auch immer er ihnen dann nur minimal Geld wert ist, das werde ich wohl nie verstehen.

Doch auch hier gilt selbstverständlich die Devise: Jeder Mensch ist anders. 

Ich fragte also recht früh nach, welches Budget zur Verfügung steht, und damit erwischt man die meisten Gäste eiskalt, denn sie möchten eigentlich ungern Summen nennen, weil sie fürchten, dass ich sie dann an der Angel habe und das komplett ausreizen werde. Das ist natürlich gar nicht der Fall, hilft mir als Berater aber sehr bei der Auswahl der Angebote. Und vor allem kann ich abschätzen, ob man für diese Summe auch wirklich etwas Gutes bekommt. 
Manchmal ist es tatsächlich so, dass ich mir 1 Stunde Arbeit ersparen kann, wenn ich von vornherein schon weiß, dass die Wünsche nicht realisierbar sind. 
Ich kann eben in der Hochsaison auf Mallorca kein Vier-Sterne-Hotel mit "All-inclusive"-Leistungen für 500 € für zwei Wochen bekommen.
So mancher von Euch wird jetzt sicher sagen, daß das schließlich jeder weiß.
"No comment"!
Schmerzlich für den Gast, aber einfach nur fair, das von vornherein klarzustellen, statt mit meinen schönen Hotelbildern über den Wolken zu schweben und nach dem karierten Maiglöckchen zu suchen, das es sowieso nicht gibt.
Interessant bei der Frage nach dem Budget ist auch immer wieder, wie viele Kunden daraufhin meinen, sie wüssten es nicht. Sie wissen es schon. Jeder, du und ich, alle, haben ein Budget, das sie eingeplant haben. 
Ich freue mich immer sehr über alle, die mir dieses offen und ehrlich nennen, denn damit bilden wir eine faire Basis zur Beratung, ich schieße nicht übers Ziel hinaus und kann mir alles sparen, zu dem meinem Gegenüber ohnehin nein sagen würde.
Mit meinen Stammkunden funktioniert das übrigens seit Jahren wunderbar, denn man kennt sich halt schon lange. Mit neuen Kunden ist man da oft noch in einer Art Trainingslager.

 

Diese Methode will aber eben nicht immer so klappen, wie ich mir das vorstelle. Ich habe festgestellt, dass die wenigsten Gäste mir eine Summe nennen können oder wollen. Am Ende, wenn ich nach der Recherche dann ein Angebot vorstelle und den Preis nenne, erfahre ich es ja sowieso, was sie ausgeben wollten. Warum also nicht vorher? Gut, so ist nun einmal der Gang des Beratungsgesprächs. 

In letzter Zeit mache ich es anders. Ich klopfe tatsächlich erst einmal alle Bedürfnisse und Wünsche ab und habe mir angewöhnt, den Gast zu fragen, was er sieht, wenn er das Hotel betritt, was er sieht, wenn er das Zimmer betritt, und was er sieht, wenn eher dort aus dem Fenster schaut.
Und bei 80 % der Urlaub suchen lautet die Antwort, wenn sie aus dem Fenster schauen, dass sie dort das Meer sehen. Damit wäre davon auszugehen, dass der Gast ein Zimmer mit Meerblick möchte. Aber auch das funktioniert nur bedingt, denn den Paradeblick muss man meist extra bezahlen, und damit sind wir wieder beim Budget.

