Sonntag, 3. Mai 2015

Il Mezzogiorno - eine Reise durch Süditalien, Teil 1

Zugegeben, es sind rund 1900 km von Dortmund nach Paestum, aber die kann man sich sehr angenehm gestalten, denn, wie immer bei unseren Reisen, ist der Weg das Ziel.
So war unser erstes Highlight nach einer Zwischenübernachtung Assisi in Umbrien.
Bei Sonnenschein und 20 Grad besichtigten wir die Stadt des heiligen Franziskus. Dieses Wetter hatten wir natürlich auch gebucht (irgendwie klappt's fast immer).
Ein Mönch konnte am Ende der Führung noch ausgefragt werden, was einige interessante Neuigkeiten ans Licht brachte. Es ging unter anderem um die Anzahl und Bedeutung der Knoten am Gürtel der Kutte.
Immer wieder auftauchende Frage an diesem Tage, und daher hier erwähnenswert: dürfen Franziskaner heute Handys und High-Tech-Fotoapparate haben?
Wir haben so viele junge Männer in Franziskanerkutte gesehen, und wenn auch wissend, daß dieser Orden heute nicht mehr nach so strengen Regeln lebt, wie es einst Franz gefordert hat, so drängt sich aber doch die Frage auf nach der Vereinbarkeit von Armutsgelübde, also kein Besitz, und den Mönchen, die wir mit Fotokameras und Smartphones ausgestattet unterwegs sahen.


Aussicht von Assisi ins Tal. Leider fehlt hier der Duft der Pflanzen, der die Stimmung perfekt machte. 
Obwohl Assisi ständig voll ist und man den Massentourismus bis zu den Leistungen und Ausstattungen der Hotels hin leicht negativ merkt, finden sich diese ruhigen Plätzchen. Zum Beispiel dann, wenn man für seine Gruppe einen Abstecher ins Touristenamt macht, um Stadtpläne zu organisieren, seine Leute dann nicht wiederfindet und durch alle möglichen Gassen streunt, immer in dem Glauben, wenn ich hier gleich diese steile Treppe rauf aste, dann finde ich sie schon wieder.
Es ist übrigens ein sehr spezielles Phänomen, daß Gruppen immer furchtbar langsam gehen, weil sich alle über Gott und die Welt unterhalten (was schön ist), doch wenn man sich mal kurz entfernt in dem Glauben, so schnell werden die schon nicht weg sein bei dem Schneckentempo, dann sind sie weg - aber sowas von weg, nicht auffindbar, vom Erdboden verschluckt.
Egal, meine Gasse, die ich so gefunden hatte, war wunderschön, nur leider konnte ich nicht verweilen, man versteht, Gruppe weg, suchen, finden, laufen, Stadtpläne verteilen und ...... Plötzlich war er wieder da, der Schneckenschleichgang.


Blick auf Assisi
Weitere Impressionen einer wunderbaren Stadt
1. Zwischenfazit: eine Rundreise nur durch Umbrien allein muß sein. Wir fassen mal 2016 oder 2017 ins Auge. Es gibt hier so viel zu sehen: Perugia muß wundervoll sein, Gubbio und viele andere Bergdörfer. Orvieto, der Trasimenosee, Ölmühlen, Weingüter. Und wohnen ruhig wieder in Assisi. 
Wie so oft erkennt man die Vorzüge im Nachhinein, auch wenn man zuvor sein Hotel vielleicht nicht ganz so toll fand. Im Endeffekt zählt doch, wie immer, hauptsächlich die Lage für Ausflüge und nicht die Größe des Zimmers, oder ob das Bad bunte oder braune Fliesen hatte.
Nicht wahr?

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