Freitag, 1. April 2016

Salisbury: tolle Kathedrale - dreckige Gläser

Die Säulen der Erde. Der Schauplatz ist ganz sicher die Kathedrale von Salisbury.
Das bestätigt uns auch Judith, Kathedralführerin und ehemalige Deutschlehrerin. Neben der Kathedrale von York mein Gotisches Lieblingsmeisterwerk. Diese fantastische Harmonie, die Säulen aus dem wunderbaren Purbeck-Marmor, klare Linien und innen eine unendlich Weite, mal abgesehen vom höchsten Kirchturm Englands.
Ich oute mich, denn neben meinem Mann liebe ich auch die Kathedrale von Salisbury 😍😉😬.
Die Domfreiheit bietet wechselnden Künstlern eine Präsentationsfläche. Passend zur Osterzeit die Werke einer englischen Künstlerin, die menschlichen Körpern Hasenköpfe aufgesetzt hat. Lustige MenscHäschen tanzen Reigen auf der Wiese, eine Hasenfrau, oder ein Frauenhase sitzt geduckt auf der Wiese.  Alles sehr fotogen.
Aber nicht minder fotogen sind meine "sweethearts".

Wer hat denn da gerade angerufen, Ma'am 2. von links? Und was ist in der Tüte von "White Stuff"?
Doch nicht etwa schon wieder ein neues Hemd?

Wunderschöner Blumenschmuck zur Osterzeit. Und was ich noch nirgendwo gesehen habe, ist das Grab Jesu' mit offener Kammer, Grabtuch innen liegend, Auferstehung bildlich dargestellt.

Fenster aus viktorianischer Zeit. 

Judith erklärt uns alles sehr schön. Beachtenswert hier die unglaublichen Längenausmaße der Kathedrale. Kein Lettner verstellt die Strecke vom Chor bis zum Westportal, so kommt die Länge gut zur Geltung.

Das ist nun nicht mehr die Kathedrale, klar. Besichtigen macht hungrig, und wir versuchen, das im "Haunch of Venison" in den Griff zu bekommen. Und hier komme ich nun auf die dreckigen Gläser zu sprechen. Du meine Güte, waren die blind. Und nicht nur das. Es ist zu vermuten, daß das Glas in den Fenstern der Kathedrale sauberer ist. Der Kellner bringt Tafelwasser, und da kann ich nicht anders als ihm sagen, daß wir das aus den Gläsern nicht trinken können. 
Er entschuldigt sich sehr englisch und nimmt sie mit. Wir entscheiden uns, unsere Getränke an der Bar zu holen, in der Hoffnung auf angemessene Gläser. Na ja, meine Lösung war, aus der Flasche zu trinken.
Das Essen war allerdings gut, und vor allem die Atmosphäre war schon prickelnd mit den schiefen Böden und Wänden. Eine Skeletthand im Kamin, Überbleibsel eines Bürgers, der es wahrscheinlich mit  dem Gesetz nicht so genau genommen hat und deswegen seine Hand verlor, rundet die Stimmung des Pubs ab.
Vielleicht am Ende der schönste Anblick des Abends ist Petra "sticky toffee pudding".

Und der Oskar für die interessiertesten Mitreisenden des Tages geht an:
Ein schöner Tag geht zu Ende, am Abend geht es zurück nach Steyning. Es ist mild draußen, die Sonne geht unter, unser kleiner Bus wartet auf dem Parkplatz auf uns. Ganz allein steht er dort. Alle anderen sind schon abgefahren, und er sonnt sich im Abendlicht.

Da mir gerade auffällt, daß am Bus lediglich das Wort "Reisen" zu lesen ist, hier eine kleine Anekdote, die sich durch ein Gespräch mit einem der Frühstückskellner ergeben hat.
Als ich ihm venrsprach, daß wir definitiv wiederkommen werden, weil es uns gut gefallen hat, erzählt er mir, er hätte ja unseren Bus gesehen, und von dieser Firma wären in seinem Wohnort, Worthing, immer ganz viele Busse. Alle von der Firma "Reisen". Erklärbedarf in mir, natürlich sofort, denn der Gute ist dem Glauben verfallen, "Reisen" wäre eine Riesenfirma in Deutschland.

In diesem Sinne reise ich jetzt in mein Zimmer. Good night. Morgen geht's zum Wandern nach "Beachy Head".














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