Diese wunderbare Bedarfsermittlung schließt dann auch noch die Frage nach der Flexibilität beim Abflughafen ein.
Hier kommen wir langsam wieder zu einem Normalzustand, und der lautet: 
Der Dortmunder (dort ist mein Reisebüro) ist mittlerweile Kummer gewöhnt und weiß, daß man von unserem Flughafen immer weniger interessante Urlaubsziele anfliegen kann.
Noch vor nicht allzu langer Zeit hätte ich am liebsten in einer Nacht-und Nebelaktion die Plakatwerbung in die Emscher geschmissen (Umweltverschmutzungsgefahr hat mich davon abgehalten), die den Gästen suggeriert hat "Von Dortmund nach ganz Europa". Welch cleveres Köpfchen hat sich das denn ausgedacht? 
Ich erinnere mich noch ganz lebendig an die unglaublichsten Reiseziele, die Urlaubshungrige gern von Dortmund anfliegen wollten.
Man kann nicht anders, als dann unter Kollegen wetten, wann der nächste nach der Strecke "Dortmund-Oxford" oder "Dortmund-Pisa" fragt. Ist alles Europa, wird so beworben! 
Man kann es niemandem verübeln, danach zu fragen.

Mittlerweile sind wir zumindest in Dortmund im Zeitalter der dritten Aufklärung angelangt.
Nach der "Aufklärung", die um das Jahr 1700 einsetzte und durch rationales Denken Fortschritt bringen sollte, über die zweite "Aufklärung", die jedem Kind ab einem gewissen Alter bevorsteht, ist als nun die dritte "Aufklärung" erfolgreich durchlaufen, und die heißt: Ab Dortmund fliegt man fast nirgendwo mehr hin, wo man sich gemütlich in der Sonne aalen kann.
Auf einmal wird uns wieder bewusst, daß andere Städte auch schöne Flughäfen haben.Düsseldorf ist doch nicht aus der Welt, auch Köln ist ok, Paderborn erst recht.Du meine Güte, früher sind wir bis nach Frankfurt gereist, um interessante Ziele zu besuchen!

Aber zurück zur Bedarfsermittlung.
Der Abflughafen ist mit entscheidend, die Fluggesellschaft sowieso, und ich komme jetzt hier weder zum Bedauern, noch zum Zerpflücken der Air Berlin.Das gibt es in einem nächsten Beitrag.

Neutrale Beratung ist hier angesagt. Oft kommt die Frage eines hilfe- und entscheidungssuchenden Sommersonnenanbeters, wo ich denn Urlaub machen würde......
Antwort: "Schottland - auch gern im vor Nebel wabernden November...?.?..."
Das kann nicht die Hilfe sein, die er sich wünscht.  
Ich muß das Passende für IHN finden, nicht für mich.
Auch meine prophetischen Fähigkeiten in Sachen Wetter sind gefragt. Wo treten wann Stürme auf? Und wenn im Oktober, dann bitte wann genau?
Ich sage nur "Klimawandel".
Bedarfsermittlung die Zweite:
Der Nachbar hat einen ganz tollen Urlaub auf den Malediven gemacht und gesagt "da musst Du unbedingt hin!"
Mein Gast, der vor mir sitzt, geht aber gern wandern, und zwar auch gern bergauf und bitte nicht nur 20 Minuten um ein Mini-Eiland herum.
Es sind Extrembeispiele, und jeder weiß natürlich, daß die Malediven kein Wanderziel sind. Und dennoch, es zeigt die Komplexität der Beratung. Das Reiseziel, das den Nachbarn super glücklich gemacht hat, empfiehlt der natürlich, aber mein Gast hat vielleicht einen ganz anderen Bedarf. Sein Urlaub soll auch schön sein, aber nicht "Nachbar-schön".

Glücklicherweise habe ich ganz sicher 95% Treffer, und das entsteht aus einem fairen Miteinander.
Sagst Du mir, was Du wirklich willst, ausgeben willst, im Urlaub wirklich machen willst, mit welchem Hotelstandard Du tatsächlich zurecht kommst, dann bist Du auch ruck zuck in Deinem Wunschurlaub.

In diesem Sinne: Raus mit der Sprache zum "fair"reisen.


Ab durch die Hecke zum Traumhotel nach S.

Nachdem uns Plymouth nicht haben wollte, oder genauer gesagt, wir wollten Plymouth nicht, war in South Brent ein Ersatz gefunden. Für eine ...