Samstag, 9. Dezember 2017

Salzburg: musik-geschwängert und mit Adventsgefühl angefüllt

Es war eine der besten Adventstouren, die ich je gemacht habe. Salzburg als Reiseziel macht es einem aber auch wirklich leicht, denn es zaubert eine schöne Stimmung ins Herz. 
Und nicht nur die Stadt selbst, sondern auch das Umfeld, wie zum Beispiel die Orte am Wolfgangsee.

Unter Notenpapier-Engel-Schutz, begleitet vom Nikolaus und seiner Rentier-Band starten wir in festlich geschmückten Busreihen Richtung Salzburger Land.
                          
750 Kilometer sind es immerhin von Dortmund aus, doch ich kann Euch versichern, daß sich jeder, aber auch jeder einzelne Kilometer gelohnt hat.
Schnee ist vorausgesagt, und viele Reisegäste sind in freudiger Erwartung, ob wir nochmal wieder solch eine verschneite Landschaft erleben dürfen wie vor Jahren im Harz.
Während unseres Stadtrundgangs am nächsten Morgen gibt sich der Himmel redlich Mühe, den leichten Fieselregen in Schneeflocken umzuwandeln, und ab abends klappt das dann auch.
                         
Aber das bisschen Gefiesel schockt uns doch nicht. Es gibt ja auch keine Wahl: Im Regen mit der Gruppe tanzen oder von Salzburg gar nichts mitkriegen. Und das wäre wirklich sehr schade.

Mal abgesehen von weihnachtlicher Dekoration gilt das Hauptaugenmerk hier der Musik. Und auch abgesehen von der Tatsache, daß für mich ein Frühstück ohne Kaffee tatsächlich zu überleben ist, kommt der Spruch unten wirklich ganz gut.
         
Salzburg ohne Musik kann man sich kaum vorstellen. Allen voran Mozart auf Schritt und Tritt. Unsere Stadtführerin erzählt uns, was für ein Rebell der war. Ich kann es kaum glauben. Obwohl ich gar nicht viel über Mozart weiß, außer einigen Namen seiner Opern und die berühmte Nachtmusik, habe ich Bilder im Kopf, die ein kleines Kind zeigen, das mit verbundenen Augen Klavier spielt, weil der Papa es toll findet, das Talent seines Sohnes so zu vermarkten. So ein nettes kleines Kind halt. Und dann zeigen Google und auch einige Plattencover ihn als Erwachsenen doch immer eher brav, wobei es sicher manchen Revoluzzer gibt, der auch nicht revoluzzermäßig aussieht. Ich weiß, das wirft das Diskussionsthema auf, wie man am Aussehen einen Rebellen erkennen kann. Egal. Für mich sieht Mozart brav aus. Wer Musik macht, ist eigentlich immer brav, oder schließe ich hier fälschlicherweise von mir auf alle anderen 😂?
                       
In unserem Hotel "Goldenes Theaterhotel", das übrigens hervorragend liegt, sehr schön ausgestattet ist und ein leckeres Frühstück bietet, umrahmt von einer super Gastfreundlichkeit des Personals, mache ich dann eine Reise durch die Opernwelt, denn jedes Zimmer trägt den Namen einer Oper oder Operette, und ich bin froh, bei Don Giovanni zu übernachten und nicht bei Maria Stuart. Das hätte böse Träume geben können. Wer weiß, ob ich nicht ganz kopflos aufgewacht wäre?
Don Giovanni verspricht da eher angenehme Träume. Wenn mich nicht alles täuscht, geht's bei ihm um Lust und Leidenschaft.
                                      
Selbstverständlich kommt auch auf diesem Stadtrundgang die Frage auf, wem denn der gute Mozart nun gehört, den Deutschen oder den Österreichern. Dazu muss man sich erstmal vergegenwärtigen, wie zu seinen Lebzeiten die Grenzen waren. Fakt ist: Sein Geburtshaus steht in Salzburg. Seine Kugeln (sorry, falls das jetzt anzüglich klingt), werden sowohl in Salzburg als auch im deutschen Bad Reichenhall verkauft. Ich meine die Mozartkugeln, Schokolade, nicht wahr?
In Salzburg silber-blau verhüllt, und in Reichenhall rot-gold. Ich soll einer Freundin jedenfalls die silber-blaue Variante mitbringen, da das die echten sein sollen.
                                  
Mozarts Geburtshaus ist leicht zu erkennen. Es ist gelb. Aber nein, das oben ist es nicht, obwohl das "M" durchaus für den Komponisten stehen könnte. Hier jedoch werden Burgervariationen komponiert und keine Klaviersonaten. Dies ist die berühmte amerikanische Botschaft, deren Werbung hier glücklicherweise nicht das schöne Gesamtbild der Getreidegasse zerstört.
                                  
Das hier ist die Geburtsstätte des Wunderkindes. Wie praktisch, daß sich im Erdgeschoß eine Spar-Filiale befindet. Da hatte man doch gleich Milch, Windeln und Babyöl in greifbarer Nähe. Sehr gut durchdacht, Familie Mozart!
Ich lausche an dieser Stelle dem Stadtführer einer amerikanischen Gruppe, der neben dem historisch wertvollen Inhalt des gelben Hauses auch über die europäischen Supermarktketten erzählt, weil die Frage aufkommt, was "Spar" bedeutet. Die Amerikaner werden angewiesen, ruhig dort einzukaufen, es wäre gut und günstig. Da bin ich aber froh, denn ich bin dann doch nicht die einzige Reiseleiterin, die solch praktische Informationen in die ganze Historie und Architektur einfließen lässt. Ich werbe in Großbritannien auch immer für meine Lieblingssupermarktkette "Tesco". Blöd nur, daß ich dafür noch nie mal ein Sixpack Guinness oder so umsonst bekommen habe.

Zum Thema Musik hat auch der Dom etwas beizutragen. Während manche Kathedralen sich mit einer Orgel begnügen, um ihre göttlichen Hallen zu beschallen, gibt es hier gleich vier, in jeder Ecke eine. Und um es vollständig zu machen: Noch eine fünfte im Hauptschiff.
      
Ich bin kein Orgelspezialist, daher frage ich mich, wie das gehen soll mit vier Orgeln. Haben die vier Organisten? Und wenn ja, wer darf welche Orgel wann spielen? Alle gleichzeitig als eine Art Or(gel)chester? Vielleicht gibt es auch nur einen Organisten, der dann die volle Auswahl hat und sich aussuchen kann: Frühmesse mit der Orgel links hinten, Abendmesse mit der Orgel rechts vorne.
So muß es wohl sein in einer Musikstadt. 
Ich lasse die hohe Kunst der Musik nach dem Stadtrundgang mal beiseite und widme mich den profanen Dingen: Kaffee und Kuchen.
                                     
Neben einem Wunderkind bringt Salzburg nämlich auch Wunderbackwaren zustande. Und da jeder weiß, daß Weihnachtskalorien überhaupt nicht mitzählen, gibt's gleich noch das zweite Stück hinterher. Was kommt die Kellnerin auch dreist nochmal mit diesem tollen Teller vorbei??? Die drängen einem das hier förmlich auf.
Jetzt warte ich auf Schnee und kann schon verraten: Morgen wird es weiß. Ganz sicher.
Bis dahin hier noch ein paar Impressionen vom Weihnachtsmarkt und den festlich dekorierten Geschäften.
                           







 













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