Sonntag, 20. September 2015

Csütörtöktöl

Csütörtöktöl
Will sagen: Ich war endlich in Budapest. Und um es gleich vorweg zu nehmen, dieses komplizierte Wort heißt 'Donnerstag' oder 'am Donnerstag', und das weiß ich nur, weil ich es bei Aldi in Budapest gelesen habe und der 10.9. eben ein Donnerstag war. Wozu also braucht man schon Wörterbücher?
ICH KANN UNGARISCH! Nun ja, mitnichten verstehen oder aber lesen. Ich sage Euch, es gibt hier Bandwurmwörter, viel schlimmere als den Ö-lastigen Donnerstag.
Wir hatten jedenfalls unseren Spaß beim Zunge verdrehen.
Übrigens hatte Aldi Ungarn gerade Schuhregale im Angebot, für nur 2499,- Hufe. Hufe haben wir die Währung getauft, denn die Abkürzung für den Forint lautet HUF. Man kommt sich mit den tausenden von Hufen, die man ertauscht hat, unglaublich reich vor, doch rinnen einem die Tausender nur so durch die Finger, denn Budapest ist nicht wirklich preiswert. 
Beim Essen gehen (und es gibt eine tolle Restaurantszene, z.B. rund um den Stephansdom) wird man aber auch nicht gleich ganz arm. 
Ich kann jetzt, wo ich diesen Post verfasse, überhaupt nicht mehr verstehen,warum ich bislang nicht nach Budapest wollte. Die Stadt ist einfach wunderschön, wobei uns die Temperaturen zwischen 31 und 37 Grad noch Mitte September ein wenig zu schaffen gemacht haben.
Aber das Duschen in unserem fantastischen Hotel Nemzeti war auch sehr angenehm. Ein wirklich tolles Hotel, mit viel Liebe zum Detail eingerichtet.
Hotel Nemzeti, ein durch und durch gestyltes Stuck-Paradies!
Grundsätzlich wähnt man sich an vielen Stellen der Stadt in Wien, aber das ist in Anbetracht der Geschichte nicht verwunderlich. Der Baustil der Habsburger Regierungszeit hat seine Spuren hinterlassen. Und das sind äußerst schöne Spuren.
Als Kirchenbautenfreak hat mich die Matthiaskirche auf dem Burgberg begeistert.




Hier lässt der Himmel schon vermuten, daß es sehr heiß war.
 
Eine Kirche, komplett ausgemalt, da mag so mancher denken, das sei kitschig. Hier aber war die Farbgebung Ton in Ton und verbreitete eine sehr anheimelnde, ruhige Atmosphäre. Diese habe ich so sehr genossen, daß ich schon gleich zu Beginn der Führung meine Gruppe verloren hatte, so sehr wollte ich noch etwas verweilen.
Da aber ganz sicher Verlass darauf ist, daß mein Grüppchen ohnehin an der nächsten Panoramaaussicht hängen bleibt, hatte ich sie bei der Fischerbastei wieder eingefangen, oder sie mich.

Der heilige Stephan ist allgegenwärtig und heißt auf ungarisch 'Istvan'. Schließlich war er der Gründer des ungarischen Königreichs, ein Christ der frühen Stunde und Namensgeber etlicher Kirchen, nicht nur in Ungarn. 'Seine' Krone (ratet mal, wie sie heißt) ruht und wird heute bewacht im Parlament, und damit komme ich schon zu meinem nächsten Highlight.

Eine lichttechnisch gelungene Aufnahme kann ich leider nicht präsentieren, denn es war einfach immer und überall diese heftig-grelle Sonne, den ganzen Tag, brennend heiß.
Was für ein guter Einfall der Stadt, links und rechts vor dem Parlament im Boden Düsen einzulassen, die in regelmäßigen Abständen kühlen Wasserdampf nach oben schießen lassen. Hier konnte man sich herrlich abkühlen. Vielen Dank!

Apropos Wasser. Da stand doch am Ende der Stadtführung meiner Gruppe das Wasser bis zum Hals. Na ja, bis zur Hüfte, und das sah so aus:

Gratis-Abkühlung für heißgelaufene Touristen. Eine schöne Illusion, denn am Ende des Parlamentsplatzes gab es eine Art Infinity-Pool, hinter dem stehend man aussah, als wäre man mittendrin.
Abschließend hier noch ein Bild vom Stephansdom bei Nacht. Und bei Nacht übrigens war es in der Altstadt immer voll, lebendig und bunt.

Wie schon so oft dachte ich, daß ich doch vom Land kommen muß, denn daß an einem stinknormalen Mittwoch Abend sämtliche Restaurants proppevoll sind und man ohne eine Reservierung lediglich irgendwo an den Hecken nagen kann, wundert mich immer wieder.
Nun, ich komme halt nicht aus einer Weltstadt, bereise aber sehr viele und habe es immer noch nicht gelernt.
Aber gelernt habe ich, Budapest zu lieben. Es ist für die Orientierung eine einfache Stadt, nicht zu riesig, mit einem leicht zu verstehenden Metro- und Tramsystem (dieses übrigens sehr preiswert und für über 65jährige sogar gratis) und einer angenehmen Atmosphäre.
Viszontlatasra - das heißt 'auf Wiedersehen'. Kein einziges Ö, aber nicht minder kompliziert.










